Liebes Forum,
ich habe eine starke Kurzsichtigkeit (letzte Optikermessung L -8,0; R - 7,25). Im Alter von 10 Jahren begann es mit - 0,5 dpt. Die Augen werden immer noch alle 2-3 Jahre etwas schlechter. Zuletzt bekam ich meine neue Brille im Herbst 2009. Allerdings trage ich seit 20 Jahren fast nur Kontaktlinsen - ohne Probleme.
Seit über 2 Monaten leide ich (w, 34) an plötzlich aufgetretenen Augenschmerzen und Doppelbildern. Zu Beginn nur abends, aber recht schnell war es so, dass die Symptome schon nach dem Aufwachen anfingen. Morgens fühlen sich meine Augen wie ausgeleiert an. Die Doppelbilder (horizontal, nur bei beidäugigem Sehen), habe ich den ganzen Tag - im schwankenden Ausmaß. Dazu kommen ab und zu Nackenschmerzen (ohne erkennbaren Zusammenhang mit Körperhaltung) sowie Ohrensausen / Tinnitus.
Befund 2 Augenärzte:
kein organischer Befund - ich sollte das evtl. neurologisch abklären lassen
Befund 2 Orthoptistinen:
- leichte Esophorie diagnostiziert (nicht kompensiertes verstecktes Innenschielen, das wusste ich schon) , aber keine Prismen oder Klebefolie empfohlen, da zu kleiner Schielwinkel
- Augenmessung per Tröpfchen-Methode ergab keine verlässlichen Werte, da die Augen trotz 4-facher Dosis immer selbst scharfstellten,
- es wurde mir eine abgeschwächte Brille empfohlen (L -7,0; R - 6,5), da durch eine mögliche Überkorrektur ("künstlich weitsichtig gemacht") die Esophorie verstärkt würde
- Ich sollte auf keinen Fall Prismengläser tragen, da das Schielen sonst manifestiert werde
Durch die schächere Brille ( 70 % ) sind meine Beschwerden geringfügig besser geworden. Meine alte Brille (50
bringt noch ein wenig mehr Erleichterung, sie kann ich aber nur am PC tragen, weil ich sonst zu schlecht mit ihr sehe. Aber Doppelbilder habe ich mit ihr ebenfalls.
Befund Wf-Spezialist (Meister):
keine Prismen erforderlich, da Schielwinkel zu klein
Befund Neurologe:
- jippieh, laut MRT kein Tumor, keine multiple Sklerose (nächste Woche wird Hirndurchblutung gemessen)
- evtl. sollte ich über Psychotherapie nachdenken
Befund Orthopäde:
- Symptome können durch HWS-Syndrom entstehen
- Blockade am oberen Halswirbel (Atlas) gelöst (vor 8 Tagen), Physiotherapie verschrieben bekommen, Atlastherapie nach Arlen empfohlen (500,- EUR)
Nach der Deblockierung sind tatsächlich die Ohrengeräusche erheblich besser geworden! Ich denke über die Atlastherapie nach, da die Doppelbilder mit Funktionsstörungen im Gerhin aufgrund HWS-Syndrom zusammenhängen können (Triggerpunk.
Befund Physiotherapeutin:
- Ursache für die Symptome könnte ein Schädel-Hirn-Trauma aufgrund eines Hinterkopfsturzes vor rund 10 Jahren sein, das sich erst jetzt aufgrund Alter, Stress etc. bemerkbar macht
- Psychotherapie sollte ich erst mal nicht machen, es sei doch eher ein organisches Problem
- sie führt Cranio-Sacral-Therapie durch (gestern 1. Sitzung von 6) - bisher natürlich noch ohne Wirkung
eigene Internetrecherchen
Die Symptome deuten bei mir auf einen Akkommodationsspasmus hin: Die Augenmuskeln verkrampfen aufgrund ständiger Naheinstellung, ausgelöst durch eine Überkorrektion der Kurzsichtigkeit i.V.m. Stress und ständiger PC-Arbeit. Resultat ist die Verstärkung eines vorhandenen Innenschielens, Asthenopie sowie eine subjektiv wahrnehmbare "Pseudomyopie", die wiederum zu höheren Messwerten beim Optiker führt.
Das würde meine alljährlichen neuen Brillenwerte und das recht plötzliche Auftreten der Symptome erklären! (Mit-Ursache könnte sein, dass ich meine Kontaktlinsen eigentlich nie proffessionell anpassen, sondern immer nur aus den Brillenwerten ableiten ließ.)
Der Akkommodationskrampf kann wohl nur ein paar Tage, aber auch über Jahre anhalten. Er kann nur mittels Tröpfchen-Messung (wegen Entspannung der Muskeln) erkannt werden. Dafür benötigt man aber wohl die starken Tropfen.
Ich habe in der nächsten Woche wieder einen Termin bei der Orthoptistin. Ich möchte das Thema "Akkommodationskrampf" und eine geeignete Therapie mit ihr besprechen. Allein die Empfehlung einer schwachen Brille ist doch keine Lösung, denn dies bringt nur eine ganz marginale Verbesserung der Asthenopie - bei schlechter Sehschärfe. Ich will ja noch was sehen können. Wie kann dieser Akkomodationskrampf mit Pseudomyopie therapiert / rückgängig gemacht werden? Welche Methoden gibt es? Welche Erfolgsausschten? Man könnte natürlich auch einfach sagen "Mach die Augen zu, dann hören die Beschwerden auf" 
Ich bitte ganz herzlichst um Rat, Erfahrungen, Therapiemöglichkeiten.
Vielen Dank im Voraus,
Miri


Kontaktlinsen tragen ist erst recht schwierig, weil ich nicht die richtigen Werte finde und mir immer schwindelig wird. Habe sämtliche Gößen zwischen 5,0 und 7,5 zu Testzwecken auf Lager... (auch die Stärken, die ich die letzten 5 Jahre problemlos getragen habe, vertrage ich plötzlich nicht mehr)



War ja noch klein bei der letzten OP..