Laut der Aussage meiner Mutter fing ich im 8. Lebensmonat (1966) plötzlich auf dem rechten Auge an einwärts zu schielen. Erst im Alter von 6 Jahren wurde durch eine Augen-OP der Schielwinkel korregiert. Die OP hätte eigentlich unmittelbar nach dem Auftreten des Schielens erfolgen müssen, da die Entwicklung des Sehens schon im 4. Lebensjahr weitgehenst abgeschossen ist. Die Folge war, dass ich rechts schwachsichtig wurde und an horror fusionis litt. Trotz organisch gesunder Augen war ich nicht in der Lage, die Bilder meiner beiden Augen zu verschmelzen. Man kann sagen, dass ich das Sehen nicht richtig erlernt habe.
In der Kindheit konnte mein Gehirn die Doppelbilder noch weitgehenst unterdrücken. Aber mit zunehmendem Alter wurden die Doppelbilder unerträglich. In 2006 habe ich mich dann dazu entschlossen, mir eine undurchsichtige Linse in mein rechtes Auge einpflanzen zu lassen. Seit dem sehe ich Einäugig. Leider habe ich rechts aber noch einen Seheindruck, da das rechte Auge noch Licht wahrnimmt. Der Lichteinfall verwirrt mich schon öfters.
Da ich 40 Jahre doppelt gesehen habe, ist das nicht spurlos an mir vorrüber gegangen (z.B. räumliche Unsicherheit , mangelde Konzentration, ständig mit sich selbst beschäftigt, Blickkontaktprobleme, Niedergeschlagenheit, Depressionen usw.). Mich würde daher interessieren, wie andere Menschen mit horror fusionis zurecht kommen oder kamen.