Jetzt habe ich meine neue "Prismenbrille". Direkt nachdem ich die neue Brille aufgesetzt hatte, war ich begeistert! Ich konnte sofort damit loslaufen, mir war zwar ein wenig schwindelig, doch das war nach ca. zwei Std vorbei. Vor allem geometrische Muster (Parkettfußboden, Fliesen, etc.) sahen scheinbar wieder normal aus. 24 Std später jedoch relativierte sich der anfängliche optimistische Eindruck ein wenig 
Noch mal zur Erinnerung: ich habe links (Zentralvenenverschluss, zentrale Skotome, Visus 0,8 ) ein aniseikonisches Glas mit einer Vergrößerung von 6%. Die Mikropsie beträgt geschätzte 12%, doch aufgrund des sehr dicken Glases (bei 10%iger Vergrößerung -> Glasdicke 10,5 mm) hatte ich mich für die dünnere Variante entschieden in der Hoffnung, dass das Gehirn in der Lage sei die Differenz auszugleichen. Mit dem Glas gab es zwar eine Verbesserung, doch das Problem mit dem "Chaos im Sehzentrum" war leider nicht beseitigt. Daraufhin wurde endlich festgestellt, dass das Auge mit dem Zentralvenenverschluss nicht mehr ausreichend fixieren kann und schielt. Gemessen wurde einen Wert von 2 dpt. Daraufhin bekam ich rechts ein Prismenglas. Das Ergebnis: wieder eine auffällige Verbesserung. Darüber bin ich nach fast zwei Jahren sehr glücklich.
Was für mich aber sehr schwer festzustellen ist, ist die Frage, ob das jetzt das Optimalste ist, was ich erwarten kann? Ich habe nun mal beachtliche Schäden. Nach wie vor habe ich noch ein "Chaos im Zentrum": z. B. Gesichter erscheinen mir noch immer verzerrt, wenn auch deutlich weniger, im Gehen kann ich immer noch schwer ein Hinweisschild in einiger Entfernung lesen, ohne stehenbleiben zu müssen. Bleibe ich stehen und betrachte das Schild konzentriert, dann scheint es als ob sich die Wörter "entzerren" und sich die Buchstaben "ordnen". Buchstaben am Bildschirm haben noch einen kleinen Schatten, Videotext im Fernsehen schon einen größeren (hat eventuell mit der Entfernung zu tun?)... Das ist alles zwar viel besser geworden, aber ist das wirklich die Grenze des Machbaren? Vielleicht ist das Gehirn doch nicht in der Lage, die nicht vollständig korrigierte Aniseikonie auszugleichen? Die unterschiedliche Bildgröße wurde nur geschätzt durch Einschieben eines Glases mit entsprechender Vergrößerung in die Messbrille. Ich musste dann berichten ob es besser wurde. Das ist äußerst schwierig zu beantworten, wenn man nur auf Zahlen schaut. Gibt es da keine andere Messmethode?
Meine "neue" Augenärztin meinte noch, ich würde gar nicht schielen und riet mir zu einer Augenklappe. Ich war so perplex darüber, dass ich gar nicht mehr darauf geantwortet habe. Das Auge hat ja einen Visus von 0,8, es schaut nur nicht mehr in die Richtung, wie ich es gerne hätte. Wenn ich das geschädigte Auge verschließe, dann finde ich mich überhaupt nicht zurecht! Sollte man es wirklich hinter einer Klappe verbannen?
Für hilfreiche Tipps, wie immer, sehr dankbar!
agnes