Hallo Monixid,
Du stellst dir ja selber schon die Frage wie definiert man leiden?
Wer denkt bei Migräne an Winkelfehlsichtigkeit? Oder bei Lichtempfindlichkeit, schnell geröteten Augen, schnellem Ermüden bei Arbeiten am PC oder verrutschen in den Zeilen beim Tabellenlesen, ewig schusselig sein, Bälle nicht gut fangen können, gegen Türen laufen, Treppen hinunterstolpern, HWS-Problemen, kein räumliches Vorstellungsvermögen haben....etc.
Dies sind bestimmt bei weitem nicht alle Symptome, die auf eine WF schließen lassen können, aber ich hatte sie alle, so lange ich denken kann. ABER Ich war damit zufrieden und hatte schulisch überhaupt keine Probleme, im Gegenteil. Ich war in den anderen Dingen halt so wie ich bin.
Und wo der eine schon ein behandlungsbedürftiges Problem bei sich erkennt und auch leidet, da kommt ein anderer immer noch mit klar. Das Stichwort heißt Resilienz. Die einen haben mehr, die anderen weniger.
Ich kam durch Zufall zu meiner Prismenbrille, weil meine Kinder starke Probleme hatten, ich der Augenmessung skeptisch gegenüber stand (da will einer doch nur Geld verdienen....) und mich selber als Testperson messen ließ (meine Kinder waren noch recht klein und ich stellte ihre Antworten an den Optiker in Frage).
Seit ich diese Brille habe, sind meine Probleme verschwunden. Probleme, die ich NIE mit den Augen in Verbindung gebracht hätte, denn ich habe gute Augen. Das sagten mir stets die Augenärzte, wenn ich denn mal da war.
Ich darf nun mit der Brille erleben, was mir vorher alles entgangen war, vor allem, das bessere räumliche Sehen. Ich kannte es vorher nicht, also habe ich es nie vermisst (mein Silberblick ist auf manchen Photos aber deutlich erkennbar). Was man nicht weiß...und als dann wie von Zauberhand auf einmal die Kopfschmerzen und Nackenprobleme besser wurden, konnte ich mir die anderen Arztbesuche (die die Krankenkasse zahlte, nicht aber meine Prismen, obwohl die auf Dauer günstiger kommen als eine CT oder ein MRT) fortan ersparen.
Ich bin bestimmt ein recht "leichter" Fall von WF (immerhin 7 Prismen, aber von Anfang an die selben Werte) und bin froh, dass ich anscheinend stets so gut kompensieren konnte, dass die schulischen Leistungen nie litten. Mein Sohn kann es nicht, er ist ein schwieriger Fall und deshalb kann ich mit den Betroffenen in diesem Forum gut mitfühlen, wo die ersten Korrektionen noch nicht zum gewünschten Erfolg führen. Auch ich bin manchmal verzweifelt, zweifelte zwischendurch auch an der MKH und wünschte lieber mir das schlechte Sehen, als meinem Kind.
Viele Grüße
Kerstin