Hallo elbe,
der von Dir angegebene Wert könnte über einen OP-Eingriff, sinnvoll nur angegangen werden, wenn eine Aufteilung des Wertes auf beide Augen erfolgt.
Dies wird i.d.R. so nicht gemacht.
Vielmehr geht man so vor, dass ein Auge max. korrigiert wird, bei Dr. Gorzny ca. 45 Prismen. Der Rest wird evtl. (meistens nur bei Beschwerden) weiter brillentechnisch korrigiert. Sollte er Langzeitstabil sein, kann der Restfehler durch einen zweiten Eingriff erfasst werden.
Merke: I.a.R. ist bei hohen seitlichen Werten noch keine gute Feineinstellung möglich. Hier zeigen sich erst in einer gewissen Zeitdauer nach einer OP die wahren Verhältnisse.
Die OP selbst ist in ca. 1/4h über die Bühne. Danach bleiben für wenige Tage leicht kratzende Irritationen aufgrund von Nahtmaterial an der Bindehaut, welches sich allermeist innerhalb von 10 tagen von selber auflöst. Die ersten Tage arbeitet man mit Salbe zur Rückfettung und antibakterieller Wirkung, später noch mit Tropfen insgesamt acht bis 14 Tage. Das operierte Auge ist anfangs stark gerötet. Die Rötung verliert sich manchmal schon innerhalb eines Monats, kann aber bis zu einem Jahr teils auch nur sporadisch auftreten.
Arbeitsfähig ist man je nach Beruf und Tätigkeit normaler Weise nach 8 bis 14 Tagen wieder, selten wird man auch mal für 3 Wochen krank geschrieben.
Die ersten Tage sollte man Haarewaschen unterlassen, Schwimmen wird wegen der Infektionsgefahr die ersten Wochen nicht angeraten.
Allermeist ist am Auge selbst so wenig spürbar, dass man sich bewust machen sollte, dass hier ein Eingriff unternommen wurde, und gewisse Rücksichtnahme sinnvoll bleibt.
Dr. Gorzny ist ein alter Hase, was Schiel-Ops´angeht, hier ist man in guten Händen. Mir bleibt wichtig, darauf hinzuweisen, dass die OP den WF-Wert nur verringert.
Es macht viel Sinn gerade nach einem Eingriff, in vernünftigen Abständen, das Binokularsehen zu verfeinern und die Reste einer Korrektion zuzuführen.
In sehr seltenen Fällen gibt es nach der OP, aus unterschiedlichen Gründen anfangs Komplikationen bis hin zu Doppelbildern. Diese können und sollten an versierter Stelle sehr schnell brillenglastechnisch korrigiert werden. Allermeist sind dies nicht vorhersehbare Reaktionen auf den Eingriff selbst, die einen weniger versierten Operateur sehr schnell zur Rück-Op verleiten könnten. Das wäre aber falsch. Bei fachlich richtiger Reaktion löst sich die dahinter steckende Verkrampfung in der Augenstellung teils schon während der Überprüfung mittels der Augenglasbestimmung, ansonsten durch vorübergehendes Tragen eines entsprechenden Ausgleichsprismas. Alle weiteren Komplikationen wären so selten, das sie hier keinerlei Erwähnung finden müssen. (z.B. Natürlich kann jede Narkose schon allein tödlich enden. Aber davon geht wohl keiner bei einer OP wirklich aus)
- Deshalb zuerst einmal Alles Gute - und viel Erfolg!
Ich selber habe auch eine solche OP hinter mir (1994), und einige meiner Kunden waren auch bei Dr. Gorzny. Echte gravierende Probleme gab es in den 22 Jahren, in denen ich mit der Materie beschäftigt bin, durch ein OP selbst nie.
Der schlimmste mir bekannt gewordene Fall war ein im Umfeld der OP vom Operateur entdeckter winziger Netzhautdefekt. Dieser erwies sich im Nachgang durch klinische Untersuchungen etc. als bösartiger mikroskopisch kleiner Tumor, der leider in der Folge zum Verlust des gesamten Auges führte. Hier hätte der ein 3/4 Jahr zuvor erfolgte WF-Eingriff unterbleiben können.