Wo können Ursachen bei Messwerteschwankungen zu finden sein?
Wenn wir davon ausgehen, das korrekt gearbeitet wurde, (das können wir nicht beurteilen!) bleiben weitere Möglichkeiten.offen. Zunächst stellten wir fest, dass die Brillenversorgung gegenüber der Messung schwächer ausgeführt wurde. Die zweite Korrektion wurde nach zwei Monaten Tragezeit deutlich verstärkt, blieb aber unter der Messwerteermittlung.
Da ein solches Vorgehen generell nicht selten ist, muss hier festgehalten werden, dass dies selbst dann keine Brille nach den Richtlinien der MKH sind, wenn entsprechende Messfelder (Sehzeichen) verwendet wurden.
Die neugefertigte Korrektion mit den acht Prismen (+ 1/2 Prisma in der Höhe) wurde nur wenige Tage vor der Kontrollmessung getragen. Unklar bleibt hier die Frage des Wechsels zur Messbrillenkorrektion. Mir wäre es lieb gewesen, man hätte anfangs einen Status über die getragene Brille erhoben, indem man die Binokularität per Trennpolfilter im Prüfraum festgehalten hätte.
So steht nur im Raum, dass nur 1,5 cm/m (Prisma) gefunden wurde, und anschließend bei 8 cm/m (Messbrille?) sogar kurzzeitig Doppelbilder (gekreuzt?) aeuftraten. Bei der letzten Messung, bei der sieben Tage keine Brille getragen wurde, fand sich kein Prisma mehr. (?)
Nun aus Sicht der MKH ergäben sich hier auf ganz logische Weise nachfolgende Möglichkeiten.
1. Die beste und effektivste Mehode der Korrektion bleibt die Vollkorrektion eines gemessenen Wertes. Wird davon abgewichen, leidet nicht selten die Verträglichkeit der Korrektionsbrille. Das kann auch bei Unterkorrektionen der Fall sein.
Man bedenke, an den Korrektionsfaktor 0.0 Prisma war unsere Fragestellerin von Geburt an gewohnt. Wegen Ihrer Beschwerden wurde eine Prismenbestimmung unternommen. Das ermittelte Ergebnis betrug über mehrere Messungen ca. 10 Prismen, aber nur die Hälfte wurden dann als Brille umgesetzt. Das bedeutet doch, beide Augen müssen die vom Fixationsobjekt erkannten Bilder, völlig neu, aber nicht wie bei den MKH-Testen gewünscht, sondern abgewandelt ansteuern und verarbeiten. Dies ist allemal ein Lernfaktor, der hier unter völlig fremden Voraussetzungen abläuft und jedenfalls keinen Bezug zur Realität des Messaufbaus und der Logik der MKH hat. Da verfällt man leicht auf den spontanen Eindruck, ohne das ALLES ging es aber doch besser! Dies straft aber wiederum die gemachte Erfahrung, bessere Nahsicht(!) verbesserte Gewöhnung (!) Lügen. Vorallem wenn man mit bedenkt, dass es eine krasse Ursache für die Prismenbestimmung gegeben hat und auch die alten Befindlichkeiten: "verschwommen Sehen, Schwindelgefühl, gefühlter Druck auf den Augen, Nebenbeschwerden, gelegentlich Kopfschmerzen, Nacken- und Rückenschmerzen, trockene Augen" weniger geworden waren.
2. Welche Fehler kann ich wie, vermeiden bzw. reduzieren?
a) MKH-Messergebnis = Brillenkorrektion
b) Abgabe im Prüfraum:
Dabei Überprüfung des spontanen Sehergebnises am Pol-Kreuz in Ferne und Nähe unbedingt auch der Sehschärfe. Evtl. mit einer Einrastsitzung an den weiteren MKH-Messfeldern auf Fixationsübereinstimmung. Unstimmigkeiten notieren, entsprechende Beratung hinsichtlich erschwerter Eingewöhnung und erneute Kontrolle nach 8-14 Tagen.
c) Die erste Tragezeit:
Da die Fixation ein sehr aufwendiger Prozess in der Sehverarbeitung ist, laufen Eingewöhnungsprozesse generell über zwei bis vier Monate, zum Glück allermeist unbemerkt ab. Sie können vorallem durch "Anfangsängste", aber auch durch alte, falsch programmierte Steuerungsprogramme im Gehirn zu dem Nerven und Augenmuskelsystem und durch falsch zugeordnete bzw. verlagerte Netzhautstellen für die Fixation "Geradeaus" neu geprägt und einander neu zugeordnet sein. Die Brillenkorrektion verbessert das Programm im Gehirn "System-neu-justiert" und dies setzt ihre Arbeit verbessert fort (wie beim Rechner-up-date, aber selbstlernend).
d) Diese Erfahrungswerte brauchen Zeit um automatisiert ablaufen zu können.
Auch wenn es oft sehr schnell erste Anzeichen für verbesserte Abläufe und eine bessere Beurteilnug und Sicht geben wird.
e) Der Zeitraum für eine Neubestimmung:
Deshalb wird eine Neubestimmung frühestens nach drei Monaten für sinnvoll erachtet. Zwischen 6 bis 12 Monaten ist in jedem Fall ein guter Zeitpunkt zu einer Folgemessung, da alle internen Abläufe ungehemmter und freier arbeiten, Man ist i.d.R. offen für weitere Optimierungen. Dann ist in jedem Fall auch die Starre der Erstumstellung mit Brille einer neuen geschmeidigeren Adaptation auf noch optimatere Werte gewichen. Nach längeren Wartezeiten kann man dagegen schon wieder starrer reagieren, Wenn man wegen weiterer Restfehler wieder verspannter blicktt. Aber häufig zeichnen sich gut angepasste Brillenwerte durch eher sehr lange Tragezeiten aus. (weil es einfach deutlich sichtbar besser geht).
Deshalb viel Mut und Freude am Erfolg!