Hallo an ALLE!
Da hier gerade so intensiv geplaudert wird, möchte ich nun meine Erfahrungen, evtl. auch zur Diskussion anbieten:
Da ich ja schon recht viel geschrieben habe, möchte ich jetzt nur kurz das Wichtigste zusammenfassen.
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Als Baby konnten meine Augen nichts - sich bewegendes fixieren, deshalb schon sehr früh Untersuchungen bei mehreren AA.
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Schielen nach innen, unten und Augenbewegungsstörung (beim Fixieren und Verfolgen von Gegenständen musste ich immer den Kopf drehen) besonders beim Blick nach oben. Nystagmus. (Frühkindliches Schielsyndrom)
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Sehschärfe war rechts sehr niedrig, linkes Auge ist das Dominierende, so lange ich mich erinnern kann. Ohne Brille / Linsen sehe ich aber mit dem nicht Dominanten Auge besser.
Therapie: Im Alter von sechs Jahren bekam ich eine Brille, (weitsichtig) die ich beim Lesen, Fernsehen tragen sollte. Die Sehschärfe war aber nicht gut, stärkere Brille brachte nichts.
Im Alter von zehn Jahren: Wieder ein anderer AA, der mit sehr großem Interesse an mir, mit mir sehr anstrengende Untersuchungen durchführte. Heute vermute ich, das waren binokulare Tests. Er verschrieb mir eine Brille mit sehr niedrigen Minuswerten. Er leitete uns auch weiter in eine Augenklinik. Dort wurden meine Augen betäubt, und durch eine spezielle Untersuchunge eine Diagnose erstellt. Damals wurde meinen Eltern auch gesagt, dass eine Operation zur Verbesserung meiner visuellen Wahrnehmung nicht möglich sei. (Kosmetische OP ja, habe ich aber nie gemacht).
Damals, im alter von ca. zehn / elf Jahren habe ich aber verstanden, dass ich ein Auge habe, welches am Sehen nicht teilnimmt. Da ich ein sehr neugieriges, mutiges Kind war, habe ich die Sache selbst in die Hand genommen und mal probiert, was dieses Auge so alles wahrnehmen kann.
Anscheinend war dieses Experiment so spannend, dass ich es immer und immer wieder versucht habe.
Bis zu meinem 33. Lebensjahr rieten alle Augenärzte und AO die mich untersuchten von einer Okklusionstherapie ab. Bis ich dann im Sommer 2008 an meinen jetzigen Augenoptiker geriet.
Dieser, ein Mann mit Jahrelanger Erfahrung in seinem Beruf, wagte mit mir den Versuch und bestellte für mich eine Okklusionsfolie.
Jetzt, gut zwei Jahre später, nachdem ich viele Kämpfe, Höhen und Tiefen durchgestanden habe, gehört das zu meinem Alltag dazu. Ich okkludiere seit kurzem alternierend fast täglich mit einer Okklusionslinse,
Auch Augenübungen, die ich im Internet gefunden habe, oder mir selbst ausgedacht habe, gehören zu meinem Alltag.
Jetzt bringt mir das Ganze auch Spaß, vor allem wenn ich immer wieder feststellen kann, dass sich bei mir BEIDÄUGIGES SEHEN entwickelt hat.
Klar ist mir, dass ich meine visuelle Wahrnehmung nicht mit der von gesund entwickelten Augen (im kognitiven Bereich) vergleichen kann.
Viele Dinge im alltäglichen Leben fallen mir jetzt aber leichter:
- Das Schneiden mit einer Schere entlang einer vorgezeichneten Linie war für mich im der Kindheit nicht möglich. Jetzt kann ich das.
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Das Arbeiten am Computer hat mir große Schwierigkeiten bereitet und am Abend konnte ich die Augen kaum noch offen halten.
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Beim Lesen war meine Konzentration schon durch das Wahrnehmen der Buchstaben und Wörter verbraucht.
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Seit kurzem lese ich auch wieder gerne ohne Brille. Das Akkomodieren in der Nähe – auch mit Brille bereitet mir keine Probleme mehr, weil ich da jetzt mein rechtes Auge „dazuschalten“ kann.
Ich weiß, dass das was ich da schreibe recht unwirklich klingt. Und hier im Forum sind wir auch nur sehr wenige Betroffene, die diese Therapie unter Fachkundiger Aufsicht und regelmäßigen Kontrollen an uns selber durchführen. Die Verantwortung liegt in MEINER Hand. Ich darf mit der Therapie nicht übertreiben, Jetzt, nach zwei Jahren habe ich auch das Gefühl entwickelt, wie lange, welches Auge gerade Trainieren sollte / möchte.
Was sagt Steen Aalberg zu meinen Erfahrungen?
Herbstliche Grüße aus Südtirol,
Eisbärin 3

