Hallo liebes Forum,
ich bin sehr froh, diese Seite gefunden zu haben und habe schon viel in dem Forum gestöbert, aber nun brauche ich doch Eure Hilfe.
Es geht um unsere Tochter. Sie ist gerade 4 Jahre alt geworden. Seit ca. Februar 2013 ist mir aufgefallen, dass sie ab und zu mit dem rechten Auge nach innen schielt. Es war aber sehr selten und unauffällig.Mittlerweile ist es allerdings nicht mehr zu übersehen. Sie schielt oft, vor allem wenn sie müde ist.Es gibt aber auch Phasen, in denen sie –zumindest sieht es für uns so aus- nicht schielt. Im April haben wir dann endlich einen Termin in einer Sehschule bekommen und dort wurde folgendes festgestellt:
Strabismus conv. Dexter
Fernvisus: RA 0,5 LA 0,6
Leichte Hyperopie
Binokularsehen: nein
Stereosehen: nein
Strabismus: rechts convergens
Ambylopie: rechts
Räumliches Sehen könne man nicht testen, da sie ja schiele, sagte man mir. Wir sollten für 1 Std. das linke Auge abkleben und zum Tropfen wieder kommen.
Nach 3 Wochen waren wir dann wieder in der Praxis und unsere Tochter hat im Abstand von 10 Minuten je einen Tropfen in jedes Auge bekommen. Die Untersuchung fand dann nochmals 35 Minuten später statt. Die Orthoptistin stellte dann folgende Werte fest:
Auf beiden Augen: + 2 Dioptrien
Und meinte, dass sie keine Brille benötige. Wir sollten das Abkleben auf 2 Std. erhöhen und in 3 Monaten wiederkommen.
Dann passierte folgendes: Am 02. Mai nahm unsere Tochter nach 1 Std. 15 Min. das Pflaster ab und war vollkommen irritiert. Sie sah sich erstaunt um und sagte uns, dass sie alles doppelt sähe.Mit dem nicht abgeklebten Auge schielte sie extrem nach innen. Dieser Zustand hielt eine Stunde an, dann ist sie zu Bett gegangen. Am nächsten Morgen sah sie nur noch kurz doppelt (da bin ich mir aber nicht so sicher, ob sie mir auf mein Nachfragen richtig geantwortet hat –sie ist immerhin erst vier Jahre alt) und dann waren die Doppelbilder weg. Ich habe die Orthoptistin sofort angerufen, aber die meinte bloß, dass das so okay ist und ich müßte mir keine Sorgen machen.
Ich mache mir aber große Sorgen, ob das alles so richtig ist. Ich möchte einfach nichts falsch machen. Schließlich geht es um die Sehkraft und auch um das Binokularsehen der Kleinen.
Also sind wir wegen einer zweiten Meinung in die Augenklinik gefahren. Dort bekamen wir folgenden Bericht mit:
Diagnose: Strabismus convergens dexter, Amblyopie dexter, bds. Hyperopie, Astigmatismus
Allgemeinanmnestisch ehemalige Frühgeburt (34 SSW)
Visus s.c.: RA 0,5 LA 0,8 LH-Sehzeichen
Covertest: F/N Strabismus convergens dexter, strenge Linksführung
Prismen-Covertest: F/N +40^
Konvergenz: intakt
Bagolini: Nähe Exklusion rechts
Motilität: unauffällig
Pupillenreaktion: direkt, indirekt unauffällig
Objektive Refraktion in Cycloplegie: RA +2,75-0,75/160°
LA +2,75-0,75 /10°
Fundus bds.: Pupille vital, randscharf, keine Exkavation, Makula unauffällig, Netzhaut anliegend
Vorderabschnitte bds.: Brechende Medien klar, transparent
Procedere:
Empfehlung Ordination einer Brille mit folgenden Werten RA +2,25-0,75/160° LA +2,25-0,75/10°
Okklusionsbehandlung täglich 3-4 Stunden links.
Den Bericht habe ich aufgrund der zahlreichen Fachausdrücke immer noch nicht ganz verstanden.
Wir also mit dem Bericht wieder zu unserer Orthoptistin und diese hat nun doch eine Brille verordnet. Die Hornhautverkrümmung kann sie allerdings nicht nachvollziehen. Sie meint, das käme von dem automatischen Apparat, in den unsere Tochter reingucken musst. Sie messe auf dem herkömmlichen Weg und da sähe sie keine Hornhautverkrümmung.
Lt. Orthoptistin soll unsere Tochter die Brille ohne Zwang tragen so viele Stunden am Tag wie sie selber mag.Sollte sie nun doch nicht so begeistert von der Brille sein, dann sollen wir darauf achten, dass sie die Brille morgens und nachmittags jeweils 2 Stunden trägt. In 3 Monaten will sie dann bei einem Kontrolltermin prüfen, ob sich der Schielwinkel verkleinert hat. Wir haben die Brille direkt bestellt und können sie in 14 Tagen abholen. Außerdem sollen wir bis zur Kontrolle die Abklebezeit auf 3-4 Stunden erhöhen.
Desweiteren wird es wohl lt. Orthoptistin auf eine Schiel-OP hinauslaufen und sie möchte uns Anfang 2014 in die Uniklinik Köln überweisen. Hat dort jemand gute oder auch schlechte Erfahrungen gemacht?
Gibt es eine gute Klinik, die empfohlen werden kann?
Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht, warum unsere Tochter auf einmal begonnen hat zu schielen. Sie ist 6 Wochen zu früh geboren und aufgrund ihrer Frühgeburtlichkeit sind wir mit ihr als sie ca. 1 Jahr alt war schon einmal bei einem Augenarzt gewesen. Dort bekam sie auch Tropfen in die Augen. Was dann allerdings genau untersucht wurde, weiß ich leider nicht. Man sagte uns nur, dass alles in Ordnung sei.
Man liest ja auch viel davon, dass Kinder nach Stürzen schielen. Und ja, wenn ich so zurückdenke, sie ist im Oktober 2012 richtig heftig auf den Hinterkopf gefallen. Das Schielen ist uns aber erst im Februar 2013 aufgefallen. Auf Bildern –ich habe mir etliche angeschaut- habe ich allerdings bereits ein Foto von November und Dezember gefunden, auf dem der „Rote-Augen-Effekt“ auf ein Schielen hindeutet.
Jetzt ist mein Beitrag sehr lang geworden. Ich hoffe, Ihr habt trotzdem Interesse, ihn komplett durchzulesen.
Ich bin wirklich verzweifelt und möchte nichts falsch machen. Ich kenne mich aber immer noch zu wenig aus, um beurteilen zu können, ob wir in der Sehschule in guten Händen sind und ob dieser Weg (Abkleben, Brille, Schiel-OP) der Richtige ist.
Ich bin wirklich für jeden Hinweis sehr dankbar!
Herzliche Grüße,
Domino


