Seit ca. 3 Wochen sehe ich die Welt erstmals (soweit ich mich erinnern kann) mit beiden Augen und neu auch mehr oder weniger stark in 3D! Ein riesiges Geschenk mit 46 Jahren!
Meine Eltern bemerkten meine Fehlsichtigkeit, als ich ungefähr im Kindergartenalter war: Ich schielte ein wenig; und der Sehnerv meines linken Auges war bereits dermassen verkümmert, sodass ich nur noch 5 % sehen konnte. Intensive Sehschule, Augenabkleben und Brille halfen mir, dass das linke Auge wieder an Sehkraft gewann. Aber ich blieb stereoblind.
An einem Sonntag während dieser Sommerferien besuchte ich zusammen mit Frau und Sohnemann als Schlechtwetterprogramm Ice Age 4 in 3D-Kino. Ich hoffte, vielleicht doch in klitzekleines 3D-Effektchen sehen zu können. Aber fast nichts! Doch nach der Vorstellung sah ich die Welt für etwa 20 Minuten völlig neu! Brillante Farben, tolle Reflexe und irgendwie so neue räumliche plastische Effekte! Wow, aber danach war es auch schon wieder weg.
Der Effekte war zwar verschwunden, aber mein linkes Auge „meldete“ sich in den nachfolgenden Tagen vermehrt. Deshalb besuchte ich eine Woche später mit Sohnemann erneut einen 3D-Film. Wieder schlechtes Wetter aber schöne 3D-ähnliche Effekte nach dem Kinobesuch. Ich begann, mehr mit beiden Augen zu sehen, und langsam bekamen einzelne Objekte auch mehr räumliche Formen. Das war fantastisch und gab mir Mut und Entschlossenheit, es noch ein drittes Mal zu versuchen.
Vor 3 Wochen gab es dann einige Momente, wo ich bereits im Alltag etwas 3D sehen konnte. Ich suchte dann nach meiner alten Brille, die ich vor etwa 10 Jahren erworben hatte, mir aber damals ausser Kopfweh und Schwindelgefühle bisher nicht gebracht hatte. Und siehe da: 3D in Real Life! Das nach über 40 Jahren!
Mit beiden Augen räumlich sehen zu können, ist viel schöner, als ich mir dies früher vorstellen konnte; nahe Gegenstände erscheinen greifbar und viel näher, die Farben leuchten intensiver, Formen und Materialstrukturen kommen zum Vorschein. Auch die Bewegungen der Leute, der Fahrräder und der Autos wirken plötzlich auch ruhiger und fast etwas in „Slow Motion“. Ich sehe Steinchen, Krümmel und Unebenheiten am Boden, die vorher je nach Winkel und Farbe für mich kaum sichtbar waren. Alles sieht schöner und krasser aus: Die Umgebung, das Essen, sogar ein verknittertes Wäschehäufchen oder eine „Kabelsalat“ können nun zur visuellen Attraktion werden. Man bewegt sich sicherer und kann Gegenstände und Bälle u. ä. besser räumlich einordnen und ergreifen. Bin plötzlich viel näher am Gehehen! Ich entdecke laufend Neues, und die Effekte nehmen – vor allem im Laufe des Tages – noch zu.
Mein Augenarzt hatte keine Erklärung für meine plötzliche Heilung; es ist jedoch auch nicht sein Spezialgebiet. Er wollte da auch nichts weiter abklären oder unternehmen… Das Buch von Sue Barry hat mir weitergeholfen.
Ich bin überaus glücklich und dankbar nun die Welt in dieser faszinierenden neuen Dimension erleben zu können! Gott und Hollywood sei Dank!
Aber das Ganze ist noch sehr wackelig manchmal habe ich die 3D-Sicht bereits am Morgen; manchmal erst gegen Abend; langsames Gehen im Wald tut gut.
Am Wochenende war ich total erschöpft (vom neuen Sehen und von der Arbeit); dann war gestern mit räumlichen Sehen Feierabend. Ging um 8 bereits ins Bett; total müde. Heute ist wieder ziemlich gut auch mit dem Sehen.
Habe mich jetzt fürs Visualtraining angemeldet. Hoffe, das sich mein Sehen noch mehr stabilisieren und verfeinern lässt 
Tom


