Hallo,
ich schiele seit frühester Kindheit. Im Alter von drei oder vier Jahren wurde ich zweimal operiert und nach Aussage meiner Eltern haben die OPs auch geholfen und das Schielen reduziert. Leider schiele ich aber immer noch und obwohl ich nicht gehänselt werde, stört es mich vor allem im Berufsleben, da ich in vielen Gesprächssituationen einfach verunsichert bin. Außerdem vermeide ich es z.B., mich fotografieren zu lassen. So habe ich mich mehr oder weniger dazu entschlossen, jetzt mit fast 34 Jahren doch noch eine Schiel-Operation durchführen zu lassen. Ich bin auf beiden Augen kurzsichtig (rechts: -2.50, links -1,50) und mein Führungsauge wechselt - in der Nähe bevorzuge ich das rechte Auge, in der Ferne das linke. Ich habe zusätzlich auf beiden Augen eine Hornhautverkrümmung und wenn ich mich korrekt an die Aussage meiner letzten Augenärztin erinnere, beträgt der Schielwinkel 19 Grad und hat damit einen Wert, den man operieren könnte.
Ich habe nun folgende Fragen:
- Besteht die Gefahr, Doppelbilder nach einer Schiel-OP zu bekommen auch bei manifestem Schielen (ich gucke ja ohnehin eigentlich immer nur mit einem Führungsauge und nehme mit dem anderen nur periphäre Seheindrücke wahr) oder betrifft dieses Problem eher Menschen mit Winkelfehlsichtigkeit?
- Damit einher geht die Frage nach der Notwendigkeit des Tragens einer Prismenbrille/-folie vor der OP: Wäre das bei mir auch notwendig? Von Prismen habe ich zum ersten mal hier in den Foren gelesen, ein Augenarzt hat mir nie etwas davon erzählt (wobei ich aber auch das Gefühl habe, dass meine Augenärzte nie besonders viel Lust hatten, Dinge zu erklären oder Fragen zu beantworten...).
- Welche Klinik in Berlin oder Potsdam wäre empfehlenswert? Zur Auswahl stünden u.a.das Benjamin Franklin-Krankenhaus, das Virchow-Klinikum im Wedding, die Schlosspark-Klinik in Charlottenburg oder das Ernst-Bergmann-Klinikum in Potsdam. Mit etwas mehr organisatorischem Aufwand könnte ich aber auch einen Aufenthalt in Heidelberg organisieren, falls die Uniklinik dort einen besseren Ruf im Bereich der Strabismus-Korrektur hat.
Ich weiß, das sind viele Fragen, aber manche Diskussionen in den Foren sind für mich verwirrend und der Gedanke an die OP selbst (obwohl sie ja angeblich mit nur geringen Risiken verbunden ist) ist für mich doch einigermaßen angstbelastet. Deshalb würde ich mich sehr freuen, wenn sich jemand die Zeit nehmen und meine Fragen beantworten würde.
Ich werde diese Woche erst mal versuchen, einen Termin bei einem Augenarzt zu bekommen, der eine Orthopistin in seinem Team hat und hoffen, dass dieser sich auch für Kassenpatienten ein bisschen Zeit für eine Beratung nimmt.
LG,
Eydeet

