Hallo, inzwischen im Wochenende zuhause.
Nun ich hatte mir vorgenommen, zumindest noch einen weiteren Punkt zu klären.
1) Kam das Schielen wirklich so unerwartet und plötzlich?
Es ist bekannt, dass wir Menschen unsere Umwelt, alle Abläufe (auch unsere eigene Bewegung) zu wesentlichen Anteilen (je nach Aufgabe meist zu 70-90%) über unseren Sehsinn koordinieren.
- Was ist bei Frühchen, wenn diese Suglinge, anstatt im dunklen Mutterleib, vielleicht mit groben Schattenbildern, in die raue Wirklichkeit mit abertausenden Sinnesreizen für Sehen konfrontriert sind, aber der Entwicklungsprozeß, der ja erst nach der Geburt, dann aber fast explosionsartig abläuft, noch nicht genügend vorbereitet ist.
- Wie oft hat man es da mit Schreikindern zu tun, die sich völlig verausgaben.
- Lichtempfindlichkeit ist ein weiteres sehr frühes Symtom, wenn man untwerschiedliche Kleinkinder, aber auch ältere beobachtet.
- Kopfschmerzen werden inzwischen zumindest ab Kindergartenalter durchaus ernster genommen.
- Krabbeln, Laufen u.s.w. stehen auf einem Bein, Hüpfen bilden Unterschiede in der Grobmotorik
- Und in der Feinmotorik, angefangen vom Ausstrecken und Greifen gibt es viele Variationen. Übrigens gehört auch das Sprechen-Lernen hierhin.
War das alles altersgerecht und normal? Ich denke, dass es dann kaum noch ein Kind mit "erworbenen" offenen Winkel gibt. Aber durchaus können eher von Geburt an schielende Kinder in den meisten Phasen sich eher unauffällig gestalten, warum?
A) Dankbarer Weise wurden echte medizinische Mängel ausgeschlossen. Jedoch sucht die Medizin weiter nach Gründen.
Warum macht man nicht einen Hacken mit Ausrufezeichen und sagt sich und den Eltern, organisch alles i.O (Punkt)
Aber was bliebe dann übrig?
Nun anatomisch sind die Augen örtlich und funktionell voneinander getrennt. Es gibt krass gesehen, zwischen beiden Augen überhaupt keine Zusammenarbeit, wie oft fälschlich behauptet.
C) Es ist ein Wunder, wenn Kinder "Sehen" und die Augen dabei auch noch ideal ausgerichtet erscheinen. (Es wird schon sehr schwierig , dies noch viel genauer abzugrenzen. Deshalb haben wir bei Kleinkindern, neben dem groben Massstab, den Visus (Sehschärfe). Bei normaler Entwicklung entspricht diese einer Alterserwartung und sollte rechts und links gleichwertig sein. (s. Punkt 1 im vorhergehenden Part) Deshalb greifen alle Methoden nicht, die eine Funktion zwischen beiden Augen herzustellen versuchen. Was dann?
D) Nun wir müssen die Augen als gleichberechtigte Partner in das Sehen integriert wissen. Deren Zusammenarbeit wird desto besser gelingen, desto feiner wir die Steuerprozesse beachten, die kräftemäßig (über Muskeln) und sensorisch (über Nerven) und softwaremäßig (über Gehirnsynapsen) miteinander in Verbindung sehen. Der größte Fehler, der hier immer wieder gemacht wird, ist es einer oder mehreren Stellen unfähigkeit und Dummheit zu bescheinigen, da das Gegenteil allermeist der Fall ist.
E) Die einen sagen, der Muskel ist lahm, oder zu kräftig, ok, aber warum steuert das Gehirn über die Nerven das Ungleichgewicht nicht super aus? Ist es zu dumm? - Es gibt diese Ansicht wirklich, man kann sie nachlesen. Ich kenne stark lädierte Augenmüskelsysteme, die nach Schlaganfall, verblüffend schnell trotz Störungen, die Herrschaft über das Sehen zurück erlangen und Sehen, vielleicht auch nur relativen Zufriedenheit, des Probanden zurückgewinnen (Doppelbilder Ade!)
F) Wenn wir von gesunden Kindern mit offemnem Winkel ausgehen können (bei Kranken wird es nur schwieriger), dann muss die Lösung da zu finden sein, wo anatomisch (vererbt?) ein Ungleichgewicht in der Sehausrichtung besteht, welches durch die drei oben genannten Faktoren: Muskeln, Steuerungsnerven und Gehirn parallel gehalten wird. Genauso wie beim Kutscher mit zwei Pferden, oder in der Ehe mit den gleichwertigen(!) Partnern, die durchaus unterschiedliche Gewichtungen haben. Frage gibt es hier Harmonie? Nichts anderes, verlangt da Sehen. Wehe, wenn durch Überforderung, körperliche grippe, e.t.c. ein zugrunde liegendes Ungleichgewicht inb der Ausrichtung zur Aufgabe (Teilaufgabe) der Zusammenarbeit führt.
G) Erst danach setzt die Intelligenz alles daran, Zusammenarbeit, die vormals als mühsam empfunden wurde, nun erst recht mit allen Mitteln zu zerstören. Ein-, oder sogar beidseitiger Visusabfall; Verfestigung von Strategien, die das Zusammensehen möglichst blockieren oder wieder auseinander brechen lassen. usw. - Aber das muss ja nicht sein.
H) Wenn man den echten offenen Winkel aufspürt, fällt ja durch eine Korrektion aller Stess weg und das system kann hier erst einmal lernen, unter einer Augenstellung X (jetzt nur als scheinbares Schielen) wieder funktionelle Zusammenarbeit aufzubauen.. Später würde bei großen Winkeln eine Schiel-OP diese Funktion weiter stabilisieren.
I) Was passiert, wenn man den Punkt H) ignoriert? Alles Das was auch in gestörten Ehen abläuft. Man lebt sich auseinander. Wird dann operiert, ist das Ergebnis im günstigsten Fall noch kosmetisch gut zu nennen. In jedem Fall bleibt die Funktion auf der Verliererseite, und je mehr man zuwartet, hier muss in Wochen und nicht in Monaten gerechnet werden, desto eher bleibt ein irreparabler Teilschaden zurück. Nicht, weil nichts ging, sondern, weil sich hohe Intelligenz ein eigenes Grab für Binokularität geschaufelt hat.
- Möglichst frühe und optimale Korrektion des offenen Winkels (es sieht dann aus, als wenn die Augen hinter der Brille Schielen, aber sie sehen und arbeiten miteinander) Wichtig bleibt es hier immer auch Höhenfehler aufzuspüren, da reine Seitenfehler allein seltenst zu einem offenen Schielwinkel führen.
- Bei sehr unterschiedlichem Visus kann gezieltes Abkleben des guten Auges eine vorausgehende oder besser begleitende Massnahme sein. In aller Regel bessert sich das visusschwächere Auge bei funktioneller Zusammenarbeit von selbst wieder. Es steht ja nicht mehr in der Ecke, sondern darf zum Sehergebnis beitragen.