Hallo zusammen,
ich schildere einmal meine Geschichte:
Ich schiele nach außen mit dem linken Auge. Demnach ist das rechte Auge mein Führendes.
Die erste Schiel-Op war mit vier Jahren, vorher wurde das rechte Auge regelmäßig und wie empfohlen abgeklebt. Vor der OP ist das linke Auge immer "weggerutscht". Der OP-Erfolg hat nicht lange angehalten. Die nächste OP dann mit 7 Jahren (glaube ich, hab ich nicht mehr ganz im Kopf). Tja, dieses Ergebnis hielt bis ich ca. 14 war.
Vor den beiden Operationen wurde kein Prismenaufbau oder Abkleben gemacht um den Schielwinkel komplett darzustellen. Danach war keinerlei räumliches Sehen, nichtmal Binokularsehen in der einfachsten Stufe vorhanden.
Mit 14 dann die dritte Schiel-OP. Hier wurde zuvor abgeklebt. Da wurde herausgefunden, dass sehr viel "verdecktes" Schielen vorliegt, mein Gehirn also viel kompensiert. Es wurde viel gemacht: Höhenschielen, Schielwinkel in der Nähe und in der Ferne korrigiert.
Nach dieser OP ist das linke Auge nicht mehr weggerutscht sondern hat sich brav mit dem rechten Auge mitbewegt.
Da sich in der Ferne wieder ein Schielwinkel ausgebildet hatte (aber nur dort), habe ich mich mit 21 erneut operieren lassen. Hier wurde zuvor ein Prismenaufbau gemacht. Es wurde auch nur der Schielwinkel in der Ferne korrigiert.
Nach dieser OP wurde festgestellt, dass ich "rudimentäres räumliches Sehen" besitze. Ich sehe z.B. beim "Fliegen-Test" die Flügel hervorstehen und beim "Pixeltest" habe ich das Auto erkannt. Zuvor nur den Stern, der aber auch monokular erkennbar ist.
Bin ein wenig in Sorge, dass der Schielwinkel wieder kommt. Mir geht es primär um die Optik. Im Moment ist alles schön, nur ein mini-Restwinkel ist vorhanden, sieht man aber nicht. Und mir wurde gesagt, dass die Tatsache, dass die Lichtreflexe in den Augen nicht ganz parallel sind, nicht mit dem Schielen zusammenhinge, sondern meine Blickachsen nicht ganz parallel stünden.Sei angeboren. Bin jetzt 25 Jahre alt.
Nach Internetrecherche bin ich auf das Thema "Visualtraining" gestoßen. Habe auch eine Opthometristen gefunden, der dies anbietet.
Dort wurde ein Test nach Haase durchgeführt. Größtenteils sehe ich demnach alternierend, schaffe es aber zeitweilig zu fusionieren. Jetzt wird ein Prismenglas angefertigt mit 1cm/m. Das soll dann in meine Brille eingebracht werden - zum Üben und Erlernen des Stereosehens.
Meine Frage ist nun:
Hat hiermit jemand Erfahrung? Ein bisschen Sorge habe ich, dass dann sich wieder ein größerer Winkel ausbildet. Laut Aussage des Optikers/Optemetristen muss ich Übungen machen, damit das verhindert wird.
Wenn ich beispielsweise zwei Daumen hinter einander halte und den vorderen fixiere, wird der hintere doppelt. Versuche ich den hinteren zu fixieren, passiert mit dem vorderen Daumen nichts. Wie kann das eigentlich sein?
Insbesondere habe ich Angst, dass sich dann Doppelbilder ausbilden.
Auch wenn im Moment noch kein sichtbarer Schielwinkel vorhanden ist - ich bin ehrlich und sage, dass ich eher mit einem Glasauge als einem Schielauge (bei großem, auffallenden Schielwinkel) durch die Welt gehen würde!!
Bei der Uniklinik wurde gesagt, dass wenn das Schielen wiederkäme, nichts mehr machbar ist...
Um das zu verhindern und zu versuchen, beide Augen dauerhaft am Sehprozess zu beteiligen, bin ich eben auf VT gekommen. Denn ein Auge was wirklich "sieht" kann nicht wegrutschen, oder?
Kann mir hier jemand weiterhelfen?
Vielen, lieben Dank!

