Hallo,
nachdem ich 51 Jahre (und die letzten 12 Jahre ohne Veränderungen) relativ problemlos mit einer Einstärkenbrille zurecht gekommen bin, musste diese nun leider doch noch etwas stärker werden, was meinen Augenarzt bewog in Richtung Gleitsichtbrille zu gehen, da eine Einstärkenbrille mit der neuen Stärke nach seiner Ansicht nicht mehr funktionieren würde.
Meine 12 Jahre alte Brille (Glashersteller/Typ ist mir nicht bekannt):
R -9,25 cyl. -1,00 A: 70
L -7,00 cyl. -0,75 A: 80
Meine neue Brille (Hoyalux ID MyStyle V+ Gläser):
R -10,25 cyl. -1,25 A: 65 Add: 2,00
L -8,00 cyl. -0,75 A: 80 Add: 2,00
Nun mein Problem:
Draußen im Freien beim Spazierengehen oder Radfahren habe ich sehr wenige Probleme und empfinde die Sehqualität besser als mit meiner alten Brille. Natürlich ist der Übergang der Fernzone in den Mittel-/Nahbereich für mich neu und ungewohnt, aber ich denke daran werde ich mich gewöhnen.
Bin ich allerdings im Haus/im Büro und muss lesen oder gar am PC arbeiten ist alles anders:
Ich tue mich sehr schwer scharfzustellen und muss den Scharfpunkt dauernd explizit suchen. Ist er gefunden ist er so klein, dass ich am PC die Zeilen einer Email quasi mit dem Kopf von links nach rechts abfahren muss, wenn ich alles scharf sehen will. Natürlich kann ich im unscharfen Bereich erraten, was da steht, aber das ist auf Dauer sehr anstrengend.
Und wenn ich hier Scharfpunkt sage, dann meint das nicht wirklich scharf (wie vorher mit meiner Einstärkenbrille), sondern ein in Summe immer leicht verschleiertes oder verwaschenes Bild, welches aber sehr wohl eine zugeordnete Kopfhaltung hat, in dem ich es am besten empfinde - aber wie gesagt: ein gutes, scharfes Monitorbild (oder Textbild auf einem DIN A4 Blatt auf dem Schreibtisch) habe ich anders in Erinnerung und meine Augen schmerzen bereits nach kurzer Zeit bzw. ich empfinde ein unangenehmes Druckgefühl.
Hinzu kommt eine Verzeichnen/Verzerren von Linien/Objekten, wenn ich den Kopf bewege, d.h. wenn ich z.B. auf den Schreibtisch schaue und den Kopf von links nach rechts drehe, dann macht die Schreibtischplatte eine Art Wellenbewegung...
Ich habe die Brille erst den 4. Tag und natürlich sagt mein Optiker, das sei alles normal und würde sich im Laufe der Zeit geben. Er hat mir allerdings auch klar gesagt, dass der Schärfebereich immer deutlich kleiner als mit meiner alten Einstärkenbrille bleiben wird.
Nun meine Fragen:
Sind die von mir beschriebenen Probleme bei meinen recht hohen Glasstärken und einem "plötzlichen" Hinzufügen eines um 2 Dioptrien schwächeren Nahbereichs normal? Ich hatte nie eine Lesebrille und wahrscheinlich hat mein Gehirn nun eine Menge zu tun...
Oder kann es sich hier auch um einen Fehler bei der Anfertigung der Brille handeln, der sich nur im Mittel-/Nahbereich auswirkt, denn wie gesagt: draußen ist alles gut...
Der Optiker hat übrigens alle notwendigen Parameter für die Hoyalux ID MyStyle V+ Gläser handvermessen (d.h. mit Milimetermass, Schiebelehre, etc. aber ohne irgendwelche 3D-Laser-Geschichten oder sonstige Geräte).
Auch die finale Glasbestimmung selbst hat er mit sehr viel Ruhe und Zeit manuell gemacht (d.h. mit einem speziellen Brillengestell auf meinem Kopf, in das er aus einem Koffer unterschiedlichste Gläser/Komponenten eingelegt und gedreht hat, bis alles gut war). Er sagte mir, dass er in den letzten 15 Jahren nur bei 2 Kunden dauerhaft keinen Erfolg mit einer Gleitsichtbrille hatte und auch für meine Frau hat er eine angefertigt, mit der sie hervorragend zurecht kommt.
Ist es möglich, dass ich nach 2-4 Wochen Eingewöhnung auch im Nahbereich wieder scharf (d.h. ohne Schleier oder Verwaschung oder Verzerrung/Verzeichnung) sehe und der Schärfebereich, den ich aktuell bei ca. 40 cm Entfernung zum Monitor in der Größe eines Euro-Stücks wahrnehme, sich wenigstens noch ein wenig vergrößert?
Ich bin momentan recht verzweifelt, da ich so kaum arbeitsfähig bin...
Vielen Dank im voraus für jeden Hinweis, der mir mehr Orientierung gibt!
Michael


