Hallo Experten und Mitschielende 
seit einem Jahr schleiche ich hier ab und zu durchs Forum und überlege, meinen Fall mal zu posten. Heute habe ich mich nun endlich angemeldet. Mein Leidensdruck ist teils ziemlich hoch, aber es herrscht immer das Gefühl vor: da kann man eh nichts machen. Ich war bei so vielen Augenärzten in den letzten Jahren, aber so richtig informiert fühle ich mich dennoch nicht und bin daher unsicher, ob ich noch etwas versuchen soll.
Aber erstmal die Problemschilderung:
Ich bin w, 33 J., schiele mindestens seit dem 2. Lebensjahr, Brille auch da so ca. bekommen, im Kindergartenalter Abklebung, im Schulalter OP von meinen Eltern abgelehnt (aaargh!), lange Jahre aber auch mit Brille nicht sichtbar geschielt, also keine psychische Belastung gehabt. Sehleistung aber immer schlecht, auch kein Stereosehen wohl.
Nun aber seit ca. 5 Jahren deutliche Verschlechterung - ich schiele nun auch mit Brille deutlich und habe die Augenstellung nicht wirklich unter Kontrolle oder im Gefühl - weiß also nie, ob ich gerade schiele oder nicht, was seeeehr verunsichernd ist in der Arbeit mit Menschen. Beim Sehen habe ich auch oft ein ungutes Gefühl, kann nicht recht fixieren, obwohl ich scharf (also im Rahmen meiner eingeschränkten Möglichkeiten) sehe, ganz schwer zu beschreiben, es ist, als ob sich die Augen gegenseitig stören und sich nicht einigen können.... das alles erst in den letzten Jahren wie gesagt.
Besonders auf Fotos und im Spiegel bin ich schockiert beim Anblick meines Blicks, während meine (wohl zu lieben) Mitmenschen betonen, dass es kaum auffalle... ich weiß nicht. Jedenfalls fühle ich mich jetzt psychisch sehr belastet.
Daraufhin war ich bei einem ersten AA, der rundweg sagte: da geht gar nichts mehr, OP nicht möglich wegen entstehender Doppelbilder. Die zweite räumte immerhin die Möglichkeit einer OP auch für Erwachsene ein und verwies mich an das Benj.-Franklin/Berlin. Dann erstmal 4 Jahre Pause wegen Familienplanung. Vor einem Jahr bei einem AA bzw. seiner Orthoptistin gewesen. Das Ergebnis, das sie der Überweisung in die Klinik beifügte:
Ferne: um 25°
Nähe: schwankend, es werden immer wieder EB (Einstellbewegungen?) gemacht!
Konvergenz und Stereosehen negativ / vorwiegend li
Bevorzugte Re-f, kann alternieren
Strabismus convergens mit Re-f; Myopie; Astigmatismus
Zur Frage der Operation in die Klinik geschickt.
Was heißt Re-f? Dass ich bevorzugt mit rechts schaue? (in der Zeile drüber steht aber links?) Hier entsteht bei mir ohnehin immer ein seltsamer Seheindruck: ich selbst habe das Gefühl, mehr mit links zu schauen und konnte es bei dem ersten AA vor Jahren gar nicht glauben, als er mir per Handabdeckung und der folgenden Einstellbewegung bewies, dass ich tatsächlich mit rechts schaue. Mein Seheindruck sagt mir immer "links". Irgendwie scheint das linke Auge aber doch mitzuarbeiten, denn wenn ich einen Punkt mit rechts fixieren will, während eine Hand mein linkes Auge abdeckt, stört mich der teilweise Seheindruck der Hand im Bild. Umgekehrt kann ich aber sehr gut komplett auf links umschalten und die Hand vor dem rechten fast vollständig ausblenden. Wie kommt das zustande?
Die Orthoptistin hielt mir noch diesen Prismenstab (?) vor die Augen und meinte, das brächte nichts. Wofür sind Prismen eigentlich genau - gibt man die nur, wenn man damit Stereosehen erreicht, oder stellen sie auch die Augen gerade - ästhetisch, wie man so leichthin sagt? Ich schiele also zu stark, um sie überhaupt irgendwie gerade zu bekommen???
Dann murmelte die Orthoptistin noch etwas über eine Lidfalte, die verkürzt/verengt (ich weiß das Wort nicht mehr) sei - hat das nun etwas mit der Augensache zu tun oder wie ist das zu verstehen? Meine Lider sehen für mich ganz normal aus.
Und schließlich: ist es eher wahrscheinlich, dass eine Schiel-OP meine Augen gerade stellt (ich weiß, dass ich kein Stereosehen mehr bekommen werde, aber das brauch ich auch nicht - ich kenne es nicht anders) - mir geht es nur um die "Äußerlichkeiten", ich möchte aber natürlich auch keine dauerhaften Doppelbilder als Preis zahlen.
A propos Preis: zahlt die Krankenkassen diese OP?
Und ist das Benj.-Franklin ein gutes Klinikum bzgl. dieser Problematik oder hat jemand einen anderen Tipp oder Erfahrung in Berlin (gerne per PN)? Kann man eigentlich auch ohne Überweisung einen Termin in der dortigen Sehschule bekommen? Meine ist gerade abgelaufen...
Meine Gläserstärken momentan: re -6,75 -1,25 // li -4,25 -2,00
Die Verschlechterung ist nie zum Stillstand gekommen, obwohl die Ärzte früher immer meinten, das sei mit Mitte 20 dann der Fall. ich will gar nicht wissen, wie das endet.
Dazu noch die Frage: gibt es (Laser-?)OPs, die diese Werte bedeutend verbessern könnten? Ich habe laut Brllenverordnung einen Visus von 0.5/0.6
Ich wäre sehr dankbar für ein paar Informationen oder Erklärungen für meine Fragen. ich muss zugeben, ich habe mich mit meinen Augenproblemen nie wirklich befasst, so dass ich jetzt wenig Ahnung von der ganzen Thematik habe, obwohl es mich so sehr betrifft.
Viele Grüße,
Schiila

