Nun also auf Anregung von Synnie-do ein separater Thread, der zur Diskussion des Buches “Fixing My Gaze” von Susan Barry (Basic Books, 2009) einladen soll. Fuer diejenigen, die das Buch nicht kennen oder deren Schulenglisch etwas verkuemmert ist, habe ich hier mal Teile des Klappentextes uebersetzt:
“Als Neurowissenschaftlerin Susan Barry 50 Jahre alt war, machte sie eine unvergessliche Reise nach Manhattan. […] Barry schielte und war ‘stereoblind’ seit fruehester Kindheit. Nachdem sie ein halbes Jahrhundert lang ihre Umgebung als flach und komprimiert wahrgenommen hatte, sah sie Manhattan an diesem Tag zum ersten Mal in ihrem Leben mit Stereo-Tiefenwahrnehmung. Als Neurowissenschaftlerin verstand sie, wie aussergewoehnlich diese Transformation war, nicht nur fuer sie selbst, sondern auch im Hinblick auf unser wissenschaftliches Verstaendnis vom menschlichen Gehirn. Wissenschaftler hatten lange Zeit geglaubt, dass das Gehirn lediglich waehrend einer ‘kritischen Periode’ in frueher Kindheit formbar sei. Die Theorie sagte, dass Barrys Gehirn sich, als sie ein Baby war, so organisiert hatte, dass Doppelbilder vermieden wurden – und dass eine Neuverschaltung im Erwachsenenalter unmoeglich sei. Aber Barry fand eine Optometristin, die ihr eine wenig bekannte Form von Visualtraining verschrieb; nach intensivem Training konnte Barry schliesslich erreichen, was andere Wissenschaftler, wie auch sie selbst, vorher fuer unmoeglich gehalten hatten.”
Der etwas schwuelstige Ton wird dem sehr gut geschriebenen und wissenschaftlich kompetenten Buch nicht ganz gerecht, finde ich (der Verlag moechte natuerlich eine moeglichst breite Kaeuferschicht ansprechen!), aber er sollte zumindest einen Eindruck vermitteln, worum es hier geht.
Das Buch hat mich jedenfalls sehr beeindruckt, zumal ich selbst seit ca. 40 Jahren unter Schielen und Doppelbildern leide. Es enthaelt auch viele nuetzliche und fuer Laien verstaendliche Hintergrundinformationen, u.a. ueber die Entstehung des Schielens.
Ich schreibe hier nur als Betroffene und habe kein spezielles Fachwissen ueber Optometrie oder Augenheilkunde. Wie einige andere Schreiber in diesem Forum habe ich schon seit langem keine Hoffnung mehr gehabt, dass die Doppelbilder jemals verschwinden koennten. Nun aber wirft Susan Barrys Erfahrungsbericht, zusammen mit der steigenden Zahl anderer Forschungsberichte ueber die Plastizitaet des Gehirns im Erwachsenenalter, die Frage auf, ob sich Visualtraining vielleicht doch noch lohnen koennte…
Es waere schoen, wenn andere Forumsmitglieder, die fachliche Ahnung oder selbst schon Erfahrung mit Visualtraining haben – ob sie nun das Buch kennen oder nicht – hier ihre Meinungen bzw. Erfahrungen beitragen koennten!
LG Doris
PS: Das Fehlen von Umlauten bitte ich zu entschuldigen – es ist keine Spaetfolge des Strabismus sondern liegt daran, dass ich eine englische Tastatur habe.


) und konnten dadurch so Manches kompensieren. Da stellt sich natürlich für mich die Frage, ob einiges auch intelligenzabhängig ist und es gewissen Menschen dadurch und durch eisernen Willen hin und wieder gelingt, der Schulmedizin ein Schnippchen zu schlagen....




und links (50 - 80