Ich wende mich auch relativ ratlos an euch.
Es geht um meinen Sohn (6 Jahre). Er schielt (innenschielen) seit ca. 3 Jahren. Bei den ersten Tests damals hatte er wohl noch ein räumliches Sehen (er griff z.B. nach den Fliegen Flügeln). Er bekam seine erste Brille und wir stellten fest, dass er mit Brille nicht schielte, nur, wenn er sie abgenommen hat.
Als er ca. 4 war, wurden wir nach München (Klinikum rechts der Isar, Dr. Klopfer) geschickt um eine OP abklären zu lassen.
Dort hat man uns empfohlen erst mal mit dem Abkleben zu beginnen. Sein gutes Auge wurde seitdem täglich ca. 1-2 Stunden abgeklebt (machen wir immer noch). Die Sehstärke des schwachen Auges hat sich seitdem sehr verbessert.
Es bestand dann der Verdacht, dass er nur "in der Nähe" schielt und er bekam eine bifokale Brille...anfangs mit Erfolg (schielen besserte sich)...dann schielte er auch damit, wir kehrten zurück zu einer normalen Brille.
Letztes Jahr waren wir dann wieder bei Dr. Klopfer zur Kontrolle. Dort hatte er dann einen niedrigen Schielwinkel und man sagte uns wir sollen in einem Jahr wieder kommen...
Wir waren mit ihm regelmäßig ca. alle 3 Monate beim Augenarzt um nichts zu verpassen...
Ich muss dazu sagen, dass sein Schielwinkel immer extrem schwankte, manchmal nahezu unauffällig, dann wieder extrem sichtbar.
Teilweise hatte er Doppelbilder nun aber seit ca. einem Jahr keine Doppelbilder mehr.
Nun waren wir letzte Woche wieder in München zur Kontrolle und dort wurde uns nun zu einer OP geraten. Wir haben nun einen Termin im Oktober.
Wir wurden darauf hingewiesen, dass er ein räumliches Sehen bzw. stereo Sehen nicht mehr erlangen wird.
Ich verstehe im Moment nur noch Bahnhof. Ist das richtig, dass er eigentlich immer nur ein Auge aktiv nutzt und das andere unterdrückt? Ist es richtig, dass die OP nur die Augenstellung, kosmetisch verändert und der Einfluss auf sein Sehen eher gering ist?
Ich verstehe auch schon die Grundlage des räumlichen Sehens nicht (z.B. wenn ich mir ein Auge zuhalte sehe ich ja immer noch räumlich, oder? )
Welche Einschränkungen wird er dadurch in seinem Leben haben?
Gibt es für uns noch andere Möglichkeiten?
Als ich auf eine Prismenbrille zu sprechen kam, wurde uns nur gesagt, die treibt in einen größeren Winkel und hätte bei ihm keinen Nutzen.
Es wird nur einen Tag vor der OP getestet, wie er auf die Prismenbrille reagiert.
Ich würde mich sehr über Rückmeldungen freuen.
Liebe Grüße Bettina

