Hallo!
Ich bin neu in diesem Forum und wollte gerne auch mal was fragen
Ich bin mir nicht sicher ob ich im Unterforum richtig bin - es geht mir um räumliches Sehen, und das ist ja die Höchststufe von binokularem Sehen. Allerdings habe ich kein verstecktes Schielen nach Haase oder wie der heißt, sondern ein manifestes Schielen.
Mein Anliegen: Ich würde gerne räumliches Sehen erlernen. Dazu erstmal meine Geschichte:
Ich schiele seit der Geburt sehr stark nach innen und auch zyklisch und von der Höhe, und bekam mit 3 Monaten eine Brille wegen Weitsichtigkeit, die ich auch gut annahm.
Mit 2 1/2 Jahren wurde ich operiert (Schiel-OP).
In der Kindheit erinnere ich mich an Weitsichtigkeit, sowie dass mein rechtes Auge dominant war. Zudem hatte ich ein starkes zyklisches Schielen, wodurch ich immer meinen Kopf nach rechts drehen musste, um gerade zu gucken. Da das bei meinem rechten Auge weniger stark war als beim linken, guckte ich lieber mit rechts.
Ich wurde viel abgeklebt und machte das auch gut mit, weil ich irgendwie auch das "doofe" Auge zum Gucken kriegen wollte.
Auch die Brille akzeptierte ich seit jeher und war eher irritiert und weinerlich, wenn sie nicht da war oder ich sie verloren hatte. Ich habe wegen dem guten Abkleben meiner Eltern auf beiden Augen 100% Visus (nach Brillenkorrektur).
Mit 10 wurde ich dann nochmal operiert und ich fand das total toll, denn das zyklische Schielen war auf dem linken Auge seitdem fast weg und beim rechten war es etwas weniger. Seitdem ist mein linkes Auge mein Lieblingsauge.
Ich sehe nie doppelt und habe auch nie Probleme mit Schwindel, Kopfweh, tränenden Augen etc. Mein einziges Problem ist, dass ich kein räumliches Sehen habe ("stereoblind").
Operiert wurde ich in der Schielklinik Gießen. Mein Vater erzählte, dass da auch eine Orthoptistin dabei war.
Ich habe immer erzählt bekommen, dass ich nie räumlich sehen können würde, weil ich die entsprechende Prägephase verpasst hab und es danach nicht mehr geht. Und dass wenn meine Augen gleichzeitig gucken würden, ich zwangsläufig doppelt sehen würde.
Mit 20 Jahren habe ich Avatar gesehen, ein 3D-Film. Ich merkte keinen Unterschied, bis zu einer Szene, wo etwas plötzlich ganz schnell an der "Kamera" vorbeiblitzte und ich es "sah". Seitdem weiß ich, dass ich extrem rudimentäre Stereopsis hab (obwohl ich wirklich seit der Geburt stark geschielt hab!…) Auch bei manchen simplen Reflektionen (von CDs, Spiegelungen auf Glas) und bei schlichten Gegenständen (Schüssel, Stange) die ich mir etwa 10cm vor die Nase halte, habe ich einen leichten 3D-Eindruck, den ich abschalten kann wenn ich das eine Auge zuhalte.
Vor zwei Wochen habe ich dann "Fixing my Gaze" von Susan Barry gelesen (das übrigens Ende Oktober auf Deutsch erscheint!) und bin völlig fasziniert, weil ihr ja auch ihr Leben lang gesagt wurde, räumliches Sehen erlernen sei ausgeschlossen und sie das ja offensichtlich brilliant erlernt hat mit einer Sehtherapie bei einer "developmental optometrist" (jetzt weiß ich aber nicht ob Optometrie in DE das gleiche ist wie in US)
Jetzt habe ich einen Termin bei einem "Funktionaloptometriker" in Hamburg in ein paar Monaten.
Meine Fragen:
-Was ist denn der Unterschied zwischen Optometrikern und Orthoptisten?
-Woher weiß ich, ob er seriös ist? Er gibt an, mit Heilpraktikern zusammen zu arbeiten, dadurch verliert er für mich etwas an seiner Glaubwürdigkeit :/ Ich halte es allerdings genauso für möglich, dass er eine fantastische, professionelle Therapie hat, die von Augenärzten ignoriert wird. Ich weiß es nur halt nicht.
Auch Wikipedia ist zum Thema Funktionaloptometrie kritisch.
Das sind natürlich alles nur Indizen, aber sie machen mich trotzdem ein bisschen nachdenklich.
Andererseits haben ja Augenärzte bezüglich räumlichem Sehen auch bisher ziemlich versagt (auch bei Susan Barry…) daher bin ich auch für Experimente bereit…
Würd mich über Meinungen freuen 
Salzstreuerin
)
