Hallo Eli,
Hallo Kerstin,
ich mag hartnäckiges Nachfragen - da bin ich selbst auch Experte!
Also gehen wir mal an den Polatest
Hier siehst du den waagrechten Balken tiefer. Wie Kerstin schon angedeutet hat sieht man diesen bei "normaler Filterstellung" mit dem linken Auge.
Hier also richtig -> wenn das linke Auge im Verhältnis zum rechten höher steht dann "zeigt" der Richtungswert "geradeaus" der Foveola nach oben. Wenn jetzt oben "geradeaus" ist, dann ist alles von diesem Richtungswert aus gesehen alles zu tief (also waagrechter Balken zu tief - mit der inversen Filterstellung ist aber alles andersherum).
Das Kreut ist verschoben wegen der Richtungswerten auf der Netzhaut.
(da man die Höhe ja umgekehrt zur Augenstellung wahrnimmt, hab ichs richtig verstanden?).
Das stimmt also - wenn denn die Augen wirklich abweichen (Schielen)!
Jetzt schauen wir uns den Fall an mit Deinen erzeugten Doppelbilder
Du schielst nach innen (richtig?) - also ungekreuzte Doppelbilder richtig!
so und jetzt ist das linke Bild zu hoch.....genau anders wie am Polatest - warum -> hier Möglichkeiten
1.) Wie Kerstin schon erwähnt hat - inverse Filterstellung am Pola, dann würde es wieder zusammenpassen
2.) unser Augapfel wird von 12 äußeren Augenmuskeln gesteuert, für das absichtlich nach innen Schielen werden vor allem die beiden inneren geraden gebraucht. Natürlich ist es nicht so das alle anderen Ihren Muskeltonus "auflösen" würden bei dieser starken Konvergenz. Je nach Kopfhaltung etc. sind diese immer mehr oder weniger aktiv. Hier kann dann schon in diesem Zustand eine zusätzliche Höhe auftreten. Bei Dir anscheinend so das Sie genau andersherum ist wie am Pola.
Man misst bei der MKH sowieso in der Nähe - falls da eine andere Höhe auftritt ist das von Bedeutung. Aber bei der physiologischen Diplopie würde ich das noch keiner großen Bedeutung zuordnen. Man sollte sich manche Dinge evtl .noch genauer anschauen.
Also in unserem Gedankenkonstrukt war der Höhenversatz immer der Richtungswert auf der NH!
Jetzt kommt was ganz anderes die Kopfneigung!!!!!
Das hat mit diesen Richtungswerten nicht viel zu tun. Schau auf einen Punkt in der Ferne lege den Kopf nach links. Ist er deswegen nicht mehr zentral abgebildet - sondern zu hoch? Er ist noch ziemlich zentral - nur verdreht! Aber auch nur bedingt dank unseren Gleichgewichtsorgans macht das Auge mehr oder weniger eine Ausgleichsrollbewegung.
Wenn man keine Doppelbilder hat passiert erst mal nichts. Wenn man welche provoziert und der Kopf nach links geneigt ist. Dann steht das rechte Auge höher - sprich unser Zentralrechner errechnet aus der Raum-Lage -> rechtes Bild höher. Hier spielt es keine Rolle ob gekreuzte oder ungekreuzte Doppelbilder! Rechtes Auge höher -> rechtes Bild höher
In unserem Gedankenspiel haben wir also zwei Faktoren
1. Richtungswerte
2. Kopfneigung
Dein Denkfehler war -> du neigst den Kopf und dann ergibt sich eine Querdisperation auf der NH(Verschiebung des Bildes auf der NH von der Foveola weg). Oder??
Alles klar??
Ich mag hartnäckiges Nachfragen!
viele Grüße
Georg