Hallo alle zusammen,
ich möchte hier an dieser Stelle mal einen aktuellen Fall darstellen, und dazu mal Eure Meinung und Gedanken wissen
Eine Kundin von mir hat folgende Werte
R sph -2,25 cyl +0,50 A 90°
L sph +0,50 cyl +3,50 A 80° blink
mit einer Addition von 1,50.
Sie hat seit kurzem eine Gleitsichtbrille mit Rodenstock Progressiv Life XS Gläsern und kommt damit nicht klar.
Meiner Meinung nach ist dies kein Wunder. Meine Erklärung
Aufgrund der starken Anisometropie kommt es zu starken prismatischen Höhendifferenzen, vor allem in der Nähe, und genau hier hat die Kundin starke Probleme. Bei Gleitsichtgläsern muß ich den vertikalen Meridian beachten, hier hat die Kundin Rechts eine Wirkung von -2,25 dpt und Links etwa 0,75 dpt. Das ergibt eine Anisometropiedifferenz von 3 dpt. Der Prismenbezugspunkt von einem Gleitsichtpaar hat ja immer den gleichen Prismenwert. Und dieser Punkt liegt bei diesem Glastyp laut Rodenstock 4 mm unterhalb des Fernkreuzes. Das ergibt doch dann mit der Formel P = c mal S' = 0,4cm mal 3 dpt eine vertikale Prismendifferenz von 1,2 cm/m Basis unten im Fernkreuz.
Das ganze für die Nähe ergibt bei einer Progressionszonenlänge von 14 mm demnach P = 1,4cm mal 3 dpt eine vertikale Prismendifferenz von bis zu 4,2 cm/m Basis unten im Nahkreis.
Demnach ist es doch absolut nicht verwunderlich, das diese Kundin mit der Brille nicht klar kommt, wer kann schon vertikal ein Prisma von 4 dpt ausgleichen, oder?S
Mir geht es jetzt darum Stimmen meine Überlegungen und Berechnungen? Kann ich da was mittels Prismenangleich verbessern oder sollte ein prismatischer Höhenausgleich gemacht werden? Wie sind Eure Erfahrungen mit solchen Anisometropiefällen? Wie sollte man weiter verfahren?
Würde mich über Eure Antworten sehr freuen.)
Besten Dank,
Roman
