Liebe Community,
ich bitte noch einmal um eure Erfahrungen.
Ich (25 Jahre alt, Studentin) habe eine starke motorische Unruhe, kann kaum still sitzen und habe mittlerweile täglich Angstzustände, bin extrem schreckhaft und von allem überfordert, zitterig und einfach mit den Nerven am Ende, habe nur noch das Bedürfnis zu heulen und damit etwas von der Anspannung abbauen zu können und bin nur noch froh, am Ende des Tages wieder ins Bett gehen zu können und die Augen nicht mehr benutzen zu müssen. Am nächsten Tag geht der Wahnsinn dann von vorne los. Ich fühle mich seit Monaten dauerhaft unter Hochstress obwohl ich nichts mache, was mich irgendwie stressen könnte.
Bevor ich das Gefühl hatte mit meinen Augen stimmt etwas nicht, war ich ein sehr gelassener, entspannter Mensch, den kaum etwas aus der Ruhe gebracht hat! Ich habe es nicht für möglich gehalten, mal in so einem Dauerzustand zu sein...
Psychologen (3x stationär Psychosomatik) und Psychopharmaka, Entspannungsübungen, Yoga etc haben absolut gar nichts gebracht. Dort erzählte man mir immer wieder von psychosomatischen Sehstörungen (physisch sei ja angeblich alles in Ordnung), die müsse ich dann lernen zu akzeptieren. (Habe ich monatelang versucht, Unmöglich! habe das Problem ja permanent wortwörtlich "vor Augen" und mir zu sagen, "ich sehe halt unscharf, lasse mich davon aber nicht stressen" (Rat von Psychologen) funktioniert leider gar nicht, das ist ja keine bewusste Entscheidung, mein System ist einfach Dauerhaft unter Stress, ich hab wirklich alles versucht... Mit dem unscharfen Sehen alleine könnte ich auch Leben denke ich, wenn mein ganzer Körper nicht so überreagieren würde gleichzeitig... Selbst ein "entspannter" Spaziergang draußen wird für mich zum Stress, bin nach kürzester Zeit erschöpft und möchte mich hinlegen.
Diese "psychischen" Problematiken traten auf NACHDEM ich spürte, dass ich nicht mehr richtig gucken kann, nicht anders herum! (Schon vor ca 2 Jahren)
Nach wie vor halte ich daran fest, dass meine Augen irgendwie spinnen und damit mein Nervensystem reizen und durcheinander bringen.
Ich habe verschiedenste Aussagen zu meinem Augenproblem bekommen. Augenärzte sagen natürlich alles okay, ("ist alles psychisch!") Neuroophthalmologe sagt vielleicht eine leichte Brille mit -0,5 / -0,75 Dioptrien und leichte Hornhautverkrümmung (-0,25 / -0,50) ausgleichen sonst nix, Schielen sei ausgeschlossen. Uniklinikum Strabologie sagt da hilft halt nichts, Augen fusionieren nicht miteinander, da kann man dann nur ein Auge ausschalten. (das hat mir jetzt nicht so die Angst genommen) Bei den Optikern und Optisten gehen die Messungen und Meinungen von 6 / 8 Prismen Winkelfehlsichtigkeit (am Ende stünde die Operation) über die Aussage "leichtes Innenschielen, aber unerheblich", "das rechte Auge bekommt irgendwie zu viel Zug" bis hin zu "es besteht ÜBERHAUPT gar keine Winkelfehlsichtigkeit, ich solle das mal mit der Brille vom Neuroophthalmologen probieren, möglicherweise hat sich da ein Akkomodationskrampf oder Spasmus gebildet, der sich löst, wenn die Augen mit der normalen Brille wieder entspannter gucken können... (ich habe das Gefühl, die Augen kommen wenn ich in Bewegung bin nicht hinterher, sehe verschwommen, Augen sind gereizt, rot, überanstrengt, habe Tinnitus, die Trigeminus-Nerven sind überreizt, gerötet an den Stellen im Gesicht, Wassereinlagerungen rechts und links neben der Nase, pulsieren und Kribbeln im ganzen Gesicht und Nacken, Reizmagen, Herzklopfen etc und ich bin einfach andauernd am Zittern)
Und dann natürlich so gut gemeinte Ratschläge wie ich solle mich mal beruhigen und nicht so überreagieren. Geht leider nicht mehr, ich habe meinen Körper nicht mehr richtig unter Kontolle, sowas kenne ich von mir nicht, vor der Augenproblematik habe ich nie solche Probleme nie gehabt !!
