Der Artikel ist lesenswert für alle angehenden Augenoptiker, leider auch für einige gestandene Augenoptiker , aber auch für interessierte Brillenträger.
Hallo Eberhard, das kann man gar nicht dick genug unterstreichen!
Ich war bereits vor einigen Monaten durch goggel in diesem alten Thread gelandet und muss heute leider mal über meine Erfahrungen mit der Zentrierung asphärischer Gläser berichten.
Ich hatte mir vor einigen Jahren zwei Nahbrillen machen lassen, deren Gläser Bereich von +8 bis +8,5 Dioptrien lagen. Ich konnte mit denen zwar sehen/lesen, aber es gab bei beiden Unschärfen; jeweils bei einem der Gläser etwas mehr als beim anderen. Die Gläser waren hochbrechend und asphärisch und sie hatten jeweils ca. 400 Euro pro Glaspaar gekostet.
Durch Tests, über die ich einem anderen Thread berichtet habe, habe ich inzwischen herausgefunden, dass jeweils bei einem der beiden Gläser die Achse um 25° vom optimalen Wert entfernt war. Beim anderen Glas stimmten alle Korrektionswerte. Danach wollte ich mir in einer dr beiden Brillen das Glas mit der falschen Achslage austauschen lassen. Weil ich vorher diesen Thread gelesen hatte, habe ich bei der Zentrierung auf Zentrtrierung nach Augendrehpunkt bestanden. Dabei hat sich herausgestellt, dass das alte Glas ohne Höhenmessung einfach mittig und damit deutlich unter dem Augendrehpunkt eingesetzt gewesen war,. Mit dem neuen Glas (also mit besserer Achslage und anderer Höhe) sehe ich deutlich klarer, selbst wenn ich etwas peripher durchblicke.
Nun möchte ich auch noch in meiner zweiten Nahbrille, die in der Stärke um 0,5 Dioptrien über der ersten liegt, die Gläser gegen neue Gläser mit korrekter Achslage und korrekter Zentrierung austauschen lassen.
Da der Optikerladen, in dem ich meine letzte Gleitsichtbrille gekauft habe, mit der ich sehr zufrieden bin, auswärts ist, habe ich wegen des Austauschs der Monofokalgläser nun erst mal bei einigen Optikern vor Ort (inhabergeführte Läden; keine Kettenfilialen) nachgefragt.
Der erste Optiker ist für Dickenberechnung von korrekter Zentrierung ausgegangen. (Hat die Höhe nach Augendrehpunkt bestimmt und die Fern-PD genommen). Allerdings hat sein Programm astronomische Dicken ermittelt. Es war die Software eines größeren bekannten Glasherstellers, von dem ich bisher nur einmal Gläser gehabt habe, und diese waren tatsächlich trotz angeblicher Dickenreduzierung noch deutlich dicker als sie für eine Vollrandfassung unbedingt sein müssten.
Im zweiten Laden meinte der Mitarbeiter, bei Nahbrillen müsste die PD kleiner als die Fern-PD sein, was ja im Widerspruch zur Zenrierung nach Augendrehpunktsforderung steht. Die Höhenzentrierung hat er gar nicht angesprochen. Da habe ich auf weitere Glasberatung verzichtet.
Der dritte Optiker hat für die Daten der Dickenberechnung zwar die Fern-PD genommen, wollte aber als Höhe zuerst nicht den Augendrehpunkt nehmen, sondern meinte, bei Nahbrillen müssten die Gläser tiefer gesetzt werden. Immerhin hat er dann für die Dickenberechnung doch die Augendrehpunktshöhe genommen die und ist zu wesentlich geringeren Dicken gekommen als der erste Optiker. Es war die online-Software eines kleineren, aber mir bekannten Herstellers, dessen Gläser ich schon mal hatte und mit deren optischer Qualität ich zufrieden war.
Also, liebe Experten hier: drei Optiker, drei Meinungen. Und da wurdert ihr euch, wenn man als Endverbraucher hier nachfragt, bevor man neue Gläser für 400 - 600 Euro (monofokal) oder 700-1000 Euro (Gleitsicht) bestellt.
Gruß und schönen Tag
mueger