Hallo,
ich leide seit meiner Kindheit/Geburt an einem schielenden Auge. Verordnet wurde damals das Abkleben (Okklusionstherapie). Eine OP wurde nicht durchgeführt. Mein ebenfalls schielender Bruder wurde erfolgreich operiert.
In der Regel schielt mein rechtes Auge nach innen, aber ich kann das rechte Auge auch gerade ausrichten, so dass dann das linke Auge in gleichem Maße schielt wie vorher das rechte Auge. Mit viel Konzentration kann ich beide Augen recht neutral stellen, aber dann verschwimmt die Sicht. Im schielenden Zustand ist die Sicht glasklar (auch ohne Brille). Allerdings verfüge ich über keinerlei räumliches Sehen.
Mit passenden Brillengläsern schiele ich nicht und habe klare Sicht. Allerdings ist das Finden solcher Gläser reines Glücksspiel. Bei jedem Sehtest kommen komplett unterschiedliche Ergebnisse raus (und ich spreche nicht von +/- 0,25 Toleranzwerten ... )
Da mich vor allem der kosmetische Aspekt plagt und mein Selbstbewusstsein gegen Null geht, würde ich das Schielen gern operieren lassen. Also war ich kürzlich bei einem Augenarzt mit Sehschule und wurde von einer "Orthoptistin" begutachtet.
Nach wenigen Minuten sagte sie mir, dass eine OP zwar streng genommen möglich ist, sich aber in meinem Fall garantiert kein Arzt finden lasse, der die OP machen wird, weil:
1) ich trotz des Schielens klare Sicht habe
2) mit geeigneten Gläsern nicht schiele.
Daher wollte sie mir zunächst auch keine Überweisung an eine Augenklinik ausstellen.
Ist es wirklich wahr, dass sowas niemand operieren möchte? Muss ich mit dem Schielen leben?
Mir ist bewusst, dass es Schlimmeres gibt, aber es macht mich seit Jahren fertig und so langsam ertrage ich meinen eigenen Anblick nicht mehr.
Grüße und Dank
