Hallo Nina,
ich freue mich sehr, dass Du wieder mal ins Forum geschaut hast. So haben wir jetzt einen neuen Zwischenbericht erhalten.
Mich würde sehr interessieren, wer Deine Berater sind. Wenn Du sie hier nicht benennen willst oder kannst, würde es mich freuen, wenn wir uns telefonisch darüber austauschen könnten. Dabei habe ich dann noch zwei Gedanken, die ich mit Dir gerne einmal ausgetauscht hätte. Ich bin sehr dankbar von Dir zu hören, dass Du selbst an Dir erfahren konntest, dass Dich dieser Weg weiter vorwärts bringt.
Einer meiner Gedanken geht in die Richtung Höhenprisma! Da Dein Sehen sicher nicht einfach zu prüfen ist, Du andererseits auch jetzt wieder Unruhe und Instabilität äußerst, frage ich mich wirklich, ob nicht noch eine sehr versteckte prismatische Höhenkomponente vorhanden ist. Da Du glücklicherweise keine Doppelbilder hast, wird es Dir selber so niemals bewusst auffallen können. Und ob entsprechende Mess-Testfelder von Dir selbst klar und präzise beurteilt werden können, wage ich einfach mal anzuzweifeln.
Wie kann man dabei weiter kommen?
Frage, gibt es eine Höhenabweichung oder einen Aniseikoniefaktor (evtl. auch Beides)? - Was wäre zu tun?
Gibt es eine leichte seitliche Kopfneigung, oder/und einen leichten Höherstand eines Auges? Den zweiten Punkt kannst Du für Dich selbst ablesen, wenn beide Augen bei Blicksenkung Deine Nahteile gleichzeitig erreichen, die Brille korrekt horizontal ausgerichtet ist und die eingearbeiteten Nahsichtflächen von der Brillenunterkante aus gleichhoch eingearbeitet sind, dürften beide Augen gleichhoch stehen.
Sollte dies der Fall sein, könnte aufgrund der Ungleichsichtigkeit R/L ein Aniseikoniefaktor (ungleiche Netzhautbildgrößen) bestehen, produziert durch die höhere Pluswirkung des linken Brillenglases. Dann wären die Bilder des Hakentestfeldes unterschiedlich groß. Was einen leichten Höhenfehler erschwerter feststellbar macht. Es ist hier aber relative einfach mit einem Pol-Vorhalter zu prüfen, ob der Hakentest sauber zentral gegen über steht. Test: Man bewegt die aufgesetzte Brille an den Bügeln rechts, alternative links leicht höher. Wäre das der Fall, dass das Bild sauberer mittig wird, kann der richtige Korrektionsmesswert durch vor die Brille gehaltene Prismenmessgläser gut ermittelt werden.
Auch ein Aniseikoniefaktor kann gemessen und ebenfalls in eine Brillenkorrektur übernommen werden. Dazu gibt es Aniseikoniemessgläser der Fa. Okulus und ich hatte früher Messdias von polarisierten Hakentestzeichen, die unterschiedlich groß waren. Heute können gut ausgestattete Sehprüfgeräte auch Aniseikonietestfelder darstellen. Wichtig ist jedenfalls immer der Abgleich über das beste geeignete Aniseikoniemessglas.
2) Die Bangeler Folien sind eine mögliche Option, aber lieber habe ich auf Dauer andere Wege beschritten, und ich meine mit mehr Erfolg. Hier kann ich mich sicher im Einzelfall auch täuschen, aber ...
Im Messraum habe ich zur Annäherung unterschiedlicher Visusstufen, das deutlich bessere Auge über graue Farbfilter in der Sehleistung abgeschwächt, je nachdem bis zu max. 95% Filtertönung. Das hat für eine Messsituation immer geklappt. Der Vorteil liegt darin, dass nur die Lichtmenge reduziert wird, nicht aber die Sehleistung des Auges. (Für den Filter geht eine Einsteckmöglichkeit in der Messbrille verloren).
Bei der brillentechnischen Lösung habe ich, wie auch Eberhard Luckas es bei seiner Frau beschrieben hat, mit überhöher Korrektion gearbeitet. Dabei gab es oft zwei positive Effekte. In Ihrem Fall, würde das Sehungleichgewicht von der Glasstärke (+0,50 dpt bis +1,25 dpt) besser angeglichen werden. (das kann den Aniseikoniefaktor verringern) Evtl. entfällt er allein dadurch als Ausgleich. Darüber hinaus kann es sein, dass das Auge längerfristig sogar mehr plus-Stärke akzeptiert, was dann ein Grund für die fehlende Akzeptanz (Sehunruhe) vorher war.
Sollten all diese Faktoren nicht zu einer weiteren Besserung verhelfen, gibt es noch den Faktor von kontrastverstärkenden Lichtschutzgläsern. Auch dies kann man durch Überziehbrillen mit kontrastverstärkenden Wirkungen im Praxistest ausprobieren. Dazu sollte die Korrektionsbrille allerdings nicht zu groß sein.
Alle Faktoren die Ruhe und Entspannung in das Sehsystem leiten, vorrangig die beste prismatische und refraktive Korrektion hilft Ihnen weiter. Alles Gute! Sie können mich anmailen: mosch.pg@gmail.com