Ich gehe mal davon aus, dass einige der Profis hier schon Witze über die Achteldioptrie gemacht haben, aber immerhin so höflich sind, hier keine entsprechenden Kommentare reinzuschreiben.
Deshalb will ich zu meinem Problem mit der Überkorrektur um eine Achteldioptrie noch etwas erklären:
Ich habe eine alternierende Fixation mit dem linken Auge als Führungsauge. Um Doppelbilder zu unterdrücken, habe ich Jahrzehnte lang rechts ein um etwa eine Dioptrie unterkorrigiertes Glas getragen. Das hat bisher einigermaßen geklappt, aber vor ein paar Monaten hat mein Gehirn begonnen, ständig die Bilder "bewusst" zu vergleichen und kommt mit dem stark unterkorriguerten Glas nicht mehr zurecht. (Mögliche Erklärung: Vielleicht konnte ich bisher die Unterkorrektur durch stärkere Akkomodation ausgleichen und schaffe es nun altersbedingt nicht mehr?)
Deshalb hatte ich in langwierigen Tests versucht, den "richtigen" Refraktionswert für das rechte Auge herauszufinden und bin auf s: +6,5dpt, c: -1,5dpt gekommen. Es scheint das Maximum dessen zu sein, was dieses Auge verträgt. s: +6,75; c -1,5 und s: +6,5; c: -1,25 hatte ich auch gestestet. Beide Varianten waren ungeeignet. Ich habe damit leicht verschwommen gesehen und der Visus war etwas schlechter als mit der "richtigen" Kombination.
Mit der Variante s: +6,5; c: -1,5 habe ich mir dann vor einigen Monaten eine Monofokalbrille machen lassen, mit der ich in der Ferne sehr gut sehe. Nach diesem Test hatte ich mir nun vor zwei Wochen eine Sonnenbrille mit den gleichen Werten machen lassen und muss nun leider feststellen, dass ich mit dem rechten Glas leicht verschwommen sehe, obwohl laut Brillenpass in beiden Brillen gleiche Refraktionswerte enthalten sind. (Auch die Materialien und Schliffe sind gleich: Jeweils Kunststoff mit Brechungsindes 1,67, asphärisch geschliffen. Der einzuige Unterschied besteht in den Glasdurchmessern.)
Man sollte nun meinen, das leicht unscharfe Sehen mit dem rechten Sonnenbrillenglas dürfte mich nicht stören, da ja mein linkes Auge das Führungsauge sei und das Bild des rechtenAuges ohnehin unterdrückt würde. Dem ist aber nicht so. Wenn ich die Sonnenbrille trage, versucht mein Gehirn, sich auf das rechte Auge als Führungsauge umzustellen und ist ständig am Wechseln der Bilder. Warum das so ist? Ich hab keine Ahnung. Vielleicht bevorzugt das Gehirn einfach das etwas größere Bild, auch wenn es leicht unscharf ist? Bisher, als das rechte Auge noch um eine Dioptrie unterkorrigert war, war ja das unterdrückte Bild deutlich kleiner als das Bild des Führungsauges.
Nach dieser Erfahrung mit der Sonnenbrille weiß ich nun nicht mehr, welchen Wert ich in Zukunft für das rechte Auge verwenden soll, um ständiges Wechseln der Bilder, teilweise auch Fusionsversuche, zu unterdrücken. Mit der Unterkorrektur um eine Dioptrie komme ich nicht mehr zurecht, aber die 100%ige Vollkorrektur birgt offensichtlich das Risiko einer Überkorrektur mit den oben geschilderten Folgen, da man ja damit rechnen muss, ein Glas zu bekommen, das nicht 100prozentig den bestellten Werten entspricht.
Ich werde nun wohl das rechte Glas in der Sonnenbrille durch ein Glas ersetzen lassen, das um eine viertel (oder halbe??) Dioptrie unterkorrigiert ist und hoffen, dass ích damit keine Probleme mit ständigen Bildwechseln etc. haben werde.