Hallo,
ich bin die besorgte Mutter einer fünfjährigen Tochter, die einige frustrierende Erfahrungen mit Orthoptsitinnen und deren Art, das Schielen von Kindern zu "behandeln" hinter sich hat. Zu diesem Forum bin ich gekommen über die HP polatest.de, da man dort aber niemanden direkt kontaktieren kann, versuche ich es mal hier.
Grundsatzfrage 1 Was genau ist Winkelfehlsichtigkeit? In der GOÄ gibt es diese Diagnose nicht. Ist das eine besondere Form des Schielens, die auch noch einen anderen Namen hat?
Grundsatzfrage 2 Ist die dauerhafte Verordnung einer Prismenbrille die einzige Möglichkeit, diese Schielform - wenn es denn eine Schielform ist - zu behandeln und wenn ja, WIE sehen diese Brillen aus??? Oder gibt es die Möglichkeit einer prismatischen Korrektur auch über Kontaktlinsen? (ich habe hier schon mal verschiede Beiträge "angelesen" und dabei erfahren, das Randdicken von Prismenbrillengläsern von 9 bis 12 mm wohl durchaus vorkommen, was ja nun kosmetisch nicht mehr gerade wirklich nett aussehen kann.
Warum ich das frage unsere Tochter, inziwschen fünf Jahre alt, hat vor etwas über einem Jahr spontan ein auch für uns Eltern sichtbares Schielen gezeigt. Wir hatten sie aber bis zu diesem Zeitpunkt seit ihrem ersten LJ.regelmässig einer AAin vorgestellt (beide Eltern sind seit Schulalter kurzsichtig, Schielen ist in beiden Familien nicht aufgetreten, es ging uns rein um die möglicherweise vererbte Anlage zur Kurzsichtigkeit), diese Untersuchungen waren alle ohne Befund, Sehkraft immer altersgerecht, stereo-sehen nachgewiesen. Drei Monate nach der letzten AA-Untersuchung dann dieses Schielen. Besuch bei der AAin (bzw. deren Orthoptistin). Mit viel Mühe (in der Rg. wurde uns für die Refraktionsmessung ein über das 2,3 fache hinaus erhöhter Wert wegen besonderer Schwierigkeiten berechnet) stellte die Orthoptsitin eine Anisometropie fest (re +3, li +5). Diese von der Orthopstistin verordnete Brille haben wir dann erstmal anfertigen lassen. Mit dieser Brille zeigte unsere Tochter Verhaltensauffälligkeiten (Stolpern, nicht mehr Klettern und Ballspielen wollen aber auch Ablehnen von Büchern ansehen und anderen Nahtätigkeiten. Der Schielwinkel war für uns auch mit der Brille immer noch deutlich sichtbar. Nach 8 Wochen erfolgte eine erste Nachuntersuchung (mit dieser Brille, obwohl wir die Orthoptistin auf diese Verhaltensänderungen hingewiesen hatten..). Bei dieser Nachuntersuchung erfolgte dann erstmals wieder eine Überprüfung des Stereo-Sehens - nicht nachewisbar, dafür wies die Orhtoptsitin auf dem schielenden (mit +5 korrigierten Auge) eine Sehkraft von nur noch 30% nach. Also Abkleben, da der Schielwinkel aber durch die Brille so gut wie gar nicht geringer geworden war, war die nächste Verordnung eine Bifokalbrille (nochmal +3 auf beide Augen obwohl ein Brechungsfehler in dieser Höhe ja nicht vorlag. Diese Brille haben wir dann nicht mehr anfertigen lassen, sondern den AA gewechselt. Neue Orthoptistin, zunächst sehr bemüht (MRT angeordnet, da das Schielen so spät und plötzlich auftrat, der Kopf ist aber i.O., kein Tumor oder sowas..), nächser Verdacht die Brille ist falsch. Wieder Augentropfen, neue Refraktionsmessung. Ergebnis re +2,5, li +2,5, ausserdem 0,25 Astigmatismus in unterschiedlichen Winkeln rechts und links. Eine Woche nach dem Tropfen subjektive Messung mit diesen Werten, Ergebnis Sehschärfe in der Ferne 1,0, bei der Hornhautverkrümmung geringfüge Änderungen beidseitig. Also neue Brille mit diesen Werten und KEIN Abkleben. Nach weiteren 8 Wochen erneute "Nachkontrolle", diesmal mit Überprüfung der "Nahsehschärfe", hierbei gereinge Unterschiede zwischen re (0,7 und re 0,63). Verordnung der Orthoptistin Abkleben täglich 2 Stunden wenn das Kind im Nahbereich was tut, z.B. mit dem Gameboy spielt (O-Ton der Ortoptistin), auf unsere erstaunt Frage, ob wir wirklich in dem Verdacht stünden, unsere damals geade vierjährige mit einem Gameboy spielen zu lassen, kam dann die Auskunft na dann eben, wenn sie malt oder Bilderbücher anschaut. In den weiteren 6 Wochen bis zum nächsten Termin haben wir versucht, in den Mal-und Bilderbuchzeiten diese 2 Stunden Abkleberei unterzubringen. Zu diesem Termin hat sich dann endlich eine der Oberärztinnen der Augenklinik "herabgelassen", unser Kind auch mal wenigestens anzuschauen. Auf unsere Fragen, welche Aussichten denn diese Brillen-und Klebetherapien hätten und wie wir denn eigentlich diese "nur im Nahbereich abkleben"-Aktion sinnvoll praktizieren können, meinte die dann ganz laidar "tja, wir wissen halt nicht, warum Ihre Tochter schielt. Aber ein Mikroschielenb wird sowieso immer übrigbleiben. Räumlich sehen wird sie nie lernen, das können Schieler nämlich nicht, aber für den Führerschein wirds schon reichen. Und wenn es Ihnen zu umständlich ist, immer nur im Nahbereich abzukleben, können Sie sie auch entweder vormittags 5 Stunden oder nachmittags 5 Stunden am Stück abkleben, Für Ihre Tocher ist das egal, die sieht eh immer nur mit einem Auge. Und eine Amblyopie hat sie auch nicht, wir wollen mit dem Abkleben nur erreichen, dass sie alternierend schielt. Wenn wir das geschafft haben, sind beide Augen gleich gut." Nach dieser hilfreichen Info -im Beisein des Kindes, dass uns dann zu Hause fragte, warum es denn überhaupt diese "Scheissbrille" und diese "Scheisspflaster" tragen müsse, wenn ihr Schielen davon eh nicht wegginge. Seitdem (letzes Jahr Dezember) trägt unsere Tochter weder Brille noch Kleisterpflaster, die letzte Untersuchung beim KiA ergab eine Sehstärke (einzel und nur in der Ferne geprüft) von 1,1 für jedes Auge, sie schielt aber immer noch hin und wieder, vorallem wenn sie müde ist oder einfach nur so vor sich hinträumt.
Vielleicht kann uns ja hier jemand einen Rat geben, ich habe schon Angst, gar nichts zu tun, Aber zu einem dritten AA, der dann auch nur wieder die Kinder an seine Orthoptistin abschiebt, haben wir genug. Vielleicht gibt es ja doch noch AAe, die auch Kinder selbst untersuchen und nicht, wie der Mutter einer Kindergartenfreundin unserer Tochter passiert, der Mutter, die den Arzt (der die Rg. schreibt) bittet, die Messung der Hilfskraft (Orthoptistin) doch nochmal zu überprüfen, der Mutter wörtlich sagte "Dafür kriege ich kein Geld!".
Es wäre schön, einen Rat oder eine Adresse im Hamburger Raum zu bekommen, ich habe schon ein schlechters Gewissen, dieses teilweise auftretende Schielen meiner Tochter nicht untersuchen zu lassen, aber eine Orthoptistin lasse ich an mein Kind nicht mehr ran, dafür waren die Erfahrungen, sie wir persönlich gemacht haben, aber auch das was uns von anderen berichtet wurde, zu schlecht. Und wenn ich die Infos auf www.polatest.de richtig gelesen habe, sind diese Damen auch gar nicht berechtigt, Refraktionsmessungen vorzunehmen oder gar Therapien anzuordnen, leider ist dies aber genau der Standard in AA-Praxen, in denen diese Damen beschäftigt sind.
PS Nochwas wäre nett wenn sich nicht alle Experten die in diesem Forum zur Verfügung stehen, nur noch miteinander streiten, statt den Fragestellern zu antworten.
Danke für Ihre Geduld, aber ich denke, je mehr man erzählt, um so besser kann man beraten werden.
MfG Mama von Hannah2206


