Hallo Allerseits,
ich habe jetzt meine erste Gleitsichtbrille bekommen und muß mich erstmal dran gewöhnen. Leider bin auch ich nicht vorab - wie hier im Forum schon öfters berichtet - so genau beraten und informiert worden wie es sich damit genauer verhält.
Bei der Abholung habe ich eine kleine "Gebrauchsanweisung" bekommen - Kopf heben und senken um Schärfe einzustellen und Hinweis auf das Treppen-Problem, daß die eigenen Füße - zum Glück - mehr als 40 cm entfernt sind und man den Kopf schon bis zur Schmerzgrenze neigen muß um dorthin 'scharf zu stellen'.
Da ich ein sehr schmales Gesicht und damit auch einen sehr kleinen Augenabstand habe, habe ich auf Empfehlung des Optikers die individuell maßgeschneiderten Gläser (Zeiss) genommen. Trotzdem bin ich schon etwas enttäuscht was die Schärfe zum Rand hin betrifft, besonders im Nahbereich. z.B. jetzt beim tippen ist nur der mittlere Bereich der Tastatur scharf, um auch links und rechts scharf zu bekommen muß ich den Kopf drehen, was dann zu einem schwindeleregenden schaukeln der Tastatur führt. blink
Damit auch schon zu meiner ersten Frage
Das Gehirn ist ja bekanntermaßen sehr lernfähig, was die Verarbeitung der vom Auge gelieferten Bilder betrifft. Was macht das Gehirn jetzt bei der Gewöhnung an dieses Schaukeln der Randbereiche bei Kopfdrehungen?
a) lernt es diese "gerade zu biegen"?
b) lernt es diese Randbereiche einfach zu ignorieren?
c) lernt es, davon nicht mit Schwindelgefühl zu reagieren?
Bei b) würde ich mich eigentlich nicht an die Gleitsichtbrille gewöhnen wollen, weil es bedeuten würde, daß sich mein Gesichtsfeld extrem einengen würde.
Und weitere Fragen
Der nur in der Mitte scharfe Bereich der Gleitsichtbrille zwingt dazu immer möglichst geradeaus zu blicken, und zum Blickrichtungswechsel stattdessen den Kopf zu drehen.
Ich habe jedoch gehört, daß z.B. bei der Bildschirmarbeit genau dieses immer geradeaus gucken sehr schlecht für die Augen sei und habe selbst immer darauf geachtet die Beweglichkeit der Augen zu trainieren. Und mir fällt jetzt auch auf, daß ich anscheinend sehr viel mit Augendrehung arbeite, so bestimmte gewohnte 'Blicke' funktionieren jetzt nicht mehr - ich muß umständlich, nicht nur im Nahbereich, den Kopf schon bei kleinen Blickwinkeländerungen drehen, was ich nicht nur wegen dem dann wieder auftretenden Schaukeln als unangenehm empfinde sondern auch weil es einfach zu langsam ist.
Wird durch diese Notwendigkeit bei einer Gleitsichtbrille nicht auch die Augenbeweglichkeit auf "starren Blick" trainiert?
Bezüglich des Scharfstellens mittels Kopf heben/senken, meinte die Optikerin, man könne für bestimmte Situationen auch mal die Brille auf der Nase etwas weiter runter ziehen. Nachdem ich hier jetzt auch einiges über das genaue "einmessen" der Gleitsichtbrille gelesen habe (Abstand Glas zu Auge, Scheibenwinkel etc.), scheint mir diese Empfehlung eher destruktiv - oder?
Was ist überhaupt davon zu halten, daß die Messungen mit Filzstift auf die alte Brille gezeichnet wurden und nicht wie hier auch häufiger zu lesen mittels einer Computermessung erfolgten?
Ebenso bin ich nach dem studieren dieses Forums jetzt etwas verunsichert, ob die Achsänderung meiner Zylinder (R -0.75/L-1.00) um 5° zur bisherigen Fernbrille nicht etwas arg grob gemessen wurde?
