Das ist schon recht so. Bei Bedarf gebe ich gerne Hinweise.
Leider ist die MKH keine Kassenleistung und ein Augenarzt ist richtig beraten, wenn er solche Leistungen grundsätzlich privat (als igel-Leistung) honoriert. Dann gibt es Ärzte, die sich deshalb auf eine Privatarztpraxis einlassen und so abrechnungstechnisch klare Verhältnisse schaffen. Manchmal auch aus einer Not heraus, denn Kassenärzte und Igelleistungen sind sehr engen Kriterien unterworfen, dass verursacht in der Praxis und im Klientel immer neu nicht geringe Fragen, die in einer Privatarztpraxis außen vor sind.
Jeder beschrittene Weg ist mutig, denn ein Arzt, der sich intensive auf MKH und Binokularstörungen verlegt, hat gegenüber anderen Bereichen mit nur geringen Punktwerten, aber einem erhöhten Zeitfaktor zu kämpfen und dies gilt nochmals stärker bei OP´s derselben, Techniken, die zwar besser, aber aufwändig durchzuführen sind, werden nicht, oder kaum besser honoriert. Deshalb ist man hier häufig beim Privatarzt sicherer, dass mit der jeweils geeigneteren Methodik die OP durchgeführt wird. Woanders kann man nur darauf hoffen (Uni), bzw. man hat diesbezüglich persönlich sehr gute Referenzen.
Nur mal ein banales Beispiel: OP-Wert unter / bis ca. 16,0 Prismen.
Ausführung a) als Einmuskel-OP an einem Auge, zur Durchführung: gelangen mehrere Varianten, die allesamt weniger risikoaufwändig sind und teilweise sogar auf das Durchtrennen eines Muskels verzichten. Folge: Die kardanische Aufhängung des Auges wird teils verspannt, der operierte Muskel teilweise stärker in der Funktion gehemmt.
In der von der MKH bevorzugten OP-Technik b) wird an einem Auge, aber beidseitig an zwei Muskeln operiert. Die korrigierten Muskelstrecken fallen am Einzelmuskel deutlich geringer aus, Verspannungen in der Aufhängung und in der Beweglichkeit sind auch schon direkt nach OP nur gering. Dadurch und zusätzlich durch die Art der Nahttechnik deutlich geringere Narbenbildung, was selbst Mehrfach-Ops am gleichen Muskel nicht groß behindert vorallem aber den Gebrauch in der Beweglichkeit nicht einschränkt, ein heikles Thema, wenn dies passiert.
Nachteile: Die OP an zwei Muskeln birgt theoretisch ein höheres Risiko und verlangt vom Operateur mehr Fingerfertigkeit und Präzision. Sowie den doppelten und teilsauch höheren Zeitaufwand beim Eingriff und bei der Narkose. Gerade dies beißt sich mit einer miesen Kassenleistung bei Schiel-OPs, z.B. im Gegensatz zu den Cat.-OP´s. denn Schielbehandlungen haben in der Augenheilkunde nur einen niedrigen Stellenwert und ein entsprechend vernachlässigtes Punkteschema. Auch deshalb finden sich nur wenig engagierte Anwender.
Dies gilt entsprechend auch bei anderen Wertevorgaben. Bei höheren Werten wird so teilweise lieber an zwei Augen nur je ein Muskel operiert. Auch das ist erstmal simpler und hat die prinzipiellen Nachteile der Einmuskel-OP.
Der wichtigste Faktor dabei ist aber, dass die Balance in der Fixierung grundsätzlich erstmal stärker gestresst wird und eine langfristig angedachte und verfolgte perfekte bizentrale Fixation nach solchen nicht optimal geplanten und erfolgten Eingriffen unnötig zurück geworfen wird. Die so gesparten Kosten werden dann über Brillen vielleicht sogar mehrfach wieder ausgegeben, oder man begnügt sich letztlich nur mit einem weniger an Sehen, was jetzt einfach schade wäre.
Übrigens, durch ein bischen googlen habe ich (aber auch andere Schreiber) weitere Aspekte beschrieben, die bis heute falsche bzw. ungenaue Ergebnisse erzeugen könnten.