Wenn die Fernkorrektion korrekt ist, dann bedeutet das, dass du mit der Fernbrille auf den gleichen Stand gebracht wirst wie ein Emmetroper (Rechtsichtiger, der für die Ferne keine Brille braucht). Dann spielt für den Nahzusatz (Addition) die Fernkorrektion keine Rolle. Die Höhe der Addition richtet sich dann ausschließlich nach der noch vorhandenen maximalen Akkomodationsbreite und der gewünschten Sehentfernung. Je nach Lehrmeinung sind von der maximalen Akkommodationsbreite die Hälfte bis 2/3 komfotabel ausnutzbar. Meine Erfahrung zeigt, dass 50% ok sind.
Beispiel:
Gewünschte Sehentfernung 40 cm
maximale Akkommodationsbreite 3,0 dpt
davon 50% ausnutzbar=1,5 dpt
Ohne Akommodation bräuchtest du für 40cm Sehentfernung 2,50 dpt Add.
Da du selbst noch komfortabel 1,5 dpt Akommodation ausnutzen kannst, ziehst du von den 2,5dpt 1,5 dpt ab. Dann hast du eine Add. von 1 dpt. Mit Anstrengung kannst du bei dieser Konstellation auch noch dichtere Entfernungen als 40cm sehen weil du ja nur 50% deiner Akkomodation ausgeschöpft hast. Und weil die Brillenglasaddition nur 1 dpt ist, kannst du bis 1 m Entfernung sehen.
Ist deine maximale Akkommodationsbreite aber innerhalb von 2 Jahren um 1 dpt geringer geworden, so brauchst du eine Addition von 1,50dpt. für die Sehentfernung 40 cm. (Rechne nach, ich glaube aber, es stimmt)
So, und diese Addition wird dann zu deinen Fernwerten addiert, nur, es muss die richtige Fernkorrektion sein.
Ich hoffe ein wenig Licht ins Dunkel gebracht zu haben.