Hallo,
der oben angegebene Pfad dokumentiert eine Schielwinkeländerung um im Durchschnitt 4° nach ostheopatischer Behandlung. Dies erinnerte mich an in etwa korrelierende Werte von Hans-Joachim Haase mit ca. 8.00 cm/m horizontaler Panumarealgröße im parazentralen Gesichtsfeld. Interessanter weise korrelieren die Größen in etwa. Wobei Schieler keine zentrale Fixation kennen und deren Nutzung von Panumarealen kennen.
Allerdings ist es sowohl in der Augenheilkunde, wie auch in der Augenoptik keine Frage, dass Schielwinkelmessungen von etlichen Parametern abhängig sind. Viele dieser Ergebniswerte hängen von den Untersuchungsgeräten, Umfeldbedingungen (Helligkeit, etc.) ab. Daneben aber bringt der Klient, wohl die entscheidenden Parameter mit, die ganz sicher vom Ermüdungsfaktor, Interesse etc. beeinflusst werden.
All das ist aber vordergründig, wenn man weiss, dass jeder Schielwinkel eine Zusammensetzung aus unterschiedlichen Faktoren ist.
1) Fixiertes Sehen wurde nie gelernt, oder allermeist im frühkindlichen Alter schon aufgegeben. In diesem Fall hätte sofort durch Korrektion und oftmals gefolgt von Operation gehandelt werden müssen.
2) Um Doppelbilder zu ünterdrücken, wird vom visuellen Cortex eine gewisse Winkelgröße an Abweichung gefordert und i.d.R. eingehalten, damit die Exclusion (Abschaltung) eines Seheindrucks auch sauber abläuft und erreicht wird. Übrigens, gibt es an dieser Stelle die Probleme, wenn der Restwinkel nur gering ist und dann (evtl. durch gewisse Anschubfaktoren) plötzlich Doppelbildeindrücke verarbeitet werden, deren man nicht bzw. nur sehr mühsam wieder Herr wird.
3) Allermeist dreht sich das schielende Auge zudem im Laufe von Zeit (Lebensalter) zunehmend in einen Augenwinkel. Ob hier z.B. die sogenannte Schlafruhestellung (allermeist oben / außen) hereinspielt, man diskutiert dies.
4) Kernproblem bleibt, einem fixierten Sehen über beide Augen wird nach Möglichkeit trickreich ausgewichen, auch bei diesbezüglichen Messungen und Versorgungen. Es ist eher ein aufwendiges, oft sehr mühsames, und leider nicht selten erfolgloses Unterfangen, das Sehen wieder auf beidäugiges Sehen aktiv zu schalten.
Im Beispiel, wenn zwei Wildpferde vor den Wagen des Sehens gespannt werden, die nie zugeritten, geschweige denn zum Gebrauch als Gespannpferde abgerichtet wurden, hat der Kutscher (Gehirn) eine kaum zu lösende Aufgabe vor sich, zudem wären dann die Zügel (Muskeln, Nerven) nichtmal gleichlang, bzw. gleich kräftig gestaltet. Zudem würden die Komandos (Zurufe über die Nervenbahnen) überhaupt nicht verstanden.
Stellt man sich dies so vor, und das entspricht der Wirklichkeit, sagen Verringerungen oder auch Vergrößerungen im Schielwinkel letztlich nur wenig aus. Defacto müsste eine langfristig angelegte bessere Komunikation unter einer Kompensierung der Fehlwinkel im Gehirn softwareseitig so up-gegradet werden, dass funktionale Zusammenarbeit geleistet werden kann, ohne das Doppelbilder das Ganze wieder negieren. Alles andere sind eher Spielchen in einem völlig falsch programmierten Systemablauf.