Liebe Forumsmitglieder!
Nachdem es auf unserer tollen orthoptik-Homepage www.orthoptik.at einen sehr tollen Beitrag über das Procedere bei asthenopischen BEschwerden bei Kindern und ERwachsenen gibt, habe ich mich entschlossen, einen Teil davon hier zur Verfügung zu stellen.
Es wird die Vorgehensweise der Orthoptistinnen dargestellt, die die Verordnung von Prismen auf alleiniger Basis der Polatest-Messung ablehnen - und es wird begründet, weshalb
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Die orthoptisch-ophthalmologische Untersuchung bei Verdacht auf okuläre Problematik eines Kindes umfaßt mehrere ophthalmologische und orthoptische, subjektive und objektive Untersuchungsgänge
· Ermittlung der Nah- und Fernsehleistung mit einem und mit beiden Augen gemeinsam
· Ermittlung der objektiven Refraktion (Messung der Dioptrienzahl), die bei Kindern und im Falle von Beschwerden mitunter auch bei Erwachsenen nur in medikamentöser Pupillenerweiterung und unter Akkommodationsausschaltung sinnvoll ist
· Untersuchung des Augenhintergrundes durch AugenfachärztInnen
· anschließende Brillenverordnung, anfangs immer OHNE Prisma.
· Weiters legen wir sehr großen Wert auf die Überprüfung der Akkommodation und ihrer Erschöpfbarkeit nach längerem Lesen.
· Mehrere Untersuchungsgänge beschäftigen sich mit dem beidäugigen und dem räumlichen Sehen und deren Belastbarkeit und Qualität.
· Schielwinkel, latent oder manifest, werden in verschiedenen Entfernungen, sowie in verschiedenen Blickrichtungen beurteilt.
Im Zuge dieser Untersuchungsabfolge kann die Anwendung des Polatests hilfreich sein, wird aber NIE alleine verwendet.
Die Therapie augenbedingter Probleme (= okuläre Problematik), besteht vorerst in der Brillenverordnung, ev. mit einem Bifokalteil zum Lesen. In fast 80% der Fälle okulärer Problematik, kann juvenile Hypoakkommodation ( =jugendliche Unterakkommodation), als Ursache von Beschwerden gefunden werden.
In manchen Fällen muß auch von uns ein Schielwinkel mit Prismen ausgeglichen werden, (und wird er auch, wenn er die ursache für die Problematik ist) aber eben nur nachdem wir alle anderen Untersuchungsergebnisse zusammen in die Therapie einbezogen haben.
Latente Schielwinkel, bzw. „Winkelfehlsichtigkeit“ sind nicht der häufigste Grund okulärer Probleme! Ganz im Gegenteil latente Schielwinkel finden sich bei einem großen Teil der Bevölkerung, sind oftmals die Regel und verursachen keine Beschwerden.
Prismenbrillenverordnung auf Basis nur einer einzigen Untersuchung am Polatestgerät ist von uns aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht abzulehnen.
Nur durch die enge Zusammenarbeit von AugenfachärztInnen, Diplomierten OrthoptistInnen und Optikern wird die optimale Versorgung der Patienten gewährleistet.
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Hiermit ist dargestellt, wie wir orthoptistinnen vorgehen und es wird daraus sicherlich auch klar, warum wir niemals eine Methode befürworten werden, die ein problem so einseitig beleuchtet, wie die MKH!
Reaktionen wird es darauf nun sicherlich einige geben - bin schon gespannt!
Ulrike


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