Hallo Eberhard,
duschreibst
"Herstellen kann man es durch den monokularen Rot/Grüntest, oder durch beste monokulare Schwärzung (ohne Verkleinerung) am Optotypen."
In der Praxis mag der Unterschied zw. R/L "bester" Korrektion und "Refraktionsgleichgewicht" marginal sein. Trtzdem finde ich es wichtig die Dinge definitionsgemäß zu trennen. Ein Refraktionsgleichgewicht oder auch -ungleichgewicht kann nur festgestellt werden indem der Zusatnd beider Augen zeitgleich überprüft wird. Das ist bei einem Alternierenden nicht möglich.
Wie sinnig oder unsinnig das Kreuz (oder auch der sog. Zweifeldertest) für den binok. sph. Feinabgleich ist - darüber kann man streiten. Der Test ist der beste, der die höhere Sensitivität besitzt. Schwärzeempfinden wird durch sehr viele Faktoren u.a. den Visus, evtl. Trübungen etc. bestimmt. Deshalb muß Schwärzegleichheit nicht unbedingt auch Refraktionsgleichgewicht bedeuten. Der binokulare RGT liefert hier für mich nachvollziehbarere Ergebnisse.
Klar kann es im Falle einer FD-Korrektion (so die FD wirklich existiert und ihre Korrektion sinnvoll ist) durch die Änderung der Bildlage zu einer Intensivierung der Schwärze kommen. Aber auch das hat mit dem geringeren Visus parazentraler NH-Stellen zu tun und funktioniert nur dann zuverlässig, wenn a) monokular die Abbildung wirklich zentral und b) der Visus R/L halbwegs gleich war. Den Cowentest ersetzt das Kreuz aber - wenn man pingelig ist - nicht.
Ob man allerdings überhaupt bei jedem einen binokularen Feinabgleich ob Kreuz oder am RGT durchführen muß ist eine andere Frage.
Adele, einen binokularen RGT wende ich an wenn ich bei der monokularen Refra zwischen zwei Werten schwanke oder einen komplizierten Sonderfall habe. Einen monokularen und binokularen Abgleich auf der "Straße" halte ich für wesentlich wichtiger als einen binokularen Feinabgleich am Cowen oder Kreuz oder sonst einem Test.
Der Meßfehler bei 5 m Refraraumlänge liegt bei rechnerisch 0,2 dpt. Das ist nicht wenig. (Bei 6 m sinds immer noch über 1/8 dpt.)
Ein "Problem" beim Skiaskopieren ist die konstante Prüfentfernung. Blick und Griff zum Meßkasten bringen gewisse Ungenauigkeiten. Ein blind bedienbarer Phoropter hat hier eindeutig Vorteile. Leute die Übung im Skiaskopieren haben (ich habe sie nicht) kommen auf sagenhaft genaue Ergebnisse. Auf jedenfall rutscht das Ergebnis nicht so gegen Minus ab wie bei einem Autorefraktometer.
Ich habe letztens ein Experiment gestartet einem Ehepaar das 800 km entfernt von Adis Abeba im Busch eine Gesundheitsstation betreibt Grundzüge des Skiaskopierens beizubringen. Obwohl beide von Optik Null Ahnung haben, waren Sie nach kurzer Schulungs-Zeit in der Lage sich gegenseitig (mit künstliche eingestzten RD's) zu korrigieren. Grade Skiaskopieren ist reine Übungssache und ansonsten ein rein schematischer Vorgang. Viel von Optik verstehen muß man dafür nicht. Umso erstaunlicher ist die ereichbare Genauigkeit.
Gruss,
db