Hallo,
ich bin auf der Suche nach einer Lösung zu meinem Problem in dieses Forum gelangt und hoffe hier vielleicht den einen oder anderen guten Rat bekommen zu können. Ich zwinge hier niemanden sich mit meiner Geschichte zu befassen, aber falls Sie es tun möchten, bitte ich darum, dass Sie meine Schilderung komplett lesen und nicht nur die ersten 5 Zeilen, wie es in Foren üblich ist.
Kurzversion:
Bin 27, war bisher nie Brillenträger, habe aber vom Image oder Aussehen her kein Problem damit eine zu tragen. Vor 4 Monaten diagnostizierte ein Amtsarzt dank seiner Testgeräte von 1983 eine derartig schwere Sehbehinderung bei mir, dass ich ohne Brille praktisch blind sei. Dem ist natürlich nicht so, denn ich komme im Alltag normal zurecht, habe keine Kopfschmerzen, fahre kein Auto und erkenne meine Freundin auch noch auf 250 Meter Entfernung im Gegensatz zu manch anderen. Allerdings hat der gute Mann Recht damit, dass ich eine Kurzsichtigkeit habe. Also bin ich zu Fielmann gelaufen und habe mir eine Brille machen lassen. (Rechtes Auge: F -2.5 +1.25 96°, Linkes Auge: F-2.00 +0.50 77°) Ich sehe gestochen scharf damit ( 125% Sehkraft auf beiden Augen.)
Das Problem:
ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll. Wie die Überschrift schon sagt, ich sehe die Welt damit als wäre sie aus Gummi. Was meine ich damit? Rund herum, also am Rand der Brille, verändern alle Gegenstände ihre Form, wenn ich meinen Kopf bewege. Die Sehschärfe ist auch am Rand optimal, aber diese Formverzerrung der Gegenstände hat extreme Auswirkrkungen auf mein motorisches Verhalten. Ich bekomme quasie einen Tunnelblick, kann trotz der ungeheuren Sehschärfe meinen Blick nicht richtig fokusieren, beim Laufen muss ich mich konzentrieren nirgendswo rein zurennen, die Koordination von Hand zu Gegenständen ist gestört, meine Reaktion ist absolut verzögert. Sind alle Brillenträger so gehandicapped? Das Gewöhungsargument lasse ich hier einfach nicht gelten, denn Fakt ist, dass mein Gehirn bei jeder Bewegung alles im Hinblick auf die Verzerrung doppelt berechnen muss. Perspektivisch entspricht die Verzerrung ja einer Bewegung in einer Bewegung und das bei Gegenständen, die sich 27 Jahre nicht ihrer Form entledigt haben. Wenn ich ca 5mm vom Rand zuhalte, verringert sich zwar das Sichtfeld minimal, aber das Problem ist blitzartig verschwunden.
Verlauf
Ich habe mein Problem den Fillmannkollegen geschildet. Leider haben sie es nicht gecheckt, kamen mit ziemlich emotionalen oder unlogischen Argumenten, bis sie mich dann zu ihrem "Meister" geschickt haben, der geschätzte 26 Jahre alt ist. Dieser hat mit mir Tests durchgeführt und befunden, dass ich sage und schreibe 7 Prismendioptrin habe. Als er mir jedoch eine Prismendioptrin-Brille zusammengesetzt hat, sahen weder die Wände noch der Fußboden eben aus. Hinzuzüglich zur Verzerrung von Bewegung kam also dazu, dass praktisch gar nichts mehr gerade aussah.
Also haben wir es mit einer teureren Brille probiert, die ich bereit war zu bezahlen, damit es endlich klappt. Entspiegelte Gläser, asphärisch. Hoya/ AH EI FBL SHC 65/00. Ich habe nun 300€ für meine zweite Brille hingelegt und habe das Problem immer noch.
So lustig es klingt, es macht mir unmöglich eine Brille zu tragen, solange ich nicht gerade still sitze und auf eine Tafel blicke. Auch Autofahren kann ich mir damit abschminken.
Irgend einen Idee, ich sitze nämlich ziemlich deprimiert davor.
Mit freundlichem Gruß,
Patric

