Hallo,
ich soll demnächst beidseitig operiert werden und bin auf der Suche nach Informationen zu Schiel-OPs auf dieses Forum gestoßen.
Nach Recherche im Internet und dem Lesen einiger Beiträge hier bin ich verunsichert, ob die geplante OP sinnvoll ist.
Seit 17 Jahren liegt eine Trochlearis-Parese rechts vor, vermutlich verursacht (ein Verdacht, gesichert ist es nicht) durch ein Neurinom am 4. Hirnnerven (Nervus trochlearis).
Ein MRT des Kopfes hat diesen Verdacht erbracht.
Die Merkmale der Trochlearis-Parese wie Vertikal- und Zyklodeviation und Kopfzwangshaltung liegen ausgeprägt vor.
VD im Aufblick 5 Grad
VD im Abblick 13 Grad
ZD im Abblick mitte 5 Grad
ZD im Abblick rechts unten 10 Grad
Der Schielwinkel hat sich in den letzten Jahren sukzessive vergrößert.
Auch durch extreme Schiefstellung des Kopfes ist mittlerweile keine Doppelbildfreiheit mehr zu erreichen, egal in welcher Blickrichtung. Deshalb bleibt mir nur ein Zukneifen eines Auges übrig, um wenigstens monookular einfach sehen zu können.
Mein Augenarzt hat mir zu einer Schiel-OP geraten.
Die Voruntersuchung fand in einer namhaften Klinik in Berlin statt (Charite).
Zunächst wurden diverse Cover- und Uncover-Tests durchgeführt.
Anschließend wurden die Schielwinkel an der Harmswand durch eine Orthoptistin ausgemessen und dokumentiert.
Diese Art der Untersuchung mit Dokumentation hatte bisher noch nie stattgefunden, sodass ich natürlich keine Vergleichswerte für die letzten 17 Jahre habe.
Da die Chefärztin verhindert war, musste ein zweiter Termin angesetzt werden.
Sie plant den rechten M. obliquus superior durch Faltung zu stärken und gleichzeitig den linken M. rectus inferior durch Rücklagerung zu schwächen,
also eine Operation nach dem Prinzip der Gegenparese.
Damit soll Doppelbildfreiheit im zentralen Sehfeld ohne Kopfzwangshaltung erreicht werden.
Weitere Messungen oder Prismentrageversuche gab es nicht.
Anschließend sollte gleich ein Operationstermin vereinbart werden.
Ich habe mir aber Bedenkzeit erbeten.
Eine Recherche im Internet ergab, dass eine derartige Operation üblicherweise durch eine kombinierte Operation an den M. obliquus superior und M. obliquus inferior erfolgt.
Die geplante Operation würde die Zyklodeviation nur unzureichend reduzieren.
Da sind doch weitere Schiel-Ops vorprogrammiert.
Ich würde mich freuen, hierzu noch mal einen Expertenrat der Moderatoren zu bekommen.
Vielleicht gibt es ja ähnlich gelagerte Fälle.
Meine Fragen sind nun folgende:
Ist die Untersuchung/OP-Vorbereitung ausreichend gewesen ?
Worum handelt es sich bei dem Prismenaufbau, der oft erwähnt wird ?
Gibt es Erfahrungen mit dieser Klinik (Charite in Berlin ) ?
Lohnt es sich eine zweite Meinung z.B. in der Uniklink Gießen einzuholen und wie sind die Erfahrungen dort ?
Ist die OP beider Augen wie vorgeschlagen überhaupt ratsam ?
Eine Operation nur an einem Auge müsste doch risikoloser und einfacher sein.
Wie sind die Erfolgsaussichten einzuschätzen ?
Schon mal herzlichen Dank.
Viele Grüße
