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Ein komplettes Glaspaar Kunststoff 1.5 mit Super-ET und Hartschicht für beispielsweise weit unter 50€ kann nicht wirklich Vertrauen erwecken.
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Eigentlich überhaupt kein Vertrauen erwecken, wenn wir auf den Preis des Herstellers zurück gehen. 7,- Euro sind allein schon die Mehrwertsteuer, die der Optiker direkt an das Finanzamt überweist. Tatsächlich erhält der Optiker keine 50,- Euro sondern nur 43,- Euro. Die 7,- Euro nimmt er als Treuhänder des Finanzamtes entgegen.
Die Erwartungen an so ein Glas sind vergleichbar denen der Fertigbrillen aus dem Kaufhaus. Für den Notfall aber deutlich besser geeignet.
Es ist die Frage einer Preiskalkulation nach Kosten oder die überlieferte Prozentkalkuklation. Wobei man sich von der Vorstellung verabschieden sollte, das ein Optiker für 50,- Euro kostendeckend Gläser einsetzen kann. Wenn damit all seine anderen Dienstleistungen bezahlt werden sollen, die er kostenlos erbringt. Jeder weiss zum Beispiel wie lange der Optiker benötigt um das zu Weihnachten von der Oma geschenkt bekommene Brillengestell anzupassen.
Wenn wir zu den 50,- Euro für die Gläser das Anpassen der Brille mit 20,-Euro und das Einschleifen mit 15,- Euro ansetzen sind wir schon bei 85,- Euro. Und dann noch 15,- Euro für das Gestell und schon haben wir das Angebot, das mein Optiker in Wismar in seinem Schaufenster anbietet, wie ich am Wochenende gesehen habe.
Nur geht es in der Regel nicht darum, am untersten Preissegment um 5,- Euro zu feilschen. Die Frage ist doch, ob es immer 400,- Euro oder gar 600,- Euro für ein Paar Einstärkengläser sein müssen ?
Wobei der Optiker von den 600,- Euro gleich die Mehrwertsteuer von 83,- Euro an das Finanzamt durchreichen muss. Qualität liefert der Optiker also nur für 517,- Euro.
Irgendwo habe ich gelesen das die unentspiegelten Gläser so viel Verlust haben, ich glaube Erberhard nannte es Transmisson, etwa 20 % Minderung, so das sie streng genommen für Nachtfahrten, die 85 % erfordern, nicht mehr geeignet sind.
Nach meiner Meinung, und meiner persönlichen Erfahrung, ist das Mass der Durchsichtigkeit für ein Brillenglas entscheidend. Abgesehen von dem Schliff.
Ob es nun Kunstsoffgläser sind oder Glas-Gläser. Letztendlich will ich möglichst gut durchsehen.
Den Unterschied kann ich zwischen einem 30, Euro Glas und einem Markenglas selber feststellen. Aber nicht mehr zwischen hochwertigen Markengläsern. Bzw. ist mir wegen der fehlenden Informatioen der Hersteller die Möglichkeit genommen, einen eigenen Schwerpunkt zu bilden und danach meine Kaufentscheidung zwischen den Markengläsern zu fällen.
Etwa zwischen mehr Farbneutralität und etwas geringerer Durchsichtigkeit. Wie weit mindern die sich selbst verdunkelnden Sonnenbeschichtungen die Durchsichtigkeit, Abbildungsqualität ? Antworten wie, so gut wie garnicht, bringen mir bei den Preisen irgendwie nicht so das richtige Qualitätsgefühl.
Weil das Thema mangels Informationen zu keinem Enden führen kann, habe ich mich dann für mich mit dem Blick auf die Preise entschieden.
Wohl wissend, das es nicht das Optimum für den Durchblick ist. Aber für mich greifbare, grosse Vorteile im Handling bietet. Wie zum Beispiel überall da, wo ich eine bestimmte Brille benötige, auch eine liegen haben zu können. Ein Glas mit einem kleinen Kratzer ohne Aufhebens wechseln lassen zu können, wenn ich dabei mal an das Nikonglas für 300,- Euro/Stück denke.
Aus diesen Überlegungen ergeben sich dann die individuellen Gründe sich für einen bestimmten Zweck für das eine oder andere Glas zu entscheiden.
Viele Grüsse
Mistral