kerstinb schrieb
Hallo Agnes Maria,
ein divergentes Retraktionssyndrom ist meines Wissens ein Retraktionssyndrom vom Typ II.
Viele Grüße
Kerstin
Das ist so korrekt.
Meine Frage war auch eher lächelnd gestellt, weil ich weiß, das die Einteilung von Retraktionssyndromen nicht in konvergent und divergent erfolgt sondern in Typ I. II. und III. Und laut ICD - 10 gibt es diese Diagnose als offizielle ebenfalls nicht. Das sind so kleine Spitzbübigkeiten die ich mir erlaube.
Aber darum ging es mir eigentlich gar nicht.
Zu der Literatursuche die Herr/Frau Anonymus eingeleitet haben Die Recherche war nicht ganz einfach, denn obwohl Maruo in einer Zeitschrift schrieb die Medlineindiziert ist war bei Pubmed von ihm darüber nichts zu finden. Das ist schon eigenartig. Aber die ZBM hilft hier weiter. Rena bekommt man über Göttingen. Den Bericht der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft werde ich demnächst sicher auch in meinen Händen halten, nur Mühlendycks Beitrag war nicht zu bekommen. Ich setze alle meine Hoffnung in das Berliner Staatsarchiv, denke mir aber, es wird nicht viel anderes drinstehen als sein Zubeitrag zum Strabismus von Kaufmann jetzt schon enthält.
Wenn man http://www4.ncbi.nlm.nih.gov/PubMed/ retraction syndrome eingibt bekommt man über 400 Artikel gelistet, bei divergent retraction syndrome nur zwei wobei nur einer aus dem Jahr 1999 relevant ist.
Wirklich sehr viel Literatur zum divergenten Retraktionssyndrom.
Das wirklich dumme ist, dass es sich nicht um ein Retraktionssyndrom handelt, schon gar nicht um ein divergentes.
Man ging rein von der Motilität aus, also von einem Retraktionssyndrom vom Typ _I_, nur ohne Retraktion und schrieb, da der objektiv gemessene Winkel dort in der Ferne 1 Grad divergent war und in der Nähe 24 Grad divergent, das es sich daher um ein divergentes Retraktionsyndrom handelt. Natürlich stand der Typ nicht als Diagnose da. Die Diagnose an sich ist nicht korrekt und der Befund ist erwartungsgemäß auch sehr konträr.
Der Bagolini war positiv, die Konvergenz gut, der Titmus 1200''. Kopfzwangshaltung war dort binokular nicht nachweisbar. Monokular rechts entsprechend einer Abducensparese links, bei Abduktion stand das linke Auge 20 Grad konvergent, bei Adduktion 10 Grad divergent, keine Retraktion.
Das ist an sich sehr peinlich.
Ich weiß was es ist.
Ein EMG würde eine paradoxe Innervation nicht nachweisen und ein Orbita MRT zeigte links einen verdünnen M. lateralis und einen normalen M. medialis.
Die manuelle Motilitätsprüfung mit Pinzette am Augapfel zeigt keine großen Einschränkungen.
Also? Was ist das?
Das ist jetzt mit Lachfältchen am Auge geschrieben. Ein divergentes Retraktionssyndrom?