Hallo Anton,
der beschriebene "Lichtkranz" ist kann sicher ein Hinweis darauf sein, dass deine Netzhaut gestresst ist.
Aber solche Phänomene sind auch nicht ganz so selten und in der Regel bleibt das ohne direkte Folgen.
Bei Kurzsichtigkeiten von 10 und mehr Dioptrien ist allerdings prinzipiell das Risiko einer Netzhautablösung etwas größer ist als im Bevölkerungsdurchschnitt.
Wenn der Augenarzt das unter Beobachtung hält, wird das aber sicher in Ordnung sein. Das ist schließlich sein Fachgebiet. Zur Sicherheit würde ich aber auch noch den Blutzuckerspiegel regelmäßig mal überprüfen zu lassen!
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Betreffend des reduzierten Visus auf dem rechten Auge:
Die einzelnen Teilbereiche deines Hornhaut-Augenlinsensystems im Pupillenbereich bilden parallele Strahlen (von einer sehr fernen Lichtquelle) nicht auf einen gemeinsamen Punkt auf der Netzhaut ab, wie das wünschenswert wäre.
Die von Dir genannten 3 "breiten Strahlen" werden verursacht durch eine Hyperopie (= Übersichtigkeit, umgangssprachlich "Weitsichtigkeit") in denjenigen Teilbereichen deiner Pupille, die sich für die "Strahlen" verantwortlich zeigen.
An genau diesen Stellen müsste das Brillenglas also weniger "minus" eingearbeitet haben. Es ist also dort eine Überkorrektion vorhanden. Das ergibt sich daraus, dass der abdeckende Finger und der verschwindende Strahl sich gegenüber liegen. (Bei einer Unterkorrektion der Kurzsichtigkeit wären der abdeckende Finger und der verschwindende Strahl auf der gleichen Seite statt auf der gegenüberliegenden.)
Wenn man also für dein rechtes Auge ein Glas mit etwas weniger Minus-Dioptrien einsetzt, dann werden die betreffenden 3 "breiten Strahlen" sicher besser auf einen Punkt auf der Netzhaut fokussiert werden.
Das wäre vorteilhaft. Deshalb ist das auch einen Test wert.(!)
Aber leider garantiert das noch nicht, dass die Sehschärfe dadurch höher wird.
Der Grund dafür ist, dass genau dann andere Teilsegmente im Bereich deiner Pupille wieder unterkorrigiert sein könnten, die jetzt mit -10,5 sehr gut korrigiert waren.
Das ist dann der Fall, wenn deine Hornhaut zusätzlich zum reinen zylindrischen Astigmatismus auch noch einen "Astigmatismus höherer Ordnung" aufweist. Mit einem "Keratograph" könnte man diesen sichtbar machen.
Gemäß den von Dir beschriebenen Strahlrichtungen ist das leider nicht unwahrscheinlich. Die Hornhaut ist im Bereich der Pupille vermutlich nicht präzise kugelförmig, sondern besitzt unter anderem auch noch einen kleinen Anteil aufweist, der ein bisschen die Form einer dreiseitigen Pyramide hat (Trefoil im Zernike-Polynom).
Vielleicht kannst Du ja mal bei eine Hornhaut-Topographie durchführen lassen. Das kostet nicht viel, aber dann weiß man es genau.
Übrigens kannst Du auch noch selbst weiter versuchen, über Selbstversuche noch mehr über dein Abbildungssystem "rechtes Auge" zu erfahren: Wiederhole doch mal den nächtlichen Abdecktest mit der fernen Lichtquelle und nimm zum Abdecken nicht deinen Zeigefinger sondern einen 2mm breiten Papierstreifen. Damit kannst Du auch mal genau die Mitte der Pupille verdunkeln und nur zwei Ränder des Pupillenbereichs für die Abbildung nutzen. Das liefert Dir sicher noch wertvolle Erkenntnisse, was sich in deinem Auge so abspielt.
(Nur so zur Info: Mit Kontaktlinsen können auch Hornhautverkrümmungen ausgeglichen werden, die sich nicht mit sphäro-zylindrischen Brillengläsern korrigieren lassen. Eine Kontaktlinse "bügelt" die Hornhautoberfläche durch Spaltfüllung mit dem Tränenfilm sozusagen "glatt".)
Viele Grüße,
Nitram