Hallo zusammen,
ich soll in Kürze beidseitig operiert werden und bin auf der Suche nach Informationen zu Schiel-OPs auf dieses Forum gestoßen. Toll, dass es Experten gibt, die sich hier so stark engagieren.
Nach dem Lesen einiger Beiträge bin ich verunsichert, ob die OP tatsächlich ratsam ist. Ich hatte mich endlich zu einer OP durchgerungen, weil sich der Schielwinkel in den letzten Jahren sukzessive vergrößert hat und ich auf dem schwächeren Auge inzwischen auch wesentlich schlechter sehe (60-80%). Ich bin bereits über 40 J. alt und zuletzt als Kleinkind zweimal operiert worden.
Mein Schielwinkel variiert offenbar (zumindest scheint mein Auge im Laufe der Untersuchung leicht zu "wandern"). Doppelbilder habe ich eigentlich nie. Ich kann das Bild des rechten Auges gut unterdrücken.
Die Voruntersuchung fand in einer namhaften Klinik in Berlin statt. Aufgrund anderer Beiträge in diesem Forum, in dem auf die Notwendigkeit einer Vorbereitung mit Prismengläsern hingewiesen wurde, habe ich eine Anfrage an den Arzt gestartet, der mich untersucht hatte. Ich hatte dort nur eine halbe Stunde lang eine Prismenbrille getragen.
Dankenswerterweise habe ich auch eine Antwort auf meine e-mail erhalten: "Im Moment planen wir R/L die Muskeln obliquus superior zu schwächen, zusätzlich am rechten Auge den m.rectus medialis zu verstärken(Revision). Man operiert die Augenmuskeln immer minimalinversiv, es wird nur einen kleinen Bindhautschnitt jeweils geben.
Wann Sie anschließend wieder Autofahren können, kann nicht genau vorhergesehen werden, evtl könnten in den ersten Tagen Doppelbilder auftreten. Eine langfristige Prismenbehandlung kann man tun, ändert aber nichts in der Dosierung. Am Vorbereitungstag werden Sie den ganzen Vormittag Prismen tragen."
Dass die Augenmuskeln ausschließlich minimalinvasiv operiert werden hatte ich im Forum so bislang nicht verstanden, wenn es in dieser Klinik so gemacht wird, sehe ich das aber positiv. Verunsichert bin ich nachwievor hinsichtlich der Erfolgsaussichten und würde mich freuen, hierzu noch mal einen Expertenrat der Moderatoren zu bekommen.
Folgenden Befund habe ich erhalten, den ich leider nicht verstehe bzw. qualitativ nicht beurteilen kann:
Visus: sc R/L 1,0 ZR
Stellung: Exotropie rechts
Prismencovertest: Ferne -27^+VD 10^ Nähe -30^+VD 4^
Stereofunktionen: Exklusion rechts, nach Prismenausgleich anfänglich Doppelbilder, jedoch schon nach 10 min nicht mehr störend
Motilität: RA Adduktionseinschränkung R/L m.obl.sup.Überfunktion mit A-Symptom, Blick rechts -25^+VD 16^ Blick links: -27^-VD 7^
Objektive Refraktion: R +0,5 -0,25/105° L -0,75 -0,25/15°
Fundus R/L regelrecht
Beurteilung/Therapie: Augenmuskel OP beidseits; Stärkung des voroperierten m.rect.med und bds. OP des Strabismus deorsoadduktorius
Meine Fragen sind nun folgende:
Ist die Untersuchung/OP-Vorbereitung aus Ihrer Sicht ausreichend gewesen?
Wie schätzen Sie die Erfolgsaussichten ein?
Ist die OP beider Augen wie vorgeschlagen überhaupt ratsam? Ich kann ja auf dem linken Auge sehr gut sehen und befürchte, dass ich künftig Probleme bekommen könnte.
Interessieren würde es mich natürlich auch sehr, welche Operateure in berlin für meinen Fall empfehelenswert wären. Ich hatte mich auch nach dem Operateur erkundigt (ist ein PD), denke aber, dass es hier dazu eh keine Stellungnahme geben kann.
Schon mal herzlichen Dank.
Viele Grüße
Sams