Ich verstehe natürlich auch immer noch nicht, wie manche Optiker auf 6 / 8 Prismen + Operation kommen und Andere auf 0 Prismen (man kann auch nichts operieren, was gar nicht vorhanden ist...)
Macht es Sinn, eine Messreihe zu machen?
Ich bin nun natürlich vollkommen verwirrt , möchte versuchen mit meinem Optiker weiter nach der geeigneten Brille zu suchen (ob nun mit oder ohne Prismen, mit den bisherigen Prismenbrillen, laut einiger Optiker zu hoch eingestellt konnte ich zwar schärfer sehen, das wars dann aber auch, die restliche Problematik veränderte sich nicht und ich habe die Brillen extrem ungern getragen, hatte das Gefühl meine Augen werden gewaltsam in eine Zwangsposition gebracht)
Nun nehme ich gelegentlich (eigentlich nur im absoluten Krisenfall) das Beruhigungsmittel Lorazepam, auch Tavor genannt, in geringen Dosen (macht abhängig, weiß ich, ist aber das einzige, was das System mal zur Ruhe zwingt, ich kann wirklich nicht mehr, sonst würde ich es auch nicht nehmen, abhängig davon bin ich nicht!). Dies hat möglicherweise, auch wenn ich es nur unregelmäßig nehme, wieder Einfluss auf die Messungen.
Ich habe von vielen Winkelfehlsichtigen gehört, die Probleme haben wie Doppelbilder und Schmerzen und von Menschen mit viel höherer Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung als ich, die dann halt nicht so scharf sehen können ohne Sehhilfe.
Vielleicht gibt es doch Menschen, mit ähnlicher Problematik wie ich? Es würde mir sehr helfen, mich austauschen zu können und dann vielleicht auch meine motorische Unruhe / Stressgefühle besser einordnen zu können.
Gibt es Medikamente, die das Nervensystem etwas beruhigen, ohne Auswirkungen auf die Messungen zu haben? Ich kann so nicht mehr, habe auch gerade gar keine Kraft überhaupt zu meinem Optiker zu fahren und möchte da auch ungern ständig heulend und zitternd sitzen, so kann er ja auch schlecht vernünftig arbeiten...)
Sind Augenentspannungsübungen gut oder haben die dann auch wieder Auswirkungen...?
Sollte ich vielleicht doch noch irgendetwas ANDERES abklären lassen? (MRT, EEG unauffällig)
Ich habe laut Neurologe für Augenbewegungsstörungen einen leichten Fixations-Nystagmus. Kann der ein Indiz für irgendwas sein? (Neurologe äußert sich nicht wirklich dazu)
Ich habe manchmal wirklich das Gefühl, ich werde verrückt, weil mein Körper so rumspinnt...
Bin dankbar für alle andere Erfahrungen.
- wie gesagt ich würde dir Sport und Entspannungstechniken empfehlen. Meiner Erfahrung nach ist „sich beruhigen“ aber deutlich leichter, wenn mein ein klares Ziel hat und daran glaubt, dass man „sich selbst“ mit Hilfe von anderen helfen kann. Das ist auch einfach das, was du machen kannst ohne die Hilfe von anderen und es könnte dann die Basis dafür bilden, dass du wieder etwas belastbarer wirst und klarer deine eigentliche Problematik (die Augen) angehen kannst. Dein Text klingt nämlich gerade so als wolltest du allen beweisen, dass es nicht psychisch ist. Das kann ich auch gut verstehen und es kann auch so sein, nur musst du trotzdem was für deine Psyche tun, damit du dein Problem besser angehen kannst. Setz dich nicht zu sehr unter Druck und vertrau dir, dass du mit der Hilfe von anderen eine gute Lösung für dich finden kannst.
