Hallo Linus,
danke für Deinen Hinweis, Du hast Recht.
Ich habe es leider anders erleben dürfen Mal hieß es, mein Sohn hat ein manifestes Schielen, bei der nächsten Kontrolle war es wieder ein latentes Schielen und dabei wurde ich immer darauf hingewiesen, das latente Schielen bedarf keiner weiteren Korrektur, es sei denn, das Kind hat Probleme. Als damals noch ahnunglose Mutter mit einem 3-jährigem Kind , das sich noch nicht artikulieren konnte, wusste ich nicht, welche Probleme das denn hätten sein sollen.
Erst als mein Sohn 9 Jahre alt war und massiv über Kopfschmerzen, Übelkeit und Bauchschmerzen klagte und sich außerdem nicht konzentrieren konnte und 4 Stunden für Hausaufgaben brauchte, konnte ich mich für das Kind auf meine Hinterbeine stellen - zumal ich bis dahin auch schlauer war hinsichtlich latentem Schielen und wusste, dass seine Problematik mit den Augen zu tun hatte. Ich musste die Orthoptistin regelrecht beknieen und in aller Deutlichkeit immer wieder auf seine Probleme aufmerksam machen, bis sie ihm schließlich eine (!) 4er Prismenfolie verordnete (der Optiker und MKH-Anwender hatte bis dahin schon 18 Prismen gemessen). Und ich muss anmerken, ich bekam diese Orthoptistin empfohlen, sie sei pro-Prismenkorrektur eingestellt! Die Jahre zuvor wurde mir bös ins Gewissen geredet von den Ärzten, weil ich mein Kind per Optiker mit Prismen korrigieren ließ.
Es ging ihm 4 Tage lang mit der Folie super, dann "verlangten" seine Augen nach mehr Prismen. Und an dieser Stelle bekam ich keine Folien mit höheren Werten mehr sondern mir wurde sofort zur OP bei dem Kind geraten. Begründung Prismenkorrektur wird nur dann begrüßt, wenn die Werte relativ gering und auch bald stabil bleiben. Die schnell steigenden Werte meines Sohnes würden ihn ins Schielen treiben. Ich habe nie verstanden, warum er gleich operiert werden sollte, anstatt mittels Prismen den kompletten Schiel:wink:el aufzudecken und dann zu operieren. Ich hatte mit der Dame auch eine angeregte Unterhaltung - aber mein Sohn ist bis heute noch nicht operiert.
Ich verfolge nun seit drei Jahren diese kontroverse Diskussion, ich kann beide Berufsansichten nachvollziehen, aber es fällt mir leichter, für mich selber zu entscheiden (ich weiß, wie ich sehe, aber kann ich für mein Kind sprechen?), als für mein Kind. Und jeder Prismenneuling steht erst einmal hilflos da, weil er von AÄ's und MKH-lern verschiedene Vorgehensweisen empfohlen bekommt. Und ich finde es schade, dass Prismen so überaus sparsam von AÄ's über ihre Orthoptistinnen verschrieben werden. Die Kosten sind enorm! Bei Kindern zahlt zumindest noch die Krankenkasse, wenn ein Rezept vom Arzt kommt. Ein Optiker muss die Prismen voll in Rechnung stellen, obwohl er mindestens genausogut messen kann, wenn er Ahnung und Erfahrung in Sachen MKH hat.
Ich kann Mole gut verstehen, dass er im Moment ratlos ist und viele Fragezeichen hat. Ich habe nach langem Suchen einen Augenarzt gefunden, der nach MKH arbeitet. Er ist über 400 km weit weg, aber ich fühle mein Kind da letztendlich am besten aufgehoben.
@Mole Ich hoffe, Du findest einen Augenarzt in Deiner Nähe, der nach MKH arbeitet oder aber einen guten Strabologen, der Dich beim Prismenaufbau unterstützt. Du kannst Dich wegen Adressen aber auch direkt per eMail an Eberhard Luckas, Ralf, Anna oder auch mich wenden. Hier noch ein empfehlenswerter Link
www.selbsthilfegruppe-:wink:elfehlsichtigkeit.de
Viele Grüße
Kerstin