Ich wollte zu Merlins Artikel über LASIK einen Beitrag schreiben, leider war die Diskussion da schon geschlossen. Mir geht es aber gar nicht so sehr um diesen Artikel selbst, sondern um die daraus entstandene Diskussion und die gezeigten Empfindlichkeiten.
Empfindlichkeit wegen persönlicher Diskreditierung halte ich immer für berechtigt. Wenn sich jemand aber stellvertretend für einen Berufsstand diskreditiert fühlt, dann stellen sich mir doch etliche Fragen zu Ethos, Können, Selbstverständnis und Profit, wie ich sie zu Merlins Artikel wie folgt formuliert hatte
Mein Eindruck von Merlins Artikel zu LASIK war zuerst auch, dass die LASIK positiv dargestellt würde, dann fragte ich mich, was will uns Merlin damit sagen und ich hätte mir eine klare Wertung gewünscht. Aber dann überlegte ich, wenn 5% aller Reparaturen an der Bremsanlage eines Autos nachgebessert werden müssten? Eine Katastrophe!
Zu einer Behandlung an der HWS sagte mir vor etlichen Jahren ein Arzt „über die Risiken wollen Sie sicher nicht informiert werden“. Ich aber wollte und erfuhr von einem Risiko von 150000 (0,002%!) einer Lähmung. Das klang verschwindend klein und ich ließ mich behandeln. Heute schätze ich diese Methode als kriminell ein, obwohl sie weiter praktiziert wird.
Vor einigen Jahren wollte mir ein allgemein anerkannter Spezialist für Hand-Chirurgie unbedingt meine unerklärbar geschwollene linke Hand operieren und das bei einem ähnlich hohen Risiko der Lähmung der Hand. Vom CTG gab es nur den Befund eines atypischen Hämatoms. Diesmal sagte ich nein danke. Zwei Wochen später verschwand die Schwellung für immer.
Gerade habe ich im Fernsehen gehört, dass das Risiko sich im (deutschen) Krankenhaus mit multiresistenten Keimen zu infizieren höher ist, als sich mit AIDS zu infizieren. Auf die Ursachen möchte ich hier gar nicht eingehen aber wer warnt mich vor hemmungslosem oder ungeschütztem Aufenthalt (als Patient) in einem Krankenhaus? Soviel zu Risiken!
Fakt ist, wir (alle) Menschen sind unzulänglich - mehr oder weniger. Das reicht von skrupellos, fahrlässig, unfähig bis zu das Beste geben, es gut, sehr gut oder perfekt machen. Menschen (nicht Götter) gibt es zwangsläufig in allen Berufen, also auch unter den Ärzten. Der Unterschied ist nur, ob ein gemachter Fehler behoben werden kann, „nur“ Geld kostet oder ein Leben damit ruiniert wird. Insofern ist nur die Verantwortung und Konsequenz sehr unterschiedlich.
Eine verallgemeinert formulierte Kritik an einem (beliebigen) Berufsstand drückt umgangssprachlich nur aus, dass es in diesem Berufsstand die Menschen gibt, wie ich es zuvor erklärt habe. Kritische Angehörige jeden Berufsstandes würden sich (wie ich in meinem Beruf) nicht persönlich angegriffen fühlen, sondern der Kritik sogar grundsätzlich beipflichten. „Grundsätzlich“ meine ich juristisch, nämlich im Grundsatz - von dem es (Gott sei Dank) die Ausnahmen gibt, die es (trotzdem) mal weniger, mal mehr oder auch sehr gut machen.
Ich kann immer nur hoffen, überwiegend die Richtigen zu finden und da danke ich jedem, der mir den entscheidenden Hinweis gibt.




