Hallo Billa,
unter einer korrekt gemachten Refraktion versteht man die Ermittlung der bestmöglichen Werte für eine Korrektion.
Es gibt verschiedene Ansätze, wie man zu diesen Werten kommt, aber solange die gewählte Methode die Bedingung erfüllt, dass sie die bestmöglichen Korrektionswerte ermittelt, ist diese Methode auch "richtig".
Findet die verwendete Methode die bestmöglichen Korrektionswerte nicht, dann ist die Methode falsch.
Die Referenz zur Beurteilung ist hierbei die subjektive Refraktion (Uralt-Methode "Ist es so besser oder so?"). Dies bedeutet, es muss diejenige Gruppe von Werten (Sphäre, Achse, Zylinder) gefunden werden, die folgende Eigenschaft aufweist:
"Die ermittelten Werte bilden als Gruppe das Optimum. Jede weitere Änderung führt nicht mehr zu einer Steigerung sondern zu einer Verringerung des Visus."
Bei einer subjektiven Refraktion kann durch Ausprobieren von größeren aber auch von sehr kleinen Schritten bei jedem dieser 3 Werte
(Änderung der Sphäre in Plus- oder Minusrichtung,
Änderung des Zylinders in Plus- oder Minusrichtung,
Änderung der Achse in Plus- oder Minusrichtung)
bestätigt werden, dass jede Änderungen weg vom ermittelten Optimum zu einer Verschlechterung führen würden.
Damit ist dann bestätigt, dass die optimalen Werte gefunden waren.
Bei verschiedenen Beleuchtungssituationen können hierbei übrigens durchaus auch etwas unterschiedliche Werte optimal sein.
Dann gilt es, einen sinnvollen Kompromiss für die diversen Lichtverhältnisse zu finden.
Besonders hoher Bedeutung kommt dabei typischerweise die Beleuchtungssituation zu, die einer Nachtfahrt mit dem Auto entsprechen. (Für Leute, die nicht selbst Auto fahren, können natürlich andere Situationen ein größeres Gewicht bei der Kompromissbildung haben.)
Dies ist bei der Durchführung der subjektiven Refraktion natürlich entsprechend zu berücksichtigen. Eine in hellem Licht (= kleine Pupille) durchgeführte Refraktion ist zur Beurteilung der Nachtsicht schlecht geeignet. Dafür muss die Refraktion bei großer Pupille (also im Dunkeln) durchgeführt werden.
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Etwas untypisch bei deinem Fall ist, dass Du eine asphärische IOL implantiert bekommen hast.
Untypisch ist hier keinesfalls als Kritik zu verstehen.
Asphärische Linsen werden im Gegensatz zur sphärischen IOL üblicherweise nicht von den Krankenkassen bezahlt. Der Patient muss dann zumindest diese IOL selbst bezahlen, oft auch noch weitere Leistungen.
Das Hauptargument für eine asphärische IOL ist in aller Regel die "verbesserte Nachtsicht".
In vielen Fällen stimmt das auch.
Es stimmt dann, wenn die gewählte IOL
1.) das für das betreffende Auge passende Maß an sphärischer Aberration aufweist
2.) korrekt zentriert und ohne Verkippung im Auge implantiert sitzt.
Da viele Ärzte nur mit einem einzigen IOL-Anbieter zusammenarbeiten, kommen schon mal für den betreffenden Patienten suboptimale Linsen zum Einsatz. Insbesondere wenn Linsen mit erheblicher negativer sphärischer Aberration eingesetzt werden (oft bezeichnet als "aberrationskorrigierend" im Gegensatz zu "aberrationsneutral"), kommt es bei unpräzisen Zentrierungen der Linse sehr leicht zu einer unscharfen Abbildung, die den prinzipiellen Vorteil einer asphärischen Linse zu einem Nachteil werden lassen. Bei den aberrationsneutralen asphärischen IOLs ist das dagegen sehr viel weniger kritisch.
Weisst Du, welcher Asphärizitäts-Typ für deine Linse gewählt wurde?
Wurde die IOL-Wahl durch eine Messung der sphärischen Aberration deiner Hornhaut gestützt?
Mit einem Wellenfront-Aberrometer könnte man nachmessen, ob die gewählte Linse und die Zentrierung passen.
In der refraktiven Chirurgie "LASIK"/"LASEK" sind solche Geräte Standard.
Einfache Geräte, die aber für eine erste Untersuchung durchaus ausreichen, gibt es mittlerweile auch bei einigen gut ausgestatteten Augenoptikern.
Vielleicht hast Du ja Interesse daran, dies mal untersuchen zu lassen. Neben den erweiterten Erkenntnissen zur Korrektheit der Linse und ihres Sitzes bekommst Du damit auch noch eine indirekte Überprüfung der Brille und ihrer Werte.
Viele Grüße,
Nitram