Hallo Melly,
ich habe den Text schon mehrmals gelesen.
Leider sehe ich keinen eindeutigen Ansatz zur Hilfe.
Ob Dir eine Uni-Klinik ala Giesen hilft, muss ich bezeifeln. Leider sind dort weit einfachere Fälle mit DB (aus meiner Sicht) nicht befriedigend gelöst worden. So habe ich u.a. einen Kunden, der über 10 jahre nach Schlaganfall mit DB lebte, versorgt und die DB waren weg. Dieser Kunde war im Vorfeld in mehreren Uni-Kliniken (u.a. Giesen) und bei zig Augenärzten, zuletzt hatten alle abgewunken und ihm bescheinigt, er solle mit den DB leben lernen, man könne ihm nicht helfen.
Der Kunde kam eher zufällig zu mir ins Geschäft mit einer 12 Jahre(!) alten Brille und wollte die Gläser in einen neuen Rahmen geschliffen bekommen.
Auf meine Frage, ob wir nicht erstmal messen sollten, winkte er ab mit dem Kommentar, er sei in verschiedenen Kliniken gewesen und bei ix Augenärzten, bei seinen Augen sei nichts zu machen, denn er habe Doppelbilder!
Ich brauchte viel Überzeugungsarbeit und Zureden, damit der Kunde bereit war, sich auf meinen Prüfstuhl zu setzen.
Immer wieder kam der Satz, ich wolle doch nicht behaupten, mehr zu wissen als alle Augenärzte. Nach 20 min. waren hier die DB weg. Und obwohl der Kunde es sah, wollte er es immer noch nicht glauben.
Noch heute nach über drei Jahren, schüttelt er den Kopf, wenn er mich sieht und sagt mir, das könne er Alles einfach nicht verstehen! - Ich füge hier gerne ein, dass das nicht generell so einfach klappt, wie in dem angesprochenen Fall. Ebenfalls gibt es ca. 1/3 Fälle, in denen man nach Schlaganfällen leider auch nicht helfen kann und in einem weiteren Anteil schafft man nur eine befriedigende bis ausreichende Versorgung. Und keinesfalls weiß ich mehr, als ein Arzt, aber mein Auftrag ist es bestmögliche Brillen anzumessen, natürlich geht es bei diesem Bilderschieben nicht nur um beste Schärfe, sondern auch um möglichst perfekte beidseitige Übereinstimmung der Bildlagen in beiden Augen.
Leider ist ein solch positiver Ablauf in Ihrem Fall erstmal nicht zu erwarten, dass ist die Krux!
- Denn Ihre Augen kommen im Gegensatz von dem Schlaganfall-Geschädigten zuvor nicht von einem angelernten Binokularsehen her, sondern dieses wurde zur Zeit des Schielens immer unterdrückt und gehemmt. Genau dies ist aber durch die Operationen, evtl. zusätzlich durch die damaligen grob angemessen Prismen aufgebrochen worden. Die Folgen sind bekannt.
Sie brauchen eine absolute Koryphäe auf dem Gebiet des Binokularsehens und viel Geduld und Energie. Über einige(?) aufeinander gut abgestimmte Schritte kann versucht werden, diese DB aufzubrechen und zur Fusion zu bringen. Eine Einzelmassnahme wirkt da, leider nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Und bei falscher Vorgehensweise können sich die DB eher verfestigen (s. Zustand n. OP beschrieben). Sollten diese Schritte nicht von Erfolg führen, bleiben nur als Alternativen beide Bilder sehr weit voneinander zu trennen oder ein Auge zu occludieren (abzudecken, mittels undurchsichtiger KL oder Mattglas).
Leider habe ich noch keine bessere Prognose für Sie. Natürlich können Sie ärztlicherseits das eine oder andere probieren. Evtl. schreibt Ihnen hierzu auch AgnesMaria noch einen Beitrag aus ärztl. Sicht.
Update mit kleinen Erläuterungen im Text erstellt