Hallo in die Runde,
es ist schon bewegend, wenn man sich wieder mal in so alten, fast vergessenen Beiträgen "neu" hinein liest.
Leider hat sich inzwischen kaum etwas bewegt. Es bleiben Einzelfälle, die auch heute noch und vor allem früh genug -mit Konsequenz und Ausdauer- Zugang zu besten Ansprechpartnern und zu ideal aufeinander abgestimmten Versorgungen bekommen.
Ein Lehrer, der sehr angagiert die Sache der MKH zum Nutzen der Betroffenen fordern und fördern möchte, nimmt das Beispiel aus dem Fussball und erklärt es so, da gibt es Bolzplätze und Straßenkicker, daneben Vereine und Meisterschaften, und alle behaupten, sie spielen Fußball.
Leider gibt es nur die www.Selbsthilfegruppe-Winkelfehlsichtigkeit.de, die zumindest Mindeststandarts bei Anwendern dieser Art von Korrektion beschreibt und als Kriterien formuliert, sowie bereit ist, nur Anwender zu empfehlen, die diese Standarts bereit sind zu unterschreiben. Das VT-ler hier herausfallen, liegt in der Natur des Begriffes der Winkelfehlsichtigkeit, der sich ja über und durch die MKH erst als Messergebnis ergibt. VT-ler schlagen eben zur Testung von Binokularfunktionen einen anderen Weg ein. Dieser verfolgt im Prinzip ein anderes Kernziel, was aber durchaus im Rahmen der Binokularität seine Berechtigung sucht.
MKH sollte immer nach perfekter bizentraler Fixation und höchstmöglichem Visus streben, diesem Ziel werden deshalb andere Binokularfunktionen eher nachgeordnet. Hier meint der Fachmann, das diese Vorgehensweise i.a.R. dazu führt, das sich weitere wesentliche Binokularfunktionen (wie im natürlichen Sehen lernen), durch Lernprozesse in Schule, Beruf und Feizeit (allermeist ohne spezielle Beübungen) individuell beständig weiter optimieren. Natürlich mit allen Höhen und Tiefen, also Variationen. In jedem Fall läßt sich auf Wunsch auch im Sehen unendlich viel trainieren, wer´s dann noch wünscht.
VT-ler ordnen dagegen den Visus und die Fixation anderen (oft eher peripheren) Sehfunktionen unter, die Gewichtungen sind dabei gleitend. So erklärte mir jüngst ein Funktional-Optometrist auf meine gezielte Frage, welchen Visus er bei Probanten zu erreichen suche: Er sei da eigentlich nicht gefragt, sondern der Kunde, wenn dieser weniger Visus für ausreichend hält, könnten auch 60 - 80% gut sein (vom Visus 2.0 bis 2.5 aus gerechnet sind das gerade mal ca. 35%), Wichtig wäre doch allein erreichbare Beschwerdefreiheit und Zufriedenheit im Leben und Sehen. Dieser Kollege setzte hinzu, dass er in Deutschland einer eher umstrittenen italienischen Schule zugehöre, die in unserm Land allerdings nur wenige Vertreter habe.
Dazu passt nun wirklich, weniger ist mehr. - Egal, wie man sich das Ganze dreht.