Hallihallo,
ui, hätte nicht gedacht, dass ein - bzw. zwei - wörtchen eine so intensive debatte auslösen könnten. 
Ich will mich da auch gar nicht großartig einmischen, aber bist du, Dieter, nicht eigentlich Ingenieur? Wieso ist es dir so wichtig, dass die deiner meinung nach richtige schreibweise verwendet wird? Warum lässt du die optiker-fachwelt nicht einfach den begriff verwenden, den sie für richtig hält? Echt nur so aus interesse!
Kleiner scherz dazu am rande Wenn man das auge selbst als "messinstrument" auffasst... und die WF als systematische messabweichung, dann passt deine angeführte definition für "korrektion" doch wunderbar! 
@Monoxid
Ich will das ja gar nicht ausprobieren. Ich wunder mich nur immer wieder, dass ich selbst nach 17 ESO und 8 höhe prismenkorrektion/prismenkorrektur immer noch so große beschwerden habe, wenn sich die WF wieder erhöht hat. Normal hätte ich angenommen, dass die subjektiven beschwerden bei unterkorrektur stetig abnehmen, wenn ich mich meinem endwert nähere.
@Kerstin
Ne, ich hab das "weiße kreuz" noch nicht bewusst wahrgenommen. Vllt kommt das erst in der endphase der korrektion.
@malan
Ja, soweit ich als laie das verstanden habe, ist das genau jener sagenumwobene (;)) "sensorische anteil". Ich könnte mir diesen von kerstin beschriebenen effekt mit dem weißen kreuz auch in etwa nur so erklären, dass ein teil der "schaltungen" im gehirn (sehzentrum) noch auf die alte stelle "geschaltet" sind. So eine art "phantomschmerz" des alten korrespondenzzentrums... 
Übrigens ein guter punkt, was du zur "rückkehr" zum alten zustand geschrieben hast. Ich hab ja trotz hoher WF bisher noch nie dauerhafte probleme mit doppelbildern gehabt. Vllt sind meine augenmuskeln "zu flexibel" dafür. Dafür hab ich dann halt mächtige anstrengungsbeschwerden.
Also fass ich mal zusammen - bzw. stell mal ne zusammenfassende these auf
Augen können auf eine WF unterschiedlich reagieren
1) plastischer muskeltonus
Eine art langfristige "plastische veränderung" der augenmuskeln, um die WF auszugleichen. Diese form dürfte dann ja eigentlich nicht sehr stark mit problemen wie anstrengungsbeschwerden oder kofpschmerzen verbunden sein.
2) kontraktiler muskeltonus
Eine muskelanspannung im "üblichen sinne", bei der ständig energie aufgebracht werden muss, um das auge in der geforderten ausrichtung zu halten. Dies wäre dann der anteil, der zu anstrengungsbeschwerden führt.
3) sensorischer fehler
Eine verlagerung des korrespondenszentrums an eine andere, optisch nicht so optimale stelle der netzhaut, um die muskelarbeit des auges zu entlasten und trotz hoher WF keine doppelbilder zu erzeugen.
4) doppelbilder
Sozusagen die "sicherung" der augenmuskeln, die "herausspringt", wenn die muskelarbeit zum parallelstellen der augen nicht mehr erbracht werden kann. Es hängt aber auch von der entwicklung der WF oder ggfs eines echten schielens in der kindheit ab, wie sehr sich das sehsystem daran gewöhnt, lieber doppelbilder als eine zu große muskelanstrengung zu wählen.
5) alternierendes sehen
Die form des sehens, die sich bei großer WF bzw. bei echtem schielen in der kindheit einstellt, wenn alle anderen mechanismen nicht mehr greifen. Es sieht immer nur ein auge - evtl. abwechselnd. 3D-sehen ist nicht möglich. Im grunde versucht das gehirn bei dieser form schon gar nicht mehr, stereosehen zu etablieren, sondern hat sich (vermutlich schon in früher kindhet) daran gewöhnt.
So. Das ist mein aktueller wissensstand - so, wie ich mir das ganze veranschauliche.
Sicherlich vereinfachtend, gespickt mit falschen fachbegriffen und evtl. sogar überflüssig, weil ich den fachleuten nix neues erzähle. 
Aber man will ja nicht dumm sterben!
Auf der basis dieses kleinen "modells" würde ich mir dann vereinfacht erklären, warum es leute gibt, die bei starker WF-unterkorrektur praktisch keine "beschwerden" haben... und andere (wie mich) die zu starken muskelanstrengungen und kopfschmerzen neigen
Die erste gruppe WFler reagiert auf die unterkorrektur z.b. mit einer großen verlagerung des korrespondenzzentrums. Darunter leidet zwar die binokulare sehqualität, aber nix tut weh. Würde insofern passen, als dass bei mir der elliptische bereich (weiß das fachwort jetzt nicht), in dem sich mein korrespondenzzentrum "bewegen" kann, ziemlich klein ist. Also muss doch wieder viel muskelanspannung her, um den rest durch augenstellung auszugleichen.
Die zweite gruppe WFler hat wie gerade beschrieben einen kleinen korrespondenzzentrum-bereich oder sich in der kindheit daran gewöhnt, schlechtes sehen durch höchstleistung der augenmuskulatur möglichst weit auszugleichen. (wäre bei weitsichtigkeit, starkem astigmatismus und grauem star bei mir nur allzu verständlich) 
Interessant wäre jetzt noch die frage, in welcher reihenfolge eine WF-korrektur typischerweise die oben beschriebenen "korrekturmechanismen" des sehens wieder rückgängig macht. Ich meine mal gelesen zu haben, dass man an den sensorischen fehler erst relativ spät "ran kommt". Vorher löst sich erst mal die muskelanspannung. Dabei aber offenbar erst einmal der "plastische muskeltonus", denn sonst würde die beschwerden durch den "taktilen muskeltonus" ja schon in der anfangsphase auch bei unterkorrektur deutlicher abnehmen.
So, vergebt mir all mein halbwissen, mit dem ich wild um mmich geschmissen habe. Ich habe keine berührungsängste, wenn es darum geht, das mir bisher bekannte so weit wie möglich zum erklären der welt heranzuziehen. 
Ihr könnt meine kleine "theorie" ja gerne korrigieren, erweitern, kürzen oder einfach ignorieren... *g*
LG
chris