Hallo,
ich habe eine zweieinhalb Jahre alte Tochter, die sehr weitsichtig ist und stark schielt. In diesem Forum habe ich mich angemeldet, um eine unabhängige Meinung zu der Behandlung unserer Augenärztin zu erfahren.
Unsere Tochter kam per Notkaiserschnitt unter Vollnarkose zur Welt, da meine Frau wegen des HELLP Syndroms sehr schlechte Leberwerte hatte. Sie hatte über einen Zeitraum die HELLP Symptome, doch unsere Hebamme hat nichts erkannt. Als es ihr sehr schlecht ging und die Blutwerte kontrolliert wurden, wurde noch am selben Tag das Kind geholt. Dies geschah zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Laut Kinderarzt in der Klinik war aber mit dem Kind alles in Ordnung. Das einzige, was rückblickend bemerkenswert erscheint, war dass sie das linke Auge, das heutige Schielauge, die ersten beiden Lebenstage fast nie aufmachte. Da sie unser einziges Kind ist, kann ich bis heute nicht einschätzen, ob das irgendeinen Informationsgehalt hat.
Wir hatten relativ früh, so ab dem fünften Lebensmonat, den Verdacht, dass unsere Tochter mit den linken Augen nach innen schielt. Zwei Augenärzte taten dies schnell als Illusion ab, erst die dritte Ärztin bzw. deren Orthoptistin bestätigte unsere Vermutung. Zudem wurde eine Weitsichtigkeit von +6 Dioptrien auf beiden Augen gemessen. In keinem Familienzweig ist uns eine Vorbelastung dieser Art, weder starke Weitsichtigkeit, noch Schielen, bekannt.
Unsere Tochter bekam also mit 13 Monate ihre erste Brille in der Stärke +3. Zudem klebten wir täglich für eine Stunde das rechte Auge ab. Die Brille hat das Schielen sehr stark reduziert. Dazu gleich mehr. Wir sind alle drei Monate zur Kontrolle, nach sechs Monaten wurde wieder getropft. Im Laufe dieser Zeit wurde die Gläserstärke immer wieder erhöht. Von +3 auf +3,75 und dann auf +4,5. Wir hatten das Glück, dass sie die Brille von Anfang an sehr gut akzeptierte und nur auszog, wenn sie uns zeigen wollte, dass sie müde war. Sie hat sie also immer getragen.
Im Februar diesen Jahres wurde zum dritten Mal unter Augentropfen (Atropin?) kontrolliert und auf dem rechten Auge +6,5 und links +6 gemessen. Die Brille wurde auf rechts +5,5 Zyl -1 und links +5 angepasst. Zu diesem Zeitpunkt war es so, dass ohne Brille das Schielen mal rechts, mal links war, also schnell wechselte, je nachdem wo sie hinschaute. Wir haben somit auf Anweiung der Orthoptistin hin angefangen, abwechselnd jeweils eine Stunde abzukleben. Mittlerweile glaube ich aber, dass wieder nur noch das linke Auge schielt. Wenn sie die Brille zum Beispiel beim Baden oder beim Umziehen aus hat, erscheint manchmal alles normal. Schaut sie aber aber woander hin, wandert das linke Schielauge sehr weit nach innen.
Bei der letzten Kontrolle Anfang Mai erschien erst einmal alles Bestens. Die Sehschärfe habe auf beiden Augen gut zugenommen (Aussage: um 20%; getestet mit immer kleiner werdenden Apfel, Kreis, Haus und Quadrat Symoblen) und den Test für räumliches Sehen (raue, gemusterte Karte mit sich abhebenden Symbolen) bestand sie auch.
Allerdings war uns etwa eine Woche zuvor ein neues Verhalten aufgefallen, dass zum Glück auch die Orthoptistin gesehen hat: wenn unsere Tochter etwas sehr nah anschaute, kniff sie zuerst kurz das Schielauge zu, dann wanderte trotz Brille das Auge relativ weit nach innen. Die Orthoptistin meinte, dass wir das beobachten sollen und deswegen schon in zwei Monaten wieder kommen sollten. Dann werde getestet und eventuell eine Bifokalbrille verordnet. Dieses Kneifen und dann Schielen ist allerdings nicht immer akut. Nach dem Augenarzttermin trat es eine Woche nicht wieder auf, danach kurzzeitig verstärkt und nun scheint wieder besser zu sein. Gestern Abend knief sie beim Abendessen kurz das Auge zu, obwohl sie nicht nah schaute. Wir haben auch den Verdacht, dass es manchmal mit hellem Licht zu tun hat. Zudem macht sie in letzter Zeit auch einen sehr heftigen Schub durch. Sie bekommt die letzten, hinteren Backzähne und war in den letzten Tagen auch noch krank und recht matt.
Vielleicht hat es jemand bis hierhin durchgehalten
Im Grunde interessiert mich einfach, ob wir Eurer Meinung mit der Behandlung auf dem richtigen Weg sind? Unsere Tochter ist sehr lebhaft, liest liebend gerne Bücher, entdeckt die kleinsten roten Milben auf der Mauer oder sieht die Vogel in der Ferne am Horizont. Sprich, wir erkennen glücklicherweise keine Einschränkung. Natürlich hoffen wir, richtig betreut zu werden, denn wir wünschen uns, dass sie auch ihr räumliches Sehen behält.
Vielen Dank für den Meinung oder Tipp
Herzlichst
Oliver
br /
