Hallo liebe Forenmitglieder,
ich bin vor einiger Zeit durch Zufall auf dieses Forum gestoßen und habe hier sehr viel interessantes gelesen. Nun hoffe ich, dass ihr mir einen Rat geben könnt.
Es geht um meinen mittlerweile 9-Jährigen Sohn. Er trägt eine Brille seid er 8 Monate alt ist. Uns kam es damals so vor, als würde er nach innen schielen, deshalb hat uns unser Kinderarzt an einen Augenarzt verwiesen. Dort wurde dann zuerst geschaut von einer Orthoptistin ob er schilet, was sie verneinte. Dann wurden die Augen getropft und festgestellt das er Weitsichtig ist und eine Hornhautverkrümmung hat. Da diese auf einem Auge stärker ausgeprägt ist als auf dem anderen sollte er eine Brille tragen. Die genauen Werte der ersten Brillen weiß ich nicht mehr, müsste ich nachschauen. Allerdings bekam er immer ca. 1 Dioptrie weniger verordnet als gemessen. Uns wurde gesagt das sei so üblich. Unser Sohn trug die Brille vom ersten Tag an sehr gut und konsequent, heute gehört sie zu ihm wie Schuhe oder Hose. Das Innenschielen konnten wir mit der Brille nicht mehr beobachten. Auch feinmotorisch hat er sich seitdem super entwickelt.
Auch in der Schule gab es in den ersten 2 Jahren überhaupt keine Auffälligkeiten, abgesehen davon das ihm die Konzentration manchmal etwas schwerfällt.
Jetzt im 3. Schuljahr tauchen plötzlich Probleme auf. Er macht auf einmal Fehler im Diktat, die vorher nicht da waren, er läßt beim abschreiben Buchstaben, oder ganze Wörter aus, er vertauscht beim abschreiben die Zeilen. Und seine Konzentrationsfähigkeit nimmt auf einmal ab. Sein Schriftbild hat sich dramatisch verschlechtert. In der 2. Klasse hatte er eine der schönsten Schriftbilder der Klasse. Heute ist seine Schrift kaum zu lesen an manchen Tagen. Außerdem liest er nichtmehr so gut.
Das alles hat uns, und die Lehrer sehr verwundert. Wir wurden sogar gefragt ob es innerfamiliäre Probleme gibt. Seid gut einem halben Jahr bekommt er jetzt Förderunterricht und wir üben auch zu Hause vermehrt. Erfolge stellen sich aber kaum ein.
Nun hat mein Sohn vor einigen Wochen beim Üben zu Hause zu mir gesagt:"Jetzt geht schon wieder die doofe Linie weg". Ich habe ihn gefragt was er meint und er hat mir dann erklärt das immer wieder beim schreiben die eine Linie nach unten wegwandert. Sofort haben wir einen Termin beim Augenarzt gemacht.
Nach einer normalen Untersuchung beim Doc und anschließend der Orthoptistin kam zunächst nichts heraus. Die Brille stimmt und mein Sohn kann damit super sehen. Das stimmt auch. Er erreicht sowohl in der Nähe als auch in der Ferne einen Visus von 1,2 auf beiden Augen einzeln und zusammen. Als ich dann auch nochmal der Orthoptistin das "Weggehen" der Linien schilderte untersuchte sie nochmals in der Nähe. Unser Sohn hätte wohl ein leichtes Außenschielen in der Nähe von4°. Allerdings könnte man dieses nicht prismatisch korrigieren weil er dann in der Ferne Doppelbilder hätte. Außerdem könne er das super ausgleichen. Und schließlich hätten die Schulprobleme ja in der 1. und 2. Klasse nicht bestanden, könnten also nicht an den Augen liegen.
Seine aktuell gemessenen Werte sind folgende:
R: +3,25 +1,75 4°
L: +3,25 +1,0 176°
Seine Brille hat aktuell folgende Werte:
R: +2,25 +1,75 4°
L: +2,25 +1,0 176°
Damit bin ich dann erstmal wieder mit Sohnemann nach Hause und dort habe ich den PC angeschmissen und gelesen was das Zeug hält. Nun habe ich erstmal noch einen Termin bei einer Augenklinik hier in der Nähe gemacht um eine zweite Meinung einzuholen. Und je mehr ich hier im Forum gelesen habe umso klarer wird mir einiges. In der 1. und 2. Klasse waren die Linien zum schreiben größer, die Texte zum lesen waren kürzer und größer gedruckt. Vielleicht konnte er das noch ausgleichen, aber jetzt eben nicht mehr. Und vielleicht strengt es ihn so an, das deshalb die Konzentration leidet.
Nächste Woche habe ich den Termin in der Augenklinik. Nun würde ich gerne wissen:
Kann man die Weitsichtigkeit voll ausgleichen ohne das der Visus für die Ferne sinkt?
Wenn nein, würde es Sinn machen eine Bifokalbrille zu testen?
Kann man eine Bifokal-Brille fertigen bei der die prismatische Korrektur nur im Nahteil sitzt?
Wie "gering" sind 4°? ist das wirklich so wenig?
Über euren Rat wäre ich sehr dankbar. Ich hoffe ich habe einigermaßen verständlich geschrieben.
Viele Grüße Katja

