Hallo,
Ich habe mir die bisherigen Beiträge mit Interesse gelesen und auch ausgiebig gegoogelt, dennoch keine für mich befriedigenden Antworten gefunden.
Daher ein ewas ausführlicherer Einstieg
Die Augenärztin hat bei mir ein latentes Innenschielen festgestellt, das mir seit längerem Beschwerden bereitet, und zwar
Anstrengung beim Sehen, verzögerte Einstellung beim Wechsel der Blickdistanz, und ich empfinde Sehen im Nahbereich als sehr unangenehm, z.B. auch, wenn ein Gesprächspartner sehr dicht vor mir steht.
Nach längerem Lesen bekomme ich Schwindel- und Übelkeitsgefühle (keine Kopfschmerzen, aber nicht weniger unangenehm) und mein eigentlich sehr schnelles Lesetempo ist eingeschränkt.
Ich sehe außer auf sehr kurze Entfernungen (Zigarette anzünden z.B.) nicht doppelt, habe aber das Gefühl, dass die Augen das Schielen nur unter Anstrengung vermeiden. Das alles verschlimmert sich, wenn ich muede bin, ist aber auch in ausgeruhtem Zustand vorhanden.
Da ich beruflich sehr viel und sehr schnell lesen muss, fühle ich mich dadurch sehr beeinträchtigt.
Sichtbar ist allerdings nur ein leichter Silberblick. Auch räumliches Sehen ist vorhanden.
Seit ca. 20 Jahren bin ich kurzsichtig und trage seit 18 Jahren ohne Probleme Kontaktlinsen mit den Werten links -4,5, rechts -2,5.
Durch Zufall habe ich eine Optikerin gefunden, die mir probeweise eine Prismenbrille ohne Stärken mit 4 Prismen (Basis außen)angefertigt hat, die ich als
Arbeitsbrille zu den Kontaktlinsen jeweils für einige Stunden pro Tag seit zwei Wochen probegetragen habe.
(Die Optikerin tat dies auf eigene Kosten und obwohl sie wusste, dass ich nur für kurze Zeit in der Stadt war, eine richtige Brille also gar nicht bei ihr bestellen würde).
Mit der Prismenbrille komme ich sehr gut zurecht, sie ist eine deutliche Erleichterung und ich habe das Gefühl, dass die Augen auch nach dem Absetzen noch entspannter sind. Die Umstellung mit/ohne Brille dauert einige Minuten, ist aber problemlos. Auch das räumliche Sehen verbessert sich dadurch.
Daraufhin bin ich nun noch einmal zur Augenärztin, um mir eine Prismenbrille verschreiben zu lassen. Sie meinte jedoch, dass dafür keine medizinische Indikation vorliege (da das Schielen nur latent sei)
und die Prismen das Schielen auf jeden Fall verschlimmern würden, auch wenn ich die Brille nur einige Stunden pro Tag trüge.
Daher meine Fragen
-ist es möglich, dass auch ein vermeintlich schwaches latentes Schielen solche Beschwerden verursacht?
(Die Optikerin hat keinen MKH-Test gemacht, soweit ich das beurteilen kann, sondern einen Kreuztest u.ae. und dann ausprobiert, wie sich die Fokussierung durch die Prismen verbessert. Notwendig wären demnach 5-6, sie hat "vorsichtshalber" nur die 4 genommen)
-was ist dran an der Verschlechterung des Schielens durch Prismen?
Wo kann ich fachgerechte, _unabhängige_ Informationen dazu bekommen, die weder von der Ärzteschaft noch den Optikern herausgeben wurden?
(Die Optikerin erzählte, dass viele ihrer Kundinnen alle paar Jahre in der Tat weitere Prismen benötigten. Allerdings habe ich nicht vor, die Brille den ganzen Tag zu tragen, sondern nur bei Ermüdungserscheinungen)
-kann es sein, dass das latente Schielen, welches doch eigentlich angeboren ist, sich im Laufe der Jahre verschlechtert? Evt. durch starke Beanspruchung der Augen (ich habe immer schon sehr viel gelesen und sitze die letzten Jahre täglich mehrere Stunden am Bildschirm).
Soweit ich mich erinnern kann, habe ich meine Beschwerden erst seit einigen Jahren.
Besteht möglicherweise ein Zusammenhang mit einer Überkorrektur meiner Kontaktlinsen, die ca. 5 Jahre lang um ca. 0,75 Dioptrien zu stark waren?
Ich würde mich sehr über einen Erfahrungsaustausch und Informationen freuen, die über das schon hier Veröffentlichte hinausgehen.
Soviel erstmal und viele Gruesse,
Anna
PS Noch etwas Unmut am Rande Keiner der vielen Augenärzte, die ich durch verschiedene Wohnortwechsel hatte, ist je auf die Idee gekommen, einen Schieltest oder 3-D-Test zu machen. Ich habe es daher erst bei einem Sehtest beim Optiker überhaupt selbst gemerkt. Zuvor war ich schon mit Beschwerden wie Druckgefühl auf dem Auge (das beschreibt es nicht ganz, aber anders lässt es sich kaum umschreiben) beim Arzt. Daraufhin wurde lediglich der Augeninnendruck gemessen und für normal befunden. Selbst die o.g. Ärztin hat keine ausgiebigen Tests gemacht, sondern lediglich die Augenbewegungen bei Nah- und Fernsehen und Abdeckungen eines Auges beobachtet sowie die Distanz festgestellt, ab der ich im Nahbereich doppelt sehe (diese liege noch im normalen Bereich).