Hallo zusammen,
ich bin 45, schiele "schon immer" (links, nach aussen). Ich wurde letztes Jahr wegen grauem Star an beiden Augen operiert und leben mit einer Restkurzsichtigkeit (li -2.0 Visus 0.6, re 1.75, Visus 0.7 - 0.8). Früher war ich extrem kurzsichtig (einschließlich Cyl. etc. -16 Diopt. Visus li 0.4-0.5, re 0.5-0.6).
In der Uniklinik Köln wurde mir Mitte April eine Prismenfolie mit 30 Prismen verschrieben, die ich zunächst unregelmäßig trug, jetzt aber versuche, mind. 1 - 2 Stunden täglich zu tragen. Die OP ist für den 13. Juli anberaumt, eine Zwischenuntersuchung erfolgt am 13. Juni. Mit der Folie sehe ich bislang zu 90 % doppelt. Vereinzelt sehe ich schon mal Einzelnbilder. Dies aber nur recht kurz. Ich habe mir 2 Bücher über Augentraining bestellt ("Natürlich sehen" und "Die Kunst des Sehens: Was wir für unsere Augen tun können"). Nun, was mir auffällt ist, dass ich "einfache Bilder" in der Regel hinbekomme, wenn ich mit sehr entspannten halb geschlossenen Augen gucke. Allerdings geht dann auch nur "grobes", was man "beiläufig" sehen kann. Sobald ich versuche mit rechts (=Führungsauge) genau zu gucken, zu lesen oder sonstwas, wird das linke Auge nach links aussen weggedrückt. Das "Entspannte Gucken" funktioniert mit und ohne Prisma, im Nahbereich sogar besser ohne Prisma.
Was mir bei diesem "entspannten Gucken" auffällt, ist, dass sich meine Augen scheinbar geradeaus richten, ohne dass ich mich anstrengen muss, ich habe nicht den Eindruck, dass ich das linke Auge mit Kraft rüberziehen muss. Sobald ich "richtig" gucke, kommt Anstrenung rein.
Meine Fragen, die sich daraus ergeben. Kann dieses entspannte Gucken eine Basis für ein Augentraining sein? Macht eine SchielOP bei mir überhaupt Sinn, wenn ich eigentlich rein physisch gerade gucken kann und das Auge beim bewussten Gucken "nur wegdrücke?".
Mir ist das als Beifahrer bei einer Autobahnfahrt gestern aufgefallen: Augen "auf Halbmast", den Kopf etwas schräg nach links und dann "entspannt" auf die Mittelmarkierung geguckt. Die unterbrochenen Mittelmarkierungen nahm ich einfach war und auch vom Geschehen auf der Straße hatte ich ein Bild. Ich weiß allerdings - abgesehen von der Mittelmarkierung - was ich mit beiden Augen sah bzw. wo sich die Augen das Bild "aufgeteilt haben". Beim Versuch, ein Nummernschild mit beiden Augen zu lesen, sah ich - schwupdiewup - wieder 2 Nummernschilder - hhhmmmm.
Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen? Mit welcher Übung konnte ich anfangen, beidäugig zu gucken?
