Ich bin 46 Jahre alt und leide seit meinem achten Lebensmonat an Doppelbildern. Da ich nie in der Lage war, die beiden Bilder meiner Augen zu verschmelzen, habe ich mich in 2006 dazu entschlossen, mir eine abdeckende Intraokularlinse in mein rechtes, schwachsichtiges Auge einpflanzen zu lassen. Dafür musste ich aber vorher noch vor dem Sozialgericht gegen meine Krankenkasse klagen. Links sehe ich annähernd 100%, rechts sah ich ca. 40% (schwachsichtig) vor der OP.
Ich hatte mir eigentlich mehr von der unduchsichtigen Linse versprochen. Ich habe zwar keine Doppelbilder mehr aber in meinem rechten Auge ist es nie ganz dunkel. Die schwachen Seheindrücke belasten mich und bei sehr großer Pupille sehe ich ganz rechts sogar Gegenstände. Natürlich muss ich nun auch auf mein gutes peripheres Sehen rechts verzichten.
In der Vergangenheit hatte ich große Probleme meinen Arbeitsalltag mit Doppelbildern zu bewältigen. Daher war ich auch öfter arbeitslos oder musste meine Arbeitsstelle wechseln. Auch heute, als Einäugiger, habe ich immer noch mit Problemen wie Blickkontakt, Konzentration, Zerstreutheit, Belastbarkeit, Müdigkeit und Depressionen zu kämpfen. Als Facharbeiter werden heute solche Probleme aber nicht toleriert.
Daher habe ich mich entschlossen, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen. Nun stehe ich vor dem Landesarbeitsgericht und muss dem Richter klar machen, wie sehr mich diese Erkrankung beeinträchtigt. Darum muss ich einen Arzt benennen, der mir ein Gutachten erstellt, den ich auch noch selbst bezahlen soll. Mir wurde vom Gericht der Betrag für ein Gutachten von ca. 1500€ genannt. Ich bin zwar im VDK, aber ohne Gutachten kein Rechtsanwalt. Deshalb muss ich mich vor Gericht selbst vertreten. In dem Gutachten vom Gericht ging es nur um meine körperliche Fitness und nicht um meine Augenproblematik und war natürlich niederschmetternd.
Kann mir jemand einen Arzt benennen, der sich mit horror fusionis auskennt und der meine Probleme ableiten kann?
Über eine Antwort würde ich mich freuen.