Von Mensch zu Mensch
AgnesMaria schrieb
Eberhard Luckas schrieb
ich habe für mich die Entscheidung getroffen, prismatische Verordnungen nur zu geben, wenn vorher augenärztlich untersucht wurde. Ich glaube aber, daß die meisten Kollegen, die sich intensiv mit der binokularen Korrektion befassen, das auch so handhaben. Damit genau das, was Du beschrieben hast, nicht passiert. Ich will kein Schmalspur -Augenarzt sein, dafür Augenoptiker mit ganzem Herzen.Nur als Egänzung Vor einigen Wochen hatte ich u.a. ein Konzil mit der Frage ob eine enokrine Orbitopathie vorliegt. Der Patient hatte Blickeinschränkungen nach oben, vertikale und horizontale Doppelbilder, Schilddrüsenprobleme seit Jahren und im B-Bild waren die Augenmuskeln verdickt. Ich diagnostizierte eine mechanische Beeinträchtigung wegen V.a. endokrine Orbitopahthie. Mein Kollege fand das irgendwie merkwürdig, auch wenn die Schichtbildaufnahmen der Obita per MRT nichts aufweisten und schickte wegen erhöhter Ca-Werte zum Inneren. Der wurde nicht mehr als der den Ultraschall durchführte. Ich hatte mich geirrt. Es war nicht endokrin primär. Es war aber metastatisch bedingt. Die mechanische Beeinträchtigung war korrekt. Es war so schlimm das der Patient heute wohl nicht mehr lebt. Das hat mich zweifeln lassen ob man überhaupt Medizin studieren sollte wenn man dann gar nicht helfen kann. Jede Intervension war in diesem Fall vergeblich. Es hat mich geschockt. Ein 5-jähriges Kind ist nun vermutlich Halbwaise. Auch das ist Alltag bei uns. Hier haben wir nun nicht mehr helfen können, was aber wenn derjenige seine Dopppelbildproblematik bei einem Augenoptiker versorgen läßt der nicht zum Augenarzt schickt deswegen und wertvolle Zeit verstreicht und es sind dann einem die Hände gebunden?
Ich habe das mehrfach erlebt und es macht einen nun nicht gerade glücklich. Können Sie das verstehen?
Wenn DAS die Wunde ist, in die ich den Finger gelegt habe beim Schilddrüsenposting, dann tut mir das sehr leid. DAS kann ich verstehen. Vielleicht verstehst Du nach all meinen verzweifelten Erklärungsversuchen aber doch, worum es mir ging. Um nix anderes als eben diese Menschlichkeit, die da hilft, wo die Medizin selber es nicht mehr kann. Und Du hast sie, das erkenne ich in jenem Posting. Zuviel Fachtermini täuscht nur oft darüber weg. Du weißt was Du fühlst, aber der Patient merkt es nicht. Und manchmal eben auch nicht der "verletzte" Betroffene.
LG
Kerstin

