Hallo,
es geht um meinen Sohn. Er wird im Mai 5 Jahre alt und sieht schlecht.
Angefangen hat alles, als er mit 14 Monaten nach einem Krankenhausaufenthalt plötzlich ganz stark auf beiden Augen zu schielen begann. Er schielte damals so heftig, daß man stellenweise bei ihm nur noch das "Weisse" vom Auge sehen konnte. Die Linsen waren damals völlig verdreht in sämtliche Richtungen. Die Augenärztin verordnete damals eine wechselseitige Abklebetherapie für jeweils 1-2 Stunden täglich. Außerdem war er schwach weitsichtig, aber eine Brille bekam er damals noch nicht, weil seine Dioptrie-Werte nur sehr schwach waren. Nach etwa 7-8 Monaten verschwand das starke Schielen genauso plötzlich, wie es gekommen war.
Bei sämtlichen augenärztlichen Kontrollen, die er seitdem hatte, konnte kein räumliches Sehen nachgewiesen werden. Außerdem war seine Sehstärke links immer ca. 60% und rechts ca. 30%.
Es folgten mehrere Versuche, das rechte Auge zu trainieren mit Hilfe der Okklussionstherapie. Nach den Therapien (mehrere Monate Abkleben des linken Auges) ist seine Sehkraft rechts immer gestiegen. Zuletzt hatte er vor 2 Monaten sogar 80% Sehkraft erreicht, also deutlich mehr als auf seinem besseren linken Auge! Wir hatten zuletzt 7 Monate lang sein linkes Auge immer für 4 Tage pro Woche abgeklebt, dann wieder 3 Tage pausiert.
Doch wenn wir dann die Okklusions-Therapien beendeten, sank seine Sehschärfe jedesmal ganz stark wieder ab. Momentan sieht er rechts wieder nur 20%. Es hat sich also innerhalb von 8 Wochen wieder ganz massiv verschlechtert.
Der Augenarzt hat meinem Sohn jetzt eine stäkere Brille verordnet (jetzt rechts: +2,25 Sph., -0,50 Cyl. und 168. A und links: +2,50 Sph., -1,25 Cyl. und 177 A.) Vorher hatte er eine schwächere Brille. Wenn sich seine Sehkraft dadurch nicht verbessert, müssen wir bald wieder mit der Okklussionstherapie beginnen.
Im Alltag ist mein Sohn sehr eingeschränkt. Er ist ziemlich tollpatschig, stößt sich oft, fällt Treppen herunter usw. Außerdem hat er große Mühe, Dinge mit schwachen Kontrasten zu erkennen. Zum Beispiel wenn bunte Bügelperlen auf einem farbigen Untergrund (bunter Teppich) liegen. Oder wenn hölzerne Perlen auf einem braunen Tisch liegen. Da hat er größte Mühe, sie zu sehen. Meistens tastet er dann den Tisch ab, wenn er nach ihnen sucht! Wenn die Perlen auf einem weißen Papier liegen, erkennt er sie aber sehr gut. Gestern fiel mir auf, daß er hell-rosa Büroklammern auf unserem braunen Teppichboden nicht erkennt. Er hat alle anders farbigen Büroklammern sofort aufgehoben, aber die rosafarbenen konnte er nicht sehen.
Ich beobachte auch, daß er immer sehr nahe an die Bücher herangeht. Meiner Meinung nach sieht er in der Nähe deutlich besser, als in der Ferne. Wie kann das sein, wo er doch laut Augenarzt Weitsichtig ist?
Nun mache ich mir große Sorgen um ihn, wie es wohl in der Schule werden wird. Ob er die Linien überhaupt erkennt, auf denen er schreiben soll?
Warum kann es sein, daß sein schlechtes Auge immer so stark wieder absinkt mit der Sehschärfe, sobald wie die Okklusionstherapie beenden? Müssen wir jetzt evtl. sein besseres Auge bis in die Pubertät hinein abkleben?
Sein besseres Auge sieht auch keine 100%, sondern nur 60%. Ich bin sehr besorgt. Der Augenarzt meinte, das wäre im Rahmen seines Alters noch normal. Müßte er mit knapp 5 Jahren nicht schon deutlich besser sehen können mit dem besseren Auge? Machen wir durch die Okklussionstherapien nicht noch sein besseres Auge kaputt?
Gibt es vielleicht betroffene, die mir von ihren Erfahrungen berichten können?
Kann sich seine Sehschärfe auf beiden Augen noch verbessern?
Gibt es Erfahrungen über die Schulzeit?
Der Augenarzt meinte, daß mein Sohn seinen Führerschein später einmal problemlos machen kann. Ich hingegen bin pessimistischer. Wir wohnen auf dem Land, bei uns fahren kaum Busse und eine Haltestelle für den Zug gibt es nicht.
Wer kann mir etwas Mut machen, oder durch Erfahrungsberichte helfen?
(Wir haben noch einen älteren Sohn. Er ist jetzt 7 Jahre alt und hat super gute Augen. Schon als kleiner Junge (3 Jahre) war sein Hobby, kleine gelbe Pistolenkugeln auf dem Fußweg aufzusammeln. Er liebte die kleinen Kügelchen. )
Liebe Grüsse,
Muffi



